Warum #bzv? Selbstorganisation beobachten! #kzu 1

zurück / Fortsetzung: Warum Twitter und Blogs nutzen um Bücher zu verschenken? Warum nicht einfach öffentliche Bücherschranke aufsuchen, um dort Bücher, für die man keine Verwendung mehr hat, an andere Nutzer weiter zugeben? Zumal die Einrichtung von Bücherschränken bald auch jedes Dorf erreicht hat und man inzwischen überall welche findet.

Ja, das kann man machen. Dagegen spricht gar nichts. Übrigens ist es auch nicht sehr schwer, selber einen öffentlichen Bücherschrank einzurichten. Wer eine geeignete Lokalität kennt und beim Sperrmüll irgendwann ein passendes Bücherregal findet, kann so etwas schnell und kostengünstig aufstellen.

Der Nachteil dieser Bücherschränke ist, dass es sich nicht um Bibliotheken handelt, weshalb Bücherfunde rein zufällig möglich sind. Die Aufstellung solcher Bücherschränke erfordert nur einen geringen Organisationsaufwand, das Führen eines Katalogs ist dabei nicht möglich. So etwas geht bislang nur mit einer kapitalaufwändigen und zugangsbeschränkten Organisation, also eine städtische Bücherei, eine Universitätsbibliothek und andere öffentliche Institutionen. Da nun dieser Kapitalaufwand erwirtschaftet werden muss, ohne dass diese Institutionen selbst etwas dazu beitragen können, entstehen komplizierte Organisationszwänge, die die Eröffnung solcher Bibliotheken streng limitieren. In jedem Dorf geht es nicht. Und in jeder Stadt nur eine. Wenn man außerdem den Kostendruck auf die öffentlichen Haushalte mitberücksichtigt, kommt man sehr schnell zu der Einsicht, dass öffentlich zugängliche Bibliotheken in der Auswahl ihres Bestandes durch Rechtfertigungszwänge darauf festgelegt sind, in erster Linie den Erfolg der Organisation zu gewährleisten, weshalb sich, aufgrund der selben Organisationszwänge, diese Bibliotheken wie alle anderen Organisationen auch, gegen ihren Untergang wehren solange es nur geht, was auch daran liegt, dass Alternativen so einfach nicht gefunden werden können. Denn dass öffentliche Bibliotheken gebraucht werden, bestreitet niemand. Aber wie sollte es sonst gehen, wenn nicht durch Organisation?

Fortsetzung

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