Digitalisierung, Veränderung ohne Entwicklung?

von Kusanowsky

https://twitter.com/kusanowsky/status/1042039139905007616

Diskussionen zum Thema Digitalisierung der Art, wie sie von dieser Sendung des Schweizer Fernsehens dokumentiert werden, sind auf Aussichtslosigkeit eingerichtet. Die Aussichtslosigkeit ergibt sich daraus, dass von einer Entwicklung gesprochen wird, von welcher annehmbar ist, dass die entscheidenden Voraussetzungen für ihren Weitergang durch die Entwicklung nicht selbst geändert werden. Man geht gleichsam von einem Nullpunkt der Gegenwart aus, also von einem Stand der Information, der so ist wie er ist und von dem aus gesehen sich Veränderungen ergeben, die trotz ihrer weitreichenden Folgewirkungen nichts daran ändern werden, dass der Informationsstandpunkt Null so bleibt wie er ist, gleich so als könnte man sich auch noch in 100 Jahren über Demokratie auf eine Weise unterhalten, wie dies heute üblich ist; als könnte man sich über Wirtschaft, über Lebenschancen, über Risiken und Gefahren, über Lerneffekte, über Gewinne und Verluste auf eine Weise verständigen, die mit heutigen Gesprächsroutinen jederzeit vereinbar sein wird. Diese Diskussionen gehen davon aus, dass alle Veränderungen, wie immer man sie einschätzen will, erst einmal nichts daran ändern, dass alles so bleibt wie es ist.

Kein Wunder, dass nach beinahe jedem Gesprächsbeitrag immer nur eine ausweglose Situation entsteht. Die Gesprächsteilnehmer reden über Entwicklung, aber so, als ob keine stattfinden wird.