dämonische Phänomene der sozialen Welt

von Kusanowsky

Hier eine kleine Liste dämonischer Phänomene der sozialen Welt, die in der Geschichte der Soziologie zuerst mit Geringschätzung betrachtet und mit Ablehnung versehen wurden und welche dann, aufgrund ihres dämonischen Charakters schließlich doch zum Forschungsproblem der Soziologie geworden sind. Es ist eine Liste, die eine schlagwortige Wissenschaftsgeschichte der  Selbstanpassung der Soziologie an ihre Widerspenstigkeit darstellt:

Aberglauben
Biologismus
Demokratie und Sozialismus
Emotionalität, Irrationalität und Paranoia
Entfremdung
Feminismus
Fernsehen
Geschwindigkeit
Gewaltbereitschaft
Hass
Hektik und Nervosität
Internet
Kapitalismus
Kino
Kommerzialität und Verwertungsinteressen
Kriminalität
Manipulation
Massenmedien allgemein
moderne Lebensweise
philosophische Spekulation
Popkultur allgemein
Popmusik
Proletariat
Protest- und Subkulturen
Radio
Rassismus
Regellosigkeit und Unordnung
Szientismus
Technik
Trivialliteratur
Ungerechtigkeit und Ungleichheit
Unwissenschaftlichkeit
Verwirrung
Zeitung
Zufall

Die Liste zeigt, dass nicht etwa Soziologie die Gesellschaft erforscht und dann ihr Wissen über diesen Gegstand in einen Katalog des positiven Wissens einschreibt. Diese Liste zeigt, dass Soziologie hauptsächlich von der Gesellschaft erforscht wird und nur darum von ihr erforscht werden kann, weil die Soziologie sich gegen ihr Beobachtwerden sträubt und sich solange dagegen wehrt wie es nur geht. Und wenn es nicht mehr geht, erforscht sie schließlich doch, was von der Gesellschaft schon längst erforscht wurde. Erst wenn in der Gesellschaft alles Bekannte schon bekannt ist, lässt die Soziologie es zu, für sich daraus ein Erkenntisproblem zu machen, welches dann allerdings so groß nicht mehr ist, weil die Forschungsarbeit der Gesellschaft schon genügend Wissen angereichert hat, das Soziologen dann nutzen können um erkenntnismäßig zurecht zu kommen.
Die Gesellschaft hilft der Soziologie; sie der Gesellschaft dagegen nur zu einem sehr geringen Teil. Das heißt: Die Gesellschaft braucht Soziologie gar nicht.
Soziologie bleibt, solange sie den dämonischen Phänomenen mit Geringschätzung und Ablehnung begegnet, ein unwissenschaftlicher Parasit.