„Woher der Hass kommt“ – Über den Klapperstorch der Massenmedien
von Kusanowsky
Woher der Hass kommt, fragt sich der Zeitungsleser und guckt, den anhaltenden Meinungskampf bemerkend, nach oben in die Sterne, in den Himmel, in die Wolken, in die große weite Welt; und sucht nach Zeichen, nach Mustern, nach Antworten, nach Wahrheiten, nach Erlösung. Irgendwo in der Welt müsse doch schon etwas offenbart sein, das anderen, die genauso ratlos sind, mitgeteilt werden könnte; etwas, das man verbreiten, das man veröffentlichen und verkaufen könnte, etwas, das schon woanders mitgeteilt, verbreitet, veröffentlicht und verkauft wurde. Wo findet man etwas Veröffentlichtes, das man veröffentlichen könnte und das geeignet wäre dem Irrsinn des öffentlichen Meinungskampfes entgegen zu treten?
Und hoppla, da findet er das Gesuchte, nämlich hier! Hier steht geschrieben, worüber der Himmel schweigt und wogegen die Hölle sich auflehnt. Woher der Hass kommt? Ha! Es liegt am Wesen des Menschen und daran, ob es richtig oder falsch verstanden wird. Woher man das weiß? Die heilige Erkenntnis wurde bereits woanders veröffentlicht, nämlich da, wo das Wesen des Menschen richtig behandelt wird und wo aus diesem Grund gewusst werden kann, wie man durch Veröffentlichung der richtigen Meinung das falsche Geschehen beenden kann. Das Wesen des Menschen hat nämlich irgendetwas mit Ratten zu tun: wenn man Ratten falsch behandelt reagieren sie nämlich genauso wie Menschen, die genauso falsch behandelt werden. Wenn man Ratten aber richtig behandelt dann reagieren sie genauso wie Menschen, also richtig. Wer ein bißchen was darüber weiß wie man Ratten behandelt, weiß auch ganz viel über Menschen und über das Wesen des Menschen ganz allgemein.
Ja, so ist es wohl, seufzt der Zeitungsleser, lässt die Zeitung sinken, schaut noch einmal gen Himmel und sieht einen Klapperstorch vorüberfliegen. Er winkt ihm nach und schreibt einen Leserbrief: „Über das Wesen der Ratte und ihre Beziehung zur täglichen Zeitungslektüre.“
Danke für diese sanfte, aber hoffentlich trotzdem allgemeinverständliche Erinnerung daran, dass der homo sapiens vermutlich dass sich selbst am fürchterlichsten überschätzende und sich missverstehende Säugetier ist.
Der homo sapiens ist kein Tier.
Mein Ziel: Kommunikationsoptimierung zum Nutzen aller.
Jede Spur von Satire/Ironie/Humor ist völlig unfreiwillig, also unbeabsichtigt.
Auf „… ist kein Tier.“ könnte man antworten:
Nicht nur. Aber er ist mehr Tier, als Pflanze.
Derartiges Abdriften vom Thema, welches außerdem noch nach Spinnerei und Rechthaberei riecht, birgt das Risiko, dass der Empfänger die verbale Fortsetzung der Kommunikation verweigert. Auch dann, wenn man sich bemüht höhere Sozialkompetenz (Vermeidung von Gefühlsverletzungen), Fachkompetenz, Lern- und Arbeitswille zu signalisieren. Zum Beispiel so:
„Unsere Aussagen sind beide zu grob und undifferenziert. … Pflanzen, Tiere und Menschen haben eine gemeinsame, sie auf eine Stufe hebende Schnittmenge mit der Bezeichnung: Höhere[s] Lebewesen. Diese Wortgruppe existiert hier im Blog noch nicht und im Internet so zahlreich, dass … Ich beginne mit der Synchronisierung unsere Sprache, indem ich zuerst die 8 Treffer zu Lebewesen lese, die ich hier im Blog heute sah.“
Auch dieser Versuch zur Kommunikationsfortsetzung würde vermutlich mehr Ärger als Freude erzeugen, weil er weder den Blog-Schwerpunkt Kommunikation noch den Artikelschwerpunkt Hassursprung bedient.
Weitere Fortsetzungsoptionen:
sich denken „Da hat er weitgehend Recht.“ und schweigen;
den Gedanken „Da hast du weitgehend Recht.“ mitteilen und die nächste Reaktion abwarten;
fragen: „Wie würdest du an meiner Stelle jetzt antworten, wenn dir rausgerutscht wäre, was mir rausrutschte?“;
Wie wünschst du dir die Kommunikationsfortsetzung?
