Differentia

Kategorie: Uncategorized

Troubadix – knebeln, fesseln, wegsperren #twittersperre

„Die ziemlich kafkaeske Geschichte der Löschung meines Twitteraccounts. Seit nun beinahe vier Wochen ist mein seit zehn Jahren täglich aktiver Twitteraccount @noemata mit fast 4000 Followern gesperrt. Die Sperrung kam plötzlich, ohne Vorwarnung, ohne Angabe von Gründen und ohne dass ich die Möglichkeit habe, ihr vernünftig zu widersprechen, aber dafür mit wechselnden Verweisen auf nicht näher erläuterte, abstrakte Regelverstöße, wenn ich mich durch den zugehörigen Formular-Dschungel hangle und um Klärung bitte.“ gefunden bei https://medium.com/@noemata

Diese Geschichte entspricht genau dem, was ich erlebt habe. Diese Algorithmen wissen nicht, wie man mit Troubadix umgeht. Wir bleiben vorerst von der Fiktion besessen, dass mit irgendwelchen Regeln allen Gerechtigkeit widerfahren wird, wenn man sich nur an die Regeln hält. Aber diese Regeln sind nicht widerspruchsfrei und sehr unscharf, weshalb Einhaltung nicht so leicht erkannt werden kann. Und Troubadix speziell verstößt eigentlich gegen gar keine Regeln, sondern überfordert nur die Wahrnehmung der anderen Gallier. Troubadix betreibt Überforderung. Aus diesem Grunde kann man ihn zurecht einen Künstler nennen und keinen Verbrecher. Deshalb wird er geknebelt, gefesselt und weggesperrt: nicht um ihn zu bestrafen. Es ist eine Notwehrmaßnahme, die vorgegenommen werden muss, weil die Dorfgemeinschaft keine Voraussetzungen nutzen kann, um sich mit dieser Kunst zu beschäftigen. Sie hat keine sozialen Ressourcen für Reflexion. Dafür können die Gallier nichts.

So oder ähnlich würde ich meine Twitter-Sperre bewerten. Ich wurde nicht bestraft oder moralisch geächtet, sondern es handelt sich um einen Unfall, eine Kollison, die entsteht, weil ich so eine Überforderung betrieben habe. Für @noemata gilt wohl das gleiche.

 

Werbeanzeigen

Meine Account-Sperre bei Twitter

An die geheime Weltregierung und an ihre Agenten im In- und Ausland! Liebe Publizisten:

Mein Twitter-Account wurde am Donnerstag, den 13. Juni 2019 gesperrt. Gründe wurden mir nicht genannt. Möglicherweise habe ich irgendein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen oder hatte, was eher zu vermuten ist, versehentlich oder auch mit Absicht „Jehova, Jehova, Jehova“ geschrieben. Wie auch immer. Beides sind schwere Vergehen. Das sehe ich ein. Deshalb bitte ich um Begnadigung.

Sollte mein Begnadigungsgesuch ohne  vorurteilsfreie Prüfung der reinen Fakten ablehnt werden, bitte ich das Hohe Gericht, folgenden Umstand in Erwägung zu ziehen: Innerhalb eines geschlossenen Kreises von Vermutungen, Verdächtigungen, Indizien, Beweisen und Aussagen von lebenden und toten Zeugen ist auch der Umstand von Bedeutung, dass ich selbst ein Agent der geheimen Weltregierung bin. Das  bedeutet: Gewiss kann alles, was ich äußere, gegen mich verwendet werden. Das aber heißt, dass auch das Gegenteil möglich ist. Die Konsequenz wird sein, dass ich meinen Humor verliere und mich mit einem anderen Account wieder anmelden werde, aber diesmal so, dass es kracht.

Ich bitte ernsthaft darüber nachzudenken, welche Folgen das für den Fortgang der Weltgeschichte und den Geheimnissen ihres Erfolgs haben wird.

Hoffnungsfroh, euer Klaus Kusanowsky.

%d Bloggern gefällt das: