Differentia

Tag: Digitalisierung

Theorie der digitalen Gesellschaft

Für welches Problem ist die Digitalisierung eine Lösung?

Die Digitalisierung ist eine Lösung für solche Probleme, die sich ergeben, wenn eine Gesellschaft grundlos, nutzlos und zwecklos anfängt, sich mit Digitalisierung zu befassen. Die größten Probleme sind nämlich die Beschaffung von Gründen, die Rechtfertigung von Nutzen und die Erforschung von Zwecken. All das ist ziemlich überflüssig und entspricht genau dem, was Gesellschaft im Ganzen ist: überflüssig, aber unwahrscheinlich und darum unwiderstehlich und nicht mehr abzuschaffen.
Die Industrialisierung war ein gesellschaftlicher Schöpfungsvorgang zur Verteilung von Intelligenz, war „Challenge“ (Toynbee); die Digitalisierung dagegen ist die Einsammlung dieser Intelligenz, ist „Response“. Aber dafür fehlt es noch an an einer geeigneten Intelligenz; es fehlt an einer Art von Intelligenz, die Verteilungsprobleme nicht herstellt, sondern ignoriert und welche nur darum Verteilungsprobleme lösen kann.

(Armin Nassehi: Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft)

 

Immersion und der Verlust symbiotischer Symbole

Unten findet man den Link zu dem Vortrag, den ich auf der Tagung „Leib und Netz – Sozialität und Virtualisierung“ an der Universität Erlangen-Nürnberg gehalten habe.

Abstract: Immersion und der Verlust symbiotischer Symbole. – In dem Vortrag geht es darum, dass ich den Prozess der Digitalisierung als einen Lernprozess begreife, der prinzipiell offen lässt, worauf er hinaus läuft. Folglich kann es nicht darum gehen, bekannte Schemata auf die Beobachtung dieses Prozesses anzuwenden, sondern nach neuen zu fagen, die man in der Entmarginalisierung von bekannten, aber bislang wenig wichtigen und darum wenig diskutierten Erfahrungszusammenhängen wiederfinden kann. Damit ist der Problemzusammenhang der Parsasozialität gemeint. Im Zusammenhang mit dem Thema der Tagung geht es um die Frage: welche Probleme kann sich die Gesellschaft in Hinsicht auf Körperlichkeit noch machen, wenn die Kommunikation über Körperlichkeit und der affektiven Selbstbewegtheit des Leibes mit abgesenkten Erwartungen auf Rationalität zu rechnen hat.

https://differentia.files.wordpress.com/2015/03/votrag-immersion-und-der-verlustx.pdf