Corona Krisenstress und ökologischer Burnout

von Kusanowsky

Der Corona Krisenstress ist nicht beliebig lange durchhaltbar. Das Virus wird bleiben, man kann es nicht bekämpfen. Die Infektionen werden weiter gehen, kranke und alte Menschen werden weiterhin gefährdet sein, manche werden sterben, manchen nicht; junge und gesunde Menschen werden weiter leben können. Es wird weitere Coronaviren geben und weitere ganz andere Viren, die unter Umständen gefährlicher sind als dieses, wird es auch geben. Es wird irgendwann einen Impfstoff geben, aber bis es soweit ist, wird Corona längst ein Update in Umlauf gebracht haben. Auch ist Zauberei von einer Impfung nicht zu erwarten. Außerdem gibt es noch die ungeklärte Frage, ob durch die Impfung selbst Schäden entstehen können.
Wie auch immer, in jedem Fall gilt: Die Coronakrise wird sich irgendwann erschöpfen, sei es, weil die massenmediale Aufmerksamkeit für dieses Thema nicht mehr erreichbar ist; sei es, weil die Widersprüche dieser Bekämpfungsmaßnahmen selbst thematisiert und skandalisiert werden oder sei es – und das wird der wahrscheinliche Fall sein – dass dieser Krisenstress sich dann erschöpft haben wird, weil ein anderer Krisenstress aufkommt. Bisher war es jedenfalls immer so: nie wurde ein Krisenszenario abgeschafft, sondern immer nur durch ein weiteres abgelöst. Die Kette der Krisen ist lang und jede kommt irgendwann an die Reihe: Staatsschulden-, Wirschafts,- Banken, -Börsen,- Währungskrise, Flüchtlingskrise, Klimakrise pipapo. Eine Krise nach der anderen. Und solange das so geht, geht alles weiter wie bisher.

Und wie immer wird man nichts daraus lernen können. Was sollte man denn auch lernen? Die Welt ist so, wie Gott sie geschaffen hat: schlecht, kaputt und scheiße. Anders geht es nicht. Der Krisenstress wird weiter gehen: eine ramponierte Welt, kaputtgeschossen durch zahlreiche Versuche, sie vor dem Untergang zu retten. Die Gesellschaft geht den Weg allen Fleisches. Jedoch: das Ende ist fern.

Was an dieser Coronakrise anders? Vordergründig verläuft diese Krise wie jede andere auch, was eben auch heißt, dass nichts bekämpft, nichts beendet und kein Problem gelöst sein wird. Interessant ist nur, dass diese Krise mehr als alle anderen zeigt, wie diese Krisenszenarien zusammenhängen und von einander abhängig sind. Ein Krisenstress wird nur dadurch ruhig gestellt, dass ein anderer aktiviert wird. So war es bisher. Und wenn es so weiter ginge, wäre außer Spesen nichts gewesen.

Wer würde darauf eine Wette abschließen? Bisher hatte ich immer angenommen, dass der ökologische Burnout zwar kommen, aber noch länger auf sich warten lassen wird. Und ich hatte angenommen, dass der ökologische Burnout leise angeschlichen kommt. Zwar wird dieser Corona-Knall nicht den vollständigen Burnout herstellen, aber er macht ein Echo hörbar, das nicht zurück, sondern voraus schallt. Corona zeichnet eine grobe Kontur des Burnouts in die Gesellschaft ein. Der Burnout hat sich eingerichtet, wenn kein Krisenstress mehr durch einen anderen ersetzt werden kann, weil kein Krisenstress mehr deaktiviert wird.

Der Anfang ist nah.