Das Geschlechtervorurteil und seine Beziehung zum Selbstverdacht @HagenGrell

von Kusanowsky

Wenn ein ganz normaler Mann etwas ganz Natürliches tut, dann kann es selbstverständlich sein, dass etwas sehr Gewöhnliches geschieht. Wenn aber etwas ziemlich Ungwöhnliches geschieht – und die Geschichte dieses Videos erzählt davon nicht – dann kann es vielleicht sein, dass sowohl etwas Normales als auch etwas Natürliches dazu beigetragen hat, dass entweder alles so passiert ist wie erzählt wird. Oder es war ganz anders.

Denn es kann ja sein, dass jeder auf andere Weise über Ereignisse informiert ist, von welchen man, nur weil man weiß, dass man selber darin verwickelt ist, nicht schon sagen kann, darüber besser und zutreffender informiert zu sein als alle anderen, für die das selbe gilt. Aber wenn genau dies ignoriert wird, weil man Selbstverständlichkeiten annimmt, wo der Erzählung nach keine zu finden sind, dann kann man – wie in diesem Video – die Beziehung des Vorurteils zum Selbstverdacht sehr gut beobachten.

Die Geschichte dieses Videos erzählt den typischen Fall, der sich ereignet, wenn Vorurteilslosigkeit empfohlen wird. Die Empfehlung scheitert, weil der, der so was empfiehlt, seinen Selbstverdacht nicht bemerkt und darum das Vorurteil nur bei anderen feststellen kann.

„Ich habe keine Vorurteile gegen …, aber …“. Wir kennen diese Rede und sie ist unhaltbar.

Darum kehre ich diese Rede in Zukunft um, indem ich zugebe, dass ich Vorurteile gegen Feministinnen habe, aber ich habe es nicht nötig, unbelehrbar zu sein. Jedoch wird keine Feministin mich belehren wollen. Das haben Feministinnen nämlich gar nicht nötig. Eben darin besteht mein Vorurteil.

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