Differentia

Tag: Anonymität

(8) Kritik bis (9) Anonymität

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(8) Kritik ist eine Disziplin der Krisenbewältigung, die dann entsteht, wenn die Freisetzung von Handlung durch Wegfall von Autorität, Tradition und Letztbegründung nach Vorgabe des szientistischen Dualismus (22) beobachtbar wird. Kritik macht fit für Verhaltenssicherheit in Organisationen und entwickelt Formen der Habitualisierung durch Pseudonymisierung von Identität. Kritik erfordert Verteilung von Rechten und steigert Humankompetenz (23). Kritik ist Selbstschikanierung von Bewusstsein und Handlung und funktioniert innerhalb einer sozialen Ordnung dann, wenn alles, was sie behindern könnte, verhindert oder behindert wird. Devitationssstrukturen.

(9) Anonymität ist ein paranoisches Problem der Gesellschaft, das durch Organisationen und Massenmedien der sozialen Standardisierung (24) zugeführt wird. Daher kzu. Strukturen der Einschränkung von Anonymität haben sich in der gesellschaftlichen Evolution durch die Unterscheidung von adressierter Responsibilität (verantwortliches Handeln) und referenzierter Adressabilität (personenbezogene Daten) ausdifferenziert. Datenschutz. Eines der bizarrsten Phänomene der Gesellschaft ist ein Recht auf Anonymität, ein Problem, das bis heute bearbeitet wird, aber niemals gelöst wurde, sondern durch Bearbeitung immer nur größer geworden ist. Das Problem kann nicht gelöst werden, weil Gesellschaft für sich selbst kein Problem ist.

Gesellschaft kann alles mögliche verhindern, nur nicht sich selbst. Deshalb ist Anonymität kein technisches, kein wissenschaftliches und kein rechtliches Anliegen, sondern ein paranoisches.

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Wovon ein Schlumpf überzeugt ist #anonymous @rubberduck0811

Ist Anonymous illegal! Nein. Anonymous bemüht sich darum mit dem Gesetz zu kooperieren. Da es jedoch auch Fälle gibt, in denen dies nicht mehr möglich ist, kann es zu einer gewissen Form von Gesetzesbruch kommen. Dabei bleiben jedoch essentielle Gesetze unangetastet. Anonymous würde niemals ein Menschenleben gefährden. Bombendrohungen, Morddrohungen oder gar durchführen solcher Drohungen sind absolut gegen alles, wofür Anonymous steht. Bei Anonymous hat jeder Rede- und Meinungsfreiheit, sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit, auch wenn er andere Überzeugungen als das Kollektiv hat! Herkunft:  http://rubberduck0811.blogspot.de/2016/10/ist-anonymous-illegal.html

Bekannt ist Anonymous als eine Art von Kollektiv, von welchem nicht genau bekannt ist, wer sich daran beteiligt. Denn die Beteiligten verbleiben anonym. Daher der Name.

Trotzdem kann man sehr gut wissen, wer daran beteiligt ist, nämlich jeder, der seine Mitgliedschaft verschweigt. Und wer dies nicht tut, macht sich sofort unglaubwürdig, denn es kann ja sein, dass man trotzdem mitmacht, nämlich pseudonym. Deshalb kann ich unter dem Namen Klaus Kusanowsky nicht Mitglied sein, oder, wollte ich das dennoch behaupten, so wäre ich im selben Augenblick aus dem Kollektiv ausgetreten. Denn der Name ist ja dann nicht mehr anonym. Pseudonym ist meine weitere Beteiligung zwar noch möglich, aber das betreffende Pseudonym verbleibt anonym. Aber so einfach ist das nicht. Denn einerseits kann ich nicht unter dem Pseudonym Friedrich der Große beteiligt sein, weil in dem Augenblick der Nennung und Verbreitung die Anonymität aufgedeckt würde. Aber andererseits kann jemand anders unter diesem Pseudonym weiterhin beteiligt sein. Jedoch weiß niemand, wer das ist, es sei denn ich bin das, wovon allerdings niemand etwas genaues weiß.

Schon diese Analyse zeigt die ganze Verworrenheit dieser Sache, denn eigentlich sind ausschließlich alle daran beteiligt, weil nämlich nur die Menge aller eine Menge ist, die tatsächlich keiner kennt. Alle anderen sind irgendwie und irgendwo bekannt. Daraus folgt: eine Menge, die sich als Anonymous adressierbar macht, ein Kollektiv, das irgendwas will, aber unerreichbar bleibt, kann nichts erreichen, nicht einmal sich selbst.

Deshalb sind auch alle Verlautbarungen, egal, wie sie lauten, völlig gegenstandslos, weil es ja niemanden gibt, den man fragen kann, ob das auch stimmt. Und sollte jemand trotzdem Auskunft geben, dann muss er eine Adresse hinterlassen und kann also nicht anonym verbleiben. Wer Auskunft gibt, kann nicht zuständig sein. Und wer zuständig ist, kann keine Auskunft geben.

Was auch immer mit Anonymous gemeint sein kann oder soll: überzeugend ist das alles nicht mehr. Gerade aus diesem Grund ist Anonymous noch die einzig authentische Form von Protest, der sich dadurch auszeichnet, dass er ganz ungeniert zugesteht, was man auch ohne dieses Zugeständnis wissen kann: das bringt alles nichts mehr, außer der Tatsache, dass der Protest weiter geht.

An dieser Stelle ist dann Ende Gelände.

Daraus können wir etwas lernen. Wir können lernen, dass es ein zweites Kollektiv gibt. Es heißt „Pseudonymous“, für das ungefähr das selbe gilt.

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