Differentia

Tag: Technik

Gespräch über Cyborgs @TorstenGellrich @NerdcoreBlog

@NerdcoreBlog und ich haben uns ganz nett über die Cyborgs der Zukunft unterhalten.

Advertisements

Technik ist Spielzeug, nicht Werkzeug

zurück

Auszug aus: Mein Hund und sein Postbote

Für das Spielen gilt für den Fall der Nichtbeteiligung: Wenn du irgendwo nicht mitspielst, dann hat das keine unerwünschten Sanktionen zur Folge. Du hast das Recht, nicht zu spielen. Du kannst es genauso gut auch lassen. Wenn du aber mitspielst, dann unterliegst du einer ganz scharfen und strengen, einer unerbittlichen und gnadenlosen Verhaltenskontrolle. Diese Verhaltenskontrolle ist so streng, so hart und so unnachgiebig, dass du eigentlich fast gar keine Chance mehr hast, dich ihr zu entziehen. Das Spielen erzeugt die härtesten Sanktionen, die wir so kennen. Das hängt damit zusammen, dass die Voraussetzungen für die Bildung von Erwartungen beim Spiel nicht an Notwendigkeiten orientiert sind, sondern allein an der Möglichkeit, dass es geschieht, aber nicht geschehen muss. …

Aus Spielsituationen kennen wir alle so etwas. Es wird ganz streng geurteilt, wenn einer schummelt, wenn einer sich als schlechter Verlierer zeigt. Das alles geschieht ohne Absprache, ohne eindeutige Kriterien, ohne Regisseur, ohne Aufpasser, ohne letzte Richterinstanz. Und daher kommt es nicht selten vor, dass man sich beim Spiel aufregt. Der Grund für die Erregung ist nämlich, dass es nur ein Spiel ist und weil es nur ein Spiel ist, kann sich die Erregung hemmungslos zeigen, weil nämlich auch die Erregung noch in eine Erwartungsregel eingelassen ist. So kann die Erregung mit einer Gegenerregung sanktioniert werden. Kommt es zu einem Streit, so kann man sich dem nicht mehr so einfach entziehen, man braucht sich dann auch dem Streit gar nicht entziehen, weil durch eine strenge Verhaltenskontrolle immer erkennbar bleibt, ob der Streit noch zum Spiel gehört oder nicht. Deshalb kann man beim Spiel durchaus mal die Sau raus lassen, weil das alles ganz streng kontrolliert geschieht.

(Der ganze Text)

Damit wäre kurz angedeutet, was Technik leistet, wenn man erkennt, dass Technik Spielzeug, nicht Werkzeug ist. Technik macht auf die Kontingenz des Handelns aufmerksam, die gleichwohl Notwendigkeiten nach sich zieht und damit immer auch unvorhersehbare Folgeprobleme zeitigt. Das schließt zweckrationales Handeln ein, aber Zweckrationalität ist keine voraussetzungslose Handlungsoption. Was für die Mittel gilt, gilt auch die Zwecke des Handelns: beides sind soziale Erfahrungsresultate. Die Verwicklung in das gesellschaftliches Spielgeschehen macht sowohl Probleme wie Lösungen erfahrbar. Und die Verwicklung geschieht, anders als ein Materialismus behauptet, nicht mit Notwendigkeit und, anders als ein Idealismus behauptet, auch nicht freiwillig.

weiter

%d Bloggern gefällt das: