Differentia

Tagung Leib und Netz in Erlangen

Auf der Tagung “Leib und Netz” am 5. und 6. März 2015 in Erlagen wird es unter anderem auch diesen Vortrag geben:

Immersion und der Verlust symbiotischer Symbole

Ein Beitrag zum CfP “Leib und Netz – Sozialität zwischen Verkörperung und Virtualisierung”  von Michael Meyer

In der Ausschreibung des cfp wurde zutreffend festgestellt, dass die wissenschaftliche Diskussion um das Verhältnis von stofflicher Interaktionspraxis und sprachlich-ikonographischer Kommunikationspraxis beinahe unverbunden und parallel verläuft, weshalb es nahe liegt, diese Diskussionen gerade angesichts der gegenwärtigen technischen Entwicklung entlang der selben Unterscheidung zu integrieren.
Denkt man jedoch grundsätzlicher über die angesetzte Unterscheidung von stofflicher Interaktion und sprachlich-ikonographischer Kommunikation nach1, dann kommen von einem beobachtungstheoretischen Ausgangspunkt Zweifel auf, ob die Kontingenz dieser Unterscheidung gerade angesichts des ablaufenden Veränderungsprozesses noch angemessen erscheint, weil sie auf einer ontologischen Dualität von Körper und Gesellschaft beruht, die durch den Prozess der Veränderung von Strukturen auf digitaler Operationsbasis ihre Zuverlässigkeit verliert.
Deshalb möchte ich einen Beitrag vorschlagen, der das Problem der Unterscheidbarkeit von einem theoretischen Ausgangspunkt sieht. Der Vorschlag lautet, auf die Unterscheidung von stofflicher Interaktion und sprachlich-ikonographischer Kommunikation zu verzichten und stattdessen zwischen interaktionsrelevanter symbiotische Symbole der Anwesenheit2 um Strukturen des Verlustes solcher Symbole durch Ausdifferenzierung parasozialer Beobachtungsverhältnisse zu unterscheiden. Die entsprechende Explikation soll zeigen, dass nicht die Assoziation von „Leib und Netz“ eine theoretische Dimension hat, sondern die beobachtbare Kontingenz des Unterschieds von Anwesenheit und Abwesenheit. Dies bezieht sich insbesondere auf die Beobachtung von Immersion3, die ein soziales Wahrnehmungsverhältnis etabliert, das nach allgemeiner Auffassung an psychopathologische Erlebensweisen erinnert.

1 Als Variante des selben Problems findet sich die Unterscheidung von konjunktive und kommunizierte Erfahrung bei: Endreß, Franziska: Bild und Narration als konstituierendes Verhältnis von Bildräumen. Eine Skizze. Bildungsforschung, 8, (2011) 1, S. 191-213, hier S. 202.

2 Der Begriff „symbiotiche Symbole“ ist ein Vorschlag von N. Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt 1997, S. 380.

3 Sehr interessant dazu sind die Ausführungen im Abschnitt “Immersion, Verflüssigung, Auflösung. Sinnbilder fluidalen Verschwindens und ihr temporaler Bezug” in Treu, Dieter: Bild, Symbol, Fragment. Zur Wahrnehmungswirklichkeit von Entfremdungserfahrungen. Marburg 2012, S. 42 – 52.

Vortrag mit Diskussion: Die Kinderzimmer-Peepshow bei Younow

Heute Abend, Sonntag, den 8. Februar um 19 Uhr, möchte ich als Selbstdarsteller bei Younow einen Vortrag mit Diskussion halten zum Thema: “Die Kinderzimmer-Peepshow bei Younow” . Es geht dabei um die Frage wie man den Peep-Show-Charakter dieses live-streamings erklären kann, was das mit Pädagogik und Pädophilie zu tun hat, und warum Pädagogen immer erst Alarmstimmung verbreiten bevor sie anfangen, ihre eigene Inkompetenz dadurch zu verringern, dass sie schließlich etwas tun, wogegen sie sich zunächst wehren, nämlich: sich auf die Angelegenheiten von Kindern einzulassen.
Aspekte des Vortrags werden sein: Erziehung zu Konsumenten, Produktion von Langeweile durch professionelle Pädagogik, die Zwecklosigkeit von Medieninnovationen und die dämonische Wirkung von Medien und Technik auf die Gesellschaft.

Natürlich gibt es die Möglichkeit, sich per Chat bei Younow zu beteiligen. Wer das nicht möchte, kann gern unter dem Hashtag #kidpeep Beiträge bei Twitter schicken. Ich werde unter dem selben Hashtag aber auch eine Etherpad-Datei verbreiten, bei der man sich anonym und ohne sich anzumelden mit Fragen und Einwänden beteiligen kann. Ich denke, dass eine bis eineinhalb Stunden für Vortrag und Diskussion ausreichen werden.

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