Differentia

Tag: Datensicherheit

Gibt es ein Medium für #kzu? 7 @hackr @LawConcepts @sozialwelten

zurück / Fortsetzung: Datenschützer werden unbeirrbar ein Recht auf Anonymität fordern. Dazu brauchen sie zwei Dinge. Erstens bekannte Adressen, an welche eine entsprechende Forderung gerichtet wird und zweitens einen bekannten Vertriebsweg. Die Adressen sind der Gesetzgeber, an welchen der Appell geht, entsprechende Gesetze zu erlassen, Haushalte und Unternehmen, an welche der Appell geht, sich an die Gesetze zu halten und sich den Kontrollen zur Einhaltung der Gesetze nicht zu widersetzen und außerdem die gesamte Bevölkerung,  die regelmäßig appellativ daran erinnert wird, eigenmächtig ein Recht auf Anonymität zu fordern und entsprechend ein kritisches Bewusstsein nach normativer Maßgabe der Datenschützer zu entwickeln. Der Vertriebsweg sind Massenmedien, die als „Durchsagemedium“ benutzt werden, weil die benannten Adressen zwar bekannt, aber nicht eindeutig zugeordnet werden können, weshalb Massenmedien ideal geeignet sind um Appelle zu kommunizieren. Massenmedien kommunizieren adressenlos an ein Publikum, wodurch eine Paradoxie entsteht, die für den Datenschutz sehr nützlich ist. Einerseits müssen sie bestimmte Adressen erreichen, andererseits geht das nur auf dem Weg der adressenlosen Kommunikation. Der Nutzen besteht darin, dass die Ursache für das Scheitern immer bei anderen zu finden ist, weshalb Datenschützer guten Gewissens einfach immer weiter machen können.

Anders als Niklas Luhmann, der die Appellitis als Krankheit aufgefasst hat, ist die Appellitis der Datenschützer ein Nährstoff zur Regeneration einer Routine, aus der sie ihre Existenzberechtigung ableiten. Dass diese Appellitis eigentlich dafür spricht, dass ein Datenschutz auf diese Weise gar nicht hergestellt werden kann darf Datenschützer nicht beirren, kann aber alle anderen, zuvorderst ihr Schützlinge, auf den Gedanken bringen, dass sehr wohl Datenschutz möglich ist, aber nicht auf diesem Wege und nicht auf diese Weise.

Ich denke dabei an die Antwort auf die Frage, wo der sicherste Platz für eine Stubenfliege ist. Er ist auf der Fliegenklatsche, denn die Fliegenklatsche ist für die Fliegenklatsche nicht erreichbar.

Fortsetzung folgt.

Vortrag: Wie kannst du wissen wer ich bin? Was deine Daten über mich verraten #datenspuren14

Bei den Datenspuren 2014 in Dresden werde ich einen Vortrag zu folgendem Thema halten:

Wie kannst du wissen wer ich bin? Was deine Daten über mich verraten

Das, was Daten über Personen aussagen, ist keineswegs selbstverständlich. Die Aussagefähigkeit von Daten ist abhängig von sozialen Strukturen, die eine Zuordnung ermöglichen. In einem Vortrag möchte ich erklären, wie diese Strukturen zustande kommen und wie sie sich ändern können.

Was verraten deine Daten über mich? Diese Frage wirkt zunächst seltsam, weil man meinen könnte, dass deine Daten nur etwas über dich aussagen. So ist das aber nicht. Die Frage verweist darauf, dass das, was die Beteiligten über einander wissen, nicht notwendig etwas ist, das sie von einander wissen. Ich schlage einen Vortrag vor, indem ich diesen Zusammenhang genauer erläutern möchte. Denn dieser Punkt ist sehr wichtig, wenn man über wirksame Datenschutzvorkehrungen nachdenkt. Denn: wenn nicht klar ist, was zu schützende und was nicht zu schützende Daten sind, dann ist auch nicht so einfach Klarheit über die Aussagefähigkeit von Daten zu bekommen. Ich möchte erläutern, wie diese Aussagefähigkeit zustande kommt und wie die Aussagefähigkeit von Daten fraglich werden könnte.