Politische Demenz 3
von Kusanowsky
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In Thüringen ist nun passiert, dass der Wähler – diese paranoische Fiktion, die ihren Realitäsgehalt nur aus der wiederholbaren Rede darüber gewinnt und die sonst nirgends eine Realität hat – in diesen Kreistanz eine Delle gestoßen hat, weshalb der Eindruck entsteht, das Wahlergebnis sei irgendwie „falsch“. Es ist nicht so ausgefallen, wie die Parteien es gerne hätten und sie können es leider nicht ändern. Tja, so ein Pech. Neuwahlen sind zwar möglich, aber was wäre, wenn der Wähler immer noch nicht gehorchen würde?
Diese AfD ist nun in die Situation gekommen, dass sie eine Regierung bekämpft, indem sie sie wählt. Dieser Umstand beschreibt genau den Punkt, dass es sich bei den Zusammenhängen nicht um Defizite einer politischen Machtorganisation handelt, sondern um ihren selbst erzeugten Überdruss. Sie hat kein geeignetes Problem mehr, mit dem sie sich auf eine Weise beschäftigen könnte, die dazu führt, ihre Stabilität herzustellen, zu erhalten und zu fördern. Sie hat ihren Widerstand verloren und überlässt sich ungeniert ihrer Demenz, wie dieses Wahlplakat deutlich zeigt:
Die Ordnung ist fast perfekt, kennt nur sich selbst als Alternative und muss folglich irgendetwas finden, wogegen sie sich richten kann. Also richtet sie sich gegen sich selbst, bekannt auch als die These vom gelangweilten Immunsystem. Sie sucht sich irgendwelche Feinde der Demokratie heraus und lässt sich von ihnen vorführen. Sie beschäftigt sich mit den Bildern aus ihren Geschichtsbüchern und spielt alte Szenen noch einmal nach, aber diesmal live, in Farbe und die Guten werden gewinnen.
Da sie nicht mehr weiß, was sie sonst machen soll, bekämpft sie Hitler. Das hilft gegen Langeweile und die Presse macht zuverlässig mit.
Die politische Machtorganisation hat einen vollständigen Verdächtigungszirkel eingerichtet, wie man ihn früher nur von Religionen mit Herrschaftsanspruch kannte. Verdächtigungszirkel heißt, dass jeder Beitrag zur Analyse, Bewertung und jeder Vorschlag zur Auflösung der Entscheidungssituation vom Verdächtigungsgeschehen korrumpiert wird: Entweder gut oder böse, Freund oder Feind, schwarz oder weiß und alles, was nicht eindeutig auf die richtige oder falsche Seite einsortiert werden kann, wird im Zweifelsfall auf die andere, die falsche Seite einsortiert. Oder wird bestenfalls – was die immer noch die beste Alternative wäre – gar nicht erst zur Kenntnis genommen.
Damit wäre der Punkt genannt, den politisches Handeln inZukunft bearbeiten müsste, nämlich: dem Radar dieses Verdächtigungszirkels zu entkommen, was in der Tat nicht sehr einfach ist.

> weshalb der Eindruck entsteht, das Wahlergebnis sei irgendwie „falsch“. Es ist nicht so ausgefallen, wie die Parteien es gerne hätten und sie können es leider nicht ändern. Tja, so ein Pech. Neuwahlen sind zwar möglich, aber was wäre, wenn der Wähler immer noch nicht gehorchen würde? <
Tja was dann, Frau christdemokratische Kanzlerin, Wahl wieder "korrigieren" durch "zurückdrehen"?
Will diese CDU-Kanzlerin noch einmal den Putin offen geben und die Demokratie mal eben selber lenken, sogar dort, wo sie nicht einmal zuständig ist, wie soeben erst geschehen?
Das deutet daraufhin, dass solch eine Merkel-Regierung doch sehr leicht bekämpfbar wird, indem sie schlicht gewählt (und so als "lenkende Demokratie" statt der viel beschworenen westlichen repräsentativen entlarvt) wird – von wem auch immer?
Ja, oder auch "These vom gelangweilten Immunsystem" (s.o.), dass sich nur noch, als letzte Selbst-Alternative, autoimmun verhalten kann.
Und auch ja, Kusanowsky, zu dem beschriebenen "Verdächtigungszirkel", der wie stets – wo entstanden (z.B.DDR) – zuletzt sich selbst verdächtigen muss (!), da andere nicht mehr im Spiel sind, nicht mehr dafür zur Verfügung stehen – oder nicht mehr mitspielen mögen …
Ja, so "sucht sie sich irgendwelche Feinde der Demokratie heraus und – lässt sich von ihnen vorführen."
Und ja: "Entweder gut oder böse, Freund oder Feind, schwarz oder weiß und alles, was nicht eindeutig auf die richtige oder falsche Seite einsortiert werden kann, wird im Zweifelsfall auf die andere, die falsche Seite einsortiert.", z.B. Merkel: "Geht nicht zu diesen Menschen, sie haben kalte Herzen …"
So spaltet man gekonnt und wirft es anderen als Spaltung an den Kopf, bis der Spalt sich verfestigt und nicht mehr behebbar ist, sich verselbständigt und plötzlich die Ausschliesseritis selber (mit)spielt, indem man sie wählt …
Folge: Such mal auch nur eine Stunde Programm oder eine Zeitungsseite oder einen Account in der Sozialitis, wo nicht AfD geschrieen wird – ohne dass die das selber sind.
Und ja, es sieht wohl so aus, als ob "Damit wäre der Punkt genannt, den politisches Handeln inZukunft bearbeiten müsste, nämlich: dem Radar dieses Verdächtigungszirkels zu entkommen, was in der Tat nicht sehr einfach ist."
Und, Kusanowsky, nun schliesslich auch von mir: Politische Demenz!
Oder kennst du eine Alternative, die das "Mensch ärgere dich" in Thüringen, inzwischen auf dem Spielbrett des gersamten Bundesgebietes, annähernd anders beschreiben kann?
Was machen wohl Ausgeschlossene, z.B. von Demokratie? Die bauen sich gleich daneben ihr eigenes Kirmeszelt auf, das wissen wir doch seit 100 Jahren, so wird es wohl doch erstarrte politische Demenz sein, die in ihrer Not nach Putinschen Lenkungsrezepten greifft (die Wahl MUSS zurückgrdreht werden), nur um selbst zu überleben – ohne das Land zu regieren.
Verdächtigungszirkelquelle
Schaut mal hier:
https://web.de/magazine/politik/sed-steckt-cdu-34419032
Das ist nun wahrlich kein Mensch ärgere dich mehr, das ist die Polit-Demenz, die die CDU voran Frau Kanzlerin versteckt halten will, damit sie ihre Schranken („auch: Klare Kanten“) nicht gefährden oder rund schleifen
Das erklärt vieles.
Müsste man da nicht Grundsätzlich darüber nachdenken, was an dieser Demokratie verändert werden müsste, damit alle gewählten Parteien in der Verantwortung stehen ? z.B. Volksentscheide bei Sachfragen, Konkordanzdemokratie ?