Die Wiederholungsroutine der soziologischen Befassung mit Entfremdung – ein Kommentar @menschologin
von Kusanowsky
Weil ich gerade Anlass gefunden hatte, mich mal wieder mit dem soziologischen Begriff der Entfremdung zu befassen, habe ich einen kurzen Kommentar dazu verfasst (2 Seiten). Es geht um eine für die soziologische Praxis sehr typische Wiederholungsroutine hinsichtlich des Begriffs der Entfremdung und entsprechenden Entfremdungstheorien.
Den Text findet man unter diesem Link.
Wiederholungs – ROUTINE ???
Was meinst du wohl, Kusanowski, was eine Routine ist???
Evtl. eine Wiederholung – oder was bitte sonst?
Vielleicht eine schematisierte (mechanisierte, pauschalisierte?) Wiederholung?
So habe ich also vorweg bereits ein Problem, deine Themenstellung zu verstehen, auch wenn ich sagen könnte: Ich habe verstanden …
Nur Tautologien dieser Grössenordnung bin ich nicht gewohnt von dir, es könnte sein, andere auch nicht …
Sag mal was dazu
Muss ich sofort. Oder darf ich auch später?
nö, bei mir muss mann nie sofort, und so man kann, auch immer später, aber möglichst nicht immer immer später
Ja, es gäbe da auch eine Routine der Wiederholungen, anders: eine Wiederholung der Routine, noch anders: eine Wiederholung der Wiederholungen, im ärgeren Falle mechanisiert und noch schlimmer automatisiert – war es wohl dieses Feld, was dich hier mal an der gegenwärtigen maingestreamte Soziologie beschäftigte?
Da wäre etliches vorstellbar, wenn permanent Soziologen meinen, das Geschäft der Biologie besser bedienen zu können (bei gleichzeitigem Missverständnis der Soziologie als Naturwissenschaft…) und meinen, bereits ausreichende „Wiederholungsroutine“ könne verhindern, dass nach wissenschaftlich belegbaren Faktern gerufen wird …
Entfremdung
setzt voraus, dass es eine Bekanntung gab.
Ent-fremden kann sich nur der die das, was zuvor sich bekannt wähnte.
Entfremden kan man sich nur von etwas, also einem Objekt, und das auch njur, sofern man Subjekt ist dabei.
„Es sei also ausgemacht und sollte unwidersprochen bleiben, dass Menschen in Gesellschaft ein entfremdetes Leben führen“
(ein bisschen Gott und sozio-Schöpfer spielen aufgrund dieser Sicht?)
Entweder ist jedes „Leben in Gesellschaft“ entfremdet oder keines, da eine Diversifizierung
(Welches und welches nicht entfremdet)
allein eine Frage der vielen unterschiedlichen Standpunkte und Vorprägungen ist, die letztlich deshalb keinen allgemeinen Aussagewert besitzt und daher unnütz ist.
Nun, “ worum sich zu kümmern das vornehmeste Anliegen einer Soziologie zu sein habe …“ ist wohl das aus der Grundschule mitgenommene Verständnis etlicher Sozio-Arbeiter, dass sich jede Wissenschaft um „etwas zu kümmern habe“ – und sich das auch noch selbst gestalten könne, was zu bekümmern sei.
Übertragen wir das mal auf Physik, Chemie, Biologie (ein systemisches Konglomerat der ersten beiden) – wie mag Welt dann wohl herumpoltern?
Wenn Soziologie eine Wissenschaft sein soll, hat sie Gesellschaft zu erkunden, zu erforschen und nicht zu gestalten – wie das bei allen Wissenschaften so üblich ist (Biologie gestaltet auch nicht die Lebenswelt …)
„Eine menschengemachte Wirklichkeit erleide einen chronischen Mangel an einer menschengerechten Lebensweise“-?
Alles was menschgemacht ist, ist „menschengerecht“ – oder es entsteht nicht. Was sollte Menschgemachtes sonst sein?
Heisst: „Da dies nun schlechterdings unbestreitbar ist, dürfte jeder Anspruch von Soziologen auf eine übergeordnete Urteilskompetenz mit einem freundlichen Lächeln leicht beiseite geschoben werden.“, ja.
„Was hindert eine Soziologie daran, sich über die Aussichtslosigkeit ihres Treibens zu informieren?“
„man könnte“ (muss) „vermuten, dass die Soziologie in diese“ (eigene weil selbstgestrickte) „Entfremdungsrealität
verstrickt ist“.
So betrachtet erklärt sich wohl doch diese auswuchernde rein soziologische Tautologie „Wiederholungsroutine“ als soziologisches Hamsterrad, als eigentliches fachliches zu Hause etlicher Soziologen – ich hoffe, dich hier verstanden zu haben.
Soziologie ist Kunde von Gesellschaft, jedoch Gestaltung von Gesellschaft ist die Mühe der Politik, besser: der Gesellschaft.
Was nichts anderes heisst, als dass so manch ein Gestaltungs-Soziologenschmänkerl nichts anderes ist als Entfremdung der Soziologie von ihrem Gegenstand, der Gesellschaft.
Nebenher:
Es gibt ausser Entfremdung auch BE-fremdung, das soll ein aktive Zurückweisung von Gütern und „Werten“ sein, die sich als bekanntfrömmelnd als Keule gegen Anderes, z.B. Entfremdung anbietet, gewissermassen als Entfremdung von der Entfremdung – nein, das ist nicht Marx, das ist soziologidsch „angewandte“ Tautologie
sorry:
Soziologie ist nicht DER Kunde sondern DIE Kunde von Gesellschaft, auch wenn manche das nicht so verstehen und Gesellschaft mit Waren(Kunden)wirtschaft verwechseln.