Differentia

Wir kochen Hagebuttenmarmelade I – Das fragliche Verhältnis von Laien und Experten #CryptoCon15

Bei der CryptoCon15 in Leipzig vom 7. bis 10. Mai 2015 werde ich mich mit folgendem Thema befassen

Wir kochen Hagebuttenmarmelade – Das fragliche Verhältnis von Laien und Experten

In dem Vortrag geht es darum, das Verhältnis von Laien und Experten zu analysieren und zu fragen, ob die bekannte Behandlung dieses Verhältnisses ein Hindernis ist um in wichtigen Angelegenheiten wie Datenschutz und Datensicherheit neue Konzepte zu finden.

Datenschutz und Datensicherheit sind Angelegenheiten, die alle Menschen betreffen. Daran dürfte gar kein Zweifel bestehen auch dann nicht, wenn wie gegenwärtig, Datenschutz und Datensicherheit nicht nach bekannten Verfahrensweisen gewährleistet werden können. Die bekannte und bislang immer noch allgemein geteilte Auffassung ist, dass für Datenschutz und Datensicherheit bestimmte Experten zuständig sind, die aufgrund einer geprüften Kompetenz festlegen, welche Leistungen und Garantien in Sachen Datenschutz zu erbringen wären.
So wichtig diese Angelegenheiten auch immer sind, mindestens zeichnet sich ab, dass der gewohnte Verlass auf Experten wenig aussichtsreich ist.
Diese Überlegung möchte ich zum Ausgangspunkt nehmen für ein Nachdenken darüber, dass das Verhältnis von Laien und Experten nicht nur im Fall von Datenschutz und Datensicherheit fraglich geworden ist, sondern auch im allgemeinen gesellschaftlichen Zusammenhang nicht mehr überzeugen kann.
Wenn das so ist, dann führt das zu der Frage, wie die notwendigen gesellschaftlichen Leistungen und Garantien trotzdem erbracht werden können, wenn das Verhältnis von Laien und Experten fraglich wird.

Vortrag (abgelehnt): “Mein Hund tut nichts!” – “Aber meiner!”

“Mein Hund tut nichts!” – “Aber meiner!”  – Über das parasoziale Verhältnis zwischen Mensch und Mensch. Vorschlag für einen Beitrag zur Tagung: „Auf den Hund gekommen“ Tagung am 24./25.April 2015 an der Technischen Universität Dortmund von Klaus Kusanowsky. Der Vorschlag wurde abgelehnt.

“Mein Hund tut nichts!” – “Aber meiner!”

Gesellschaft wissenschaftlich verstehen zu lernen könnte heißen, dass an jedem Punkt innerhalb eines komplexen sozialen Geschehens mit der gleichen soziologischen Theorie angesetzt werden kann. Damit ist sehr viel angedeutet, aber noch sehr wenig gesagt, insbesondere in Hinsicht auf die Spezifikation dessen, was unter soziologischer Theorie firmieren könnte.
Man kann nun weit ausholen, um einen großen Reichtum an Voraussetzungen, die für Gesellschaft wie für Theorie gleichermaßen notwendig sind, zu reflektieren. Man kann sich aber zunächst auch an Alltagsbanalitäten fest beißen, um so zu schauen, ob durch Benutzung theoretischer Beschreibungsschemata der gewöhnliche Normalfall als seltsam und darum kritisch ins Auge fallen könnte, um von dort aus einen Punkt für die wissenschaftlich abstrakte Reflexion zu finden.
Ausgehend von der Begegnung bei einem Spaziergang zwischen zwei Hundeführern, die für einander unbekannt sind, möchte ich in einem Vortrag zeigen, wie sehr das parasoziale Verhältnis zwischen Hund und Mensch nicht selten dem zwischen Menschen sehr ähnlich sieht, was speziell bei dem Versuch von Bedeutung wird, Handlung im Krisenfall zu koordinieren. Denn Handlung im Krisenfall zu koordinieren heißt für jeden Beteiligten, eine chaotische Informationssituation zu bewältigen, die an keiner Stelle vollständig beseitigt werden kann. Wie gelingt es eigentlich, eine parasoziale Begegnungssituation in Kommunikation und damit in Koordination von Handlung zu überführen, wenn keiner der Beteiligten die Möglichkeit hat, über sämtliche Umstände und Bedingungen der Kommunikation zu verfügen?
Entsprechend beginnt der Vortrag mit einer Analyse der Informationssituation, die entsteht, wenn zwei Spaziergänger mit Hunden auf einander treffen und dann versuchen, sich gegenseitig über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Am Ende soll sich zeigen, dass Kommunikationstheorie, wie differenziert auch immer ihre Reichweite sein mag, sie mindestens leisten muss, den Normalfall als absonderlich oder fremdartig zu zeichnen, um den Standpunkt eines naiven Beobachters zu vermeiden. Das kann gehen, indem man gerade Bagatellfälle, die zunächst wenig problematisch erscheinen, durch Analyse entnaivisiert.

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