Vortrag: Emotionalität oder: Was ist das Problem des Problems?

von Kusanowsky

Beim Kolloquium der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis, das am 29.10.22016 in Potsdam unter dem Titel: „Mit Gefühl denken“ stattgefunden hat, habe ich einen Vortrag gehalten. Der Titel lautet: Emotionalität oder: Was ist das Problem des Problems? Das Redemanskukript findet man hier.

In meinem Beitrag ging es darum zu zeigen, wie man dazu kommen könnte, sich dem Theoriestück der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien von Niklas Luhmann zu nähern. Mein Versuch bestand darin zu erklären, dass die Struktur der Objektivierbarkeit, aus welcher sich die moderne Wissensform zusammensetzt, aufgrund ihrer Differenziertheit ein solches Medium der Kommunikation auswirft, das dafür sorgt, dass ein Gespräch über Emtionalität auch dann zustande kommt, wenn auf der Basis aller Objektivierungsmöglichkeiten mehr Unsicherheiten als Sicherheiten, mehr Fraglichkeiten als Gewissheiten, mehr Ungereimtheiten als Haltbarkeiten, mehr Unklarheiten als Klarheiten und mehr Widersprüchlichkeiten als Ganzheitlichkeiten zu finden sind.
Der Vortrag war gescheitert. Die Zuhörerschaft wurde zunehmend ungedulig und verlangte irgendwann von mir Auskunft  darüber, worüber ich redete. Als ich solche Auskünfte gab, steigert sich die Verwirrung; und das Rätelraten darüber, was das ganze eigentlich soll, ging unaufhörlich weiter. Zum Glück gibt es Zeit, die vorbei geht und welche als Ausrede für die Entscheidung genommen werden kann, das Gespräch zu beenden.
Das Scheitern des Vortrags war genauso vorhersehbar wie eine anschließende Diskussion vorhersehbar war, welche – was ich mit großem Vergnügen verfolgen konnte – mit aller Emsigkeit darum bemüht war, die Grenzen der Objektivierbarkeit der Gesprächssituation zu retten.