Differentia

Tag: Homosexualität

Vortrag: Homosexualität und Fußball. Zur Bedeutung symbiotischer Symbole

Hier findet man das Vortragmanuskript für einen Vortag, den ich auf dieser Tagung in Vechta am 6. Juli 2016 gehalten habe.

Es geht mir darum zu zeigen, dass weder Homosexualität noch Homophie zuerst ein Problem im Fußball ist. Ein Problem ist zuerst die Unvereinbarkeit der spezifischen Codes der Kommunikation, die gebraucht werden, um sexuelle Kommunikation und die Kommunikation von Fairness zu trennen. Werden sie vermischt, dann entsteht ein Nichtwissen darüber, womit man es zu tun bekommt.

Von Interesse sind in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch folgende Blog-Texte:

Homosexualität und Fußball

Homsexualität ist nicht normal!

Der Normativ ist der Ab-Fall der Gesellschaft

Homosexualität ist nicht normal!

Ist Heterosexualität (ersetze: Individualität, Exklusivität, Komplexität, Seriösität, Extremität, Visualität) eigentlich normal? Eine logische Beschäftigung mit einem solchen rhetorischen Anliegen eröffnet mindestens drei Antwortmöglichkeiten, welche lauten: Ja, nein und vielleicht. Alle drei Möglichkeiten sind in logischer Hinsicht plausibel, aber nur eine Antwort liefert für die Kommunikation eine besondere Erschwernisbedingung für ihre Forsetzung, nämlich die Antwort: Ja.

Denn: was sollte man noch sagen, wenn Irritabilität (ersetze: Spontaneität, Superiorität, Intensität, Stabilität) normal wäre? Was wäre über das Normale noch zu sagen, wenn das Normale normal wäre? Was könnte man über Normalität (ersetze: Inklusivität, Objektivität etc.)  noch sagen, wenn sie das wäre, was sie in rhetorischer Hinsicht sein sollte? Über die Normalität der Normalität hat noch nie einer ein Wort verloren.

Über das Normale, das Selbstverständliche, das Nichtandersmögliche kann man nichts anderes sagen als das, was man dann nicht mehr sagen kann, weil man nicht wüsste was. Und wenn die Kommunikation doch weiter geht, dann lässt das auf einen Beobachter schließen, der noch etwas anderers als das, was er bezeichnet, von dem unterscheidet, was er durch Unterscheidung und Bezeichnung zum Gespräch anbietet. Aber was? Was auch immer, jedenfalls nichts, das mit dem als normal Bezeichneten identisch wäre. Denn andernfalls wäre nicht erkennbar, was man dazu noch sagen sollte.

Wenn aber dennoch etwas gesagt wird, dann heißt das, dass Heterosexualität nicht normal ist, auch dann nicht, wenn man ihre Normalität behauptet. Ersetze Heterosexualität durch Impulsivität, Explosivität, Neutralität oder Homosexualität und wir kommen in jedem Fall zum selben Ergebnis: Was auch immer normal oder nicht normal ist: mindestens die Fortsetzung der Kommunikation ist normalerweise nicht normal, auch dann, wenn Homosexualität normal sein sollte.

Ergo: Homosexualität ist nicht normal. Auch dann nicht, wenn es so ist.