Manipulation
von Kusanowsky
Unten ist ein Text von mir verlinkt, der sich mit dem Problem der Manipulation beschäftigt. Im Großen und Ganzen dürfte darin wenig Neues formuliert sein. Das einzige, was anders ist, ist das gewählte Beispiel, nämlich die Wegauskunft auf der Straße als Begegnung zwischen Unbekannten. Jeder kennt die Situation, auf der Straße nach dem Weg gefragt zu werden. Aber kaum einer hat schon mal einem Unbekannten mit Absicht eine Falschauskunft gegeben. Warum eigentlich?
KZU: Die Wegauskunft. Zur Möglichkeit von #Manipulation (6) in einem sozialen Mitwirkungs- und Verständigungszusammenhang (Link)
ich kenne leider viele leute, die fragenden touristen absichtlich den weg falsch erklärt haben. das habe ich noch nie verstanden. das ist doch total arschig.
Nach einer Studie, der ich gern Glauben schenke, sind 98% der Menschen „gut“. Was immer das im Einzelnen bedeuten mag.
Nur 2% sind irgendwie anders – krank, verblendet, kognitiv eingeschränkt oder irgendwie sonst „schlecht“.
In das „Wegebeispiel“ interpretiere ich maximal erreichbare Objektivität. Die Straßen sind wie sie sind, man sieht sich vermutlich nie wieder und daher bedeutet es keinen Vorteil, jemanden bewusst in die Irre zu führen.
Nicht einmal das „irren“ lässt sich diskret und schadenfroh beobachten. Man liefe ja sonst Gefahr, mit der Falschauskunft konfrontiert zu werden.
So erkläre ich es mir.
Das würde mich sehr interessieren. Wo zum Beispiel müsste ich hinfahren, um diese Leute zu treffen?
Also, da musst Du an der Ampel rechts abbiegen, in Richtung Kirche. Hinter der Kirche am Rathaus links, am großen Platz vorbei, dann …
🙂
Hallo Alexander, ist das ein Erklärungsversuch an mich oder ist das ein allgemeines Nachdenken Deinerseits über den obigen Text?
@wolkenbeobachterin:
Ein schönes Beispiel zur Differenzierung von Korrelation und Kausalität.
Danke dafür!
Etwa zum Zeitpunkt Deines Kommentarabsendens begann ich mit der Formulierung meines Kommentars.
[Kunde ruft an] Beratung zu Vertrauen als Voraussetzung gemeinsamen Handelns miteinander. [/Gespräch]
Reflexion des Besprochenen.
Überarbeitung des Kommentars in Bezug auf Formulierung, inhaltlich unverändert.
Danach:
twitter-Kommentierung worauf es wirklich ankommt.
[Klaus schaltet die Kommentare frei]
Klaus kommentiert 17:05
[Ich lese den Kommentar mit den Touristenverwirrern etwa 17:30]
[Ich kümmere mich weiter um meine Kinder]
Folgetag: 05:00
Ich frage mich ernsthaft, wer das mit den Touristen tut, mit welchem Zweck und ob der beabsichtigte Zweck eintritt oder den Handelnden die Vorstellung vom Resultat ihrer Handlung genügt.
Ich bleibe ohne Antwort zurück.
Was ist nun Korrelation und was ist für meine Ratlosigkeit kausal?
😉
Hallo Alexander, erstmal 🙂 und gerne! 🙂
Deine Frage: Was ist nun Korrelation und was ist für meine Ratlosigkeit kausal?
Ich versuche mich mal an einer Antwort:
Für Deine Ratlosigkeit kausal ist meine Antwort, vermute ich, nämlich, dass es diese Menschen gibt, die Touristen auf die „falsche Fährte“ führen. (Ohne meine Antwort gab es keine Ratlosigkeit, lediglich ein Abfragen von Gelerntem/Theorien, oder? So interpretiere ich zumindest Deine Antwort/en).
Deine „Erklärungsversuche“, die mit … Wahrscheinlichkeit zu erklären bzw. widerlegen versuchen, warum es eher selten bis gar nicht vorkommt (Du sprachst von 2 %), dass jemand dies täte, habe ich mit meiner Aussage „widerlegt“ oder zumindest eine Möglichkeit gesetzt, die Du nicht bzw. kaum berücksichtigt hattest (á la: 2 % behandelt/gefühlt wie 0%). .
Meine Antwort hat Deinen Geist vermutlich beschäftigt, weil es eben doch nicht „gefühlten 0%“ entsprach, sondern tatsächlich passiert und stattfindet, weshalb Du am frühen Morgen noch oder wieder darüber nachdachtest. (Vielleicht kam an dieser Stelle auch die Korrelation mit hinein). Der Geist versucht diese (Wissens-)Lücke zu schließen.
Eine Erklärung, die ich einmal bekam: Weil es Freude macht, andere in die falsche Richtung laufen zu sehen. Das ist der „Gewinn“ daran sozusagen für diese Person(en).
Ich hoffe, ich konnte helfen und habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. 🙂 (Bin keine Statistikerin, habe aber mal mit formaler Logik zu tun gehabt – lange her).
LG und schönen Abend mit den Kindern
Tatsächlich kenne ich sojemanden: ist ne Mischung aus Max&Moritz&Ulenspiegel, sicher boshaft, teils von wegen Tourismusüberflutung, aber wird als Streich gesehen, da Tourist sich ja alle naselang wieder ne Auskunft holen kann: wie in meinem Fall, wo ich mich, verlaufen, weiter verlief: immer gedacht, eigenes Versagen, war aber im Rückblick so ein Krawattentyp mit genau entgegengesetzter Wegweisung.
Ich hatte aber schon angefangen öfters zu fragen.
Mir selbst ist lügen zu anstrengend.
„Tatsächlich kenne ich sojemanden“ Aber wo trifft man solche Leute und wie sehen die genau aus?
Was soll das denn werden? Charakterbeurteilung anhand von äußerlich wahrnehmbaren Merkmalen. Hatten wir doch schon mal. Ist gründlich schiefgegangen.
Warum?
Weil es auf konkret motiviertes Verhalten ankommt und nicht auf den Deckmantel der Indikatoren.
Ups! … da ist der Jurist in mir durchgegangen …
@Andreas Peschka: Dank für den Hinweis. Zielt in Richtung meiner Annahme, es genügt dem Schelm die Vorstellung über seine Schelmigkeit, denn das tatsächliche Ergebnis bekommt er meist nicht zu sehen.
Krawattentyp: möglicherweise hat er sich schlicht geirrt. Soll ja vorkommen.
Im ganzen sehe ich meine Grundeinstellung bestätigt:
ganz egal, was Dir passiert. Es kommt darauf an, wie Du damit umgehst.
Im Fall der Verirrung: man kann jederzeit Rat einholen.
Fragen schafft Gewissheit. So oder anders …