Differentia

Tag: Aufmerksamkeit

#Aufmerksamkeit – diesen Text bitte nicht lesen! #huffpo

Es hält sich ein hartnäckiges und mit keinem Argument aus der Welt zu schaffendes Gerücht  – es handelt sich bei diesem Gerücht um das Ergebnis einer lästigen Denkfaulheit – demzufolge irgendwelche Schreiberlinge, seien dies anonyme Meinungszwerge, die gern meinungsmäßig etwas kräftiger zulangen als notwendig, oder seien dies fleißige, aber brotlose Journalisten, die auch mal gern etwas kund tun möchten, eigentlich nichts anderes wollten als Aufmerksamkeit herzustellen für ihre Person oder für das, was sie als zurechenbar auf ihre Person kund zu tun wünschen. Es ginge ihnen ja nur um Aufmerksamkeit, heißt es, aber die, die solchermaßen Geringschätzung äußern, begehren nicht wirklich mit Aufmerksamkeit bedacht zu werden, sondern sind gern damit einverstanden, dass niemand liest, was sie daran zu kritisieren haben.

Das glaubt zwar keiner, spielt aber keine Rolle. Es geht nur darum dem, was sich nunmehr aufdringlich zeigt, unaufdringlich aus dem Wege zu gehen: die Kommunikation von Information besagt nichts weiter als nur die Beobachtung, dass Kommunkation weiter geht und dass sie sich nicht darum kümmern muss, worum es geht. Kommunikation ist nicht Verlautbarung, Propaganda, Verbreitung, Kundschaft, Mitteilung, sondern vielmehr werden auf diesen Wegen nur soziale Ordnungen erprobt, durchgesetzt und stabil gehalten. Kommunikation sorgt auf dem Wege der Mitteilung für Einteilung.

Wer einwenden möchte, dass dies eine inhaltsleere Bemerkung sei, soll mal mehr schreiben als nur eine Meinung, die man genauso gut auch nicht beachten kann. (Beachte darum die Überschrift dieses Artikels.)

https://twitter.com/kusanowsky/status/390842545145536512

Neue Regeln für die Prostitution?

Der Nackt- oder Körperscanner ist schon seit längerer Zeit im Gespräch. Und folgerichtig passiert, was passieren musste: nicht nur vertrauliche Informationen des diplomatischen Geschäfts werden „geleakt“, sondern auch – wer wollte das für abwegig haltentausende von Nacktscanneraufnahmen. Geheimnis, Vertraulichkeit, Privatheit, Intimität – die Digitalsierung lässt keine Grenzen zu, alles kommt auf die Tagesordnung. Alles muss noch einmal durchgearbeitet werden. In diesem Zusammenhang wird dann auch ein anderes Phänomen interessant, das schließlich auch die Grenzen der Prostitution zur Diskussion stellt: Schon vor ein paar Jahren machten Nachrichten die Runde, dass sich Studentinnen und Hausfrauen für Nacktfotos zur Verfügung stellten, um durch den Verkaufserlös dieser Bilder irgendwelche Finanzierungszwecke zu unterstützen. Neuerdings nun auch Stewardessen, die mit freizügigen Bikini-Aufnahmen ihrer Fluggesellschaft unter die Arme greifen wollen. Man merkt, wie sich hier neue Regeln einspielen und man ahnt, dass dort, wo Erfolge möglich werden, diese, sobald sie nachgeahmt werden, durch Steigerung und Überbietung im sozial-darwinischen „Kampf um Aufmerksamkeit“ ihre Grenzen belasten und durch Belastung die Haltbarkeit dieser Grenzen überprüfen.

Siehe dazu auch:
Terrorangst und die Erotik der Gefahr
Nacktscanner – Die Intimität der Inneren Sicherheit
Die Burka und das Verbot der Frauenversteher