Die beiden letzten Optionen beinhalten wieder das hohe Risiko, dass bei Empfängern folgende Gedanken ausgelöst werden:
Der hat nicht alle Tassen im Schrank. Wacht er jeden Tag nach dem Schlafen mit 90-prozentiger Amnesie auf?
Zusammenfassung, weiterhin todernst:
Ich suche praktische Beispiele und Übungen für verbales Kommunikationstraining zur gelingenden Experten-Laien-Kommunikation in Situationen, in denen sich Laien für Experten halten. Das Gelingen ist jedoch nur dort erwünscht, wo emotional geringempfindlich Lernwillige aufeinandertreffen und dort, wo das nicht der Fall ist, ist schnellstmögliches Scheitern der Kommunikation erwünscht.
Wer weiß Rat?
Zusatzfrage:
Wie einigt man sich schnellstmöglichst auf Wortbedeutungen/-Definitionen? Auch und besonders dann, wenn zur Angleichung der Kenntnisstände sehr viel Stoff verarbeitet werden muss.
Antworten müssen nicht diesen Schwierigkeitsgrad haben und sind mir auch dann willkommen, wenn sie von Kindern verstanden werden.
Das Ärgerliche an Kommunikation per Blogs ist für Lernwillige immer wieder das Zerreißen und Verstecken von Stoff mit »Der Rest per mail«. Warum werden Foren und deren Weiterentwicklungen so wenig genutzt?
Wem die Tier-Mensch-Differenzierung,
die Populismusreduzierung,
die Hass-Trolling-Reduzierung und
die Zensurplattform Twitter wichtig sind,
der kann all dies mit den folgenden zwei Ansatz- und Eintiegspunkten aus der Praxis für die Praxis unterhalb der Elfenbeintheorieplattform wunderbar miteinander verbinden:
Und schon ein paar Stunden älter:
https://twitter.com/ineitzke/status/800029506509664256
@ineitzke
Populismus___reduzierung?
Populismus ist nichts anderes für die Köpfe, als Hammer, Schere, Luftpumpe oder Nadel für die Hand: Werkzeug.
Wie man Werkzeug missnutzen kann, ist hinreichend bekannt.
Wie jedoch Mensch je ohne Wekkzeug existieren kann (gleich ob für Hand oder Kopf), is nirgendwo bekannt.
Es kommt also nicht auf die „Reduzierung“ von Populismus (Werkzeug) sondern auf die Vermeidung des Werkzeugmissbrauches an.
Solch ein Populismus-Missbrauch ist z.B. die neue „deutsche Journaille-Welle“, nach der ausschliesslich aktivistischer Populismus als Journalismus zu akzeptieren ist, und so das „sich gemein machen“ (womit auch immer) zum Masstab zur wirkungsvollen aktivistischen Enttrohnung des Erbes vom Master-Journalisten Hajo Friedrichs gemacht wird.
Wieder so eine populistische Umgehungsstrasse, die eine Bankrotterklärung des politischen Journalismus in BRD verstecken soll, Seriosität vorteuschen und Investigation unbedingt als Konkurrenz verhindern soll.
Selbstverständlich ist Twitter&co davon ausgenommen, denn das ist kein Journalismus, bedarf daher nicht der Beachtung, die einige darin als Journalismus-Espresso gern sehen würden.
Da meinst du
„Das Ärgerliche an Kommunikation per Blogs ist für Lernwillige immer wieder das Zerreißen und Verstecken von Stoff mit »Der Rest per mail«.
Ich denke mal, das es mir gelang, in diese Pfütze nicht zu trampeln.
Und das völlig vergessen darüber:
Woher kommt er denn, der Hass, kommt er überhaupt? Oder wird er gebracht – oder ist er schlicht einfach da, wo er nichts zu suchen hat?
Hass gehört zum natürlichen Instrumentarium des Wesens Mensch als eine Art Eigentherapie, um erlittene oder vermeintliche Verletzungen zu durchstehen, er ist also bereits ständig in uns präsent – falls Verletzungen auftreten, oder es so gedeutet werden kann.
Die eigentliche Frage ist also nie, woher Hass kommt, sondern wann, woraufhin, durch wen oder was „geweckt“ wird.
Leider wird diese Frage selbst von sogenannten (meist selbst oder vom Mainstream so ernannten) Experten, die eine gewaltige Portion eigenen Hass anzubieten haben, nicht so gestellt. Sie machen stets etwas Anderes oder Andere populistisch leichtfertig für Hass verantwortlich und stossen nicht zur wahren Quelle vor, die in uns allen lebt und eigentlich nur nicht geweckt zu werden brauch …
Insofern liegt Hass in der Tat „am Wesen des Menschen“, doch weniger an dem, der da „hasst“, sondern an denen, die diesen unbedingt wecken mussten …