In eigener Sache: Feldforschung als Spionage @Raumregister

von Kusanowsky

Über den „Irrläufer im Chaos“ hat der Schriftsteller Honoré de Balzac folgendes Qualifikationsprofil skizziert:

Eine großartige Sache

Der Beruf des Spions ist eine großartige Sache, sofern der Spion auf eigene Rechnung arbeitet. Genießt er nicht wahrhaftig die Aufregungen eines Diebes, während er dabei doch den ehrsamen Bürgersmann spielt? Wer diesen Beruf ergreift, muß bereit und imstand sein, vor Wut zu kochen und vor Ungeduld zu fiebern, mit kalten Füßen im Dreck zu stehen, eingefroren oder angesengt zu werden und sich nicht von Illusionen an der Nase führen zu lassen. Aufgrund bloßer Vermutungen muß er auf ein unbekanntes Ziel hinsteuern können. Er muss die Enttäuschungen des Mißerfolgs zu ertragen wissen; er muss darauf eingerichtet sein, zu rennen, zu erstarren, ein Fenster stundenlang zu beobachten, sich tausend Verhaltensweisen zu erfinden … Die einzige Aufregung, die sich dem an die Seite stellen läßt, ist die des Glücksspielers.

Gefunden in: Spionagegeschichten. Herausgegeben von Graham Greene, Hugh Greene und Martin Beheim-Schwarzbach. Zürich 1979 (englische Originalausgabe 1957).

 

 

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