Differentia

Tag: Soziologie

Hallo Michael! @adloquii Soziologische Übung: Kassenband – Latrinen – Datenschutz @plattenpunk

 

In dem Video oben geht es um eine Art Traumerfahrung. Ich stehe an der Kasse im Supermarkt und mir kommt der Gedanke an römische Latrinen. Ich weiß natürlich, dass die Normalerfahrung des alltäglichen Lebens ganz unwissenschaftlich und selbstverständlich komplett unsoziologisch ist. Weil das so ist, kann eine Soziologie, wenn sie versucht, Gesellschaft zu erklären, was sie meistens unterlässt, nur den Ausnahmefall von Gesellschaft erklären, nämlich: sich selbst. Dass man vielleicht, um Gesellschaft zu erklären, gar keine Soziologie braucht; ja, dass Soziologie vielleicht ein echtes Hindernis für das Erklären von Gesellschaft ist, kann jeder wissen, der das wissen will, nur der normale Soziologe nicht, den der will etwas anderes wissen. Aber das führt an dieser Stelle zu weit weg von dem, worum es in dem Video geht.

Hier unten ist ein Video, das erzählt, wie man sich den Betrieb in einer Latrine in der römischen Antike vorstellen kann.

 

Und als Zugabe empfehle ich noch eine Geschichte von Sacha Rottländer. Sie heißt: „Seelenseuche; Pest und Sieche“ und erzählt von den Empfindlichkeiten moderner Konsumenten, die nur die Störungen verarbeiten, die dadurch entstehen, dass sie sich von Konsum belästigen lassen. Dieser Punkt kommt am Ende des Videos von mir ganz vor. Der beste Satz in der Geschichte, ganz am Anfang lautet: „Et is Nacht, et is Beziehung.“
Genauso ist das nämlich auch: Sobald Menschen die Möglichkeit, das heißt: das Recht und die Freiheit genießen, übereinander irgendwas zu wissen, das sie sich jederzeit gegenseitig mitteilen können, treten sie in eine Beziehung ein. Und dann wird’s dunkel.

Vortrag: Das Dogo-Problem der soziologischen Netzwerkforschung

Am 6. Dezember 2016 war ich in Darmstadt bei dieser Veranstaltung der Schader-Stiftung und habe einen Kurzvortrag gehalten zum Thema: „Das Dogo-Problem der soziologischen Netzwerkforschung“. Eine Kopie des Vortragsmanuskript bekommt  man hier.

Über das sogenannte Dogo-Problem hatte ich schon mal etwas geschrieben, nämlich hier.

Mein Anliegen besteht darin, das Problem ernst zu nehmen, statt es mit der schnellen Zuordnung auf Menschen und ihrer mangelnden Kompetenz oder Professionalität einfach zu marginalisieren und beiseite zu schieben.

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