Differentia

Monat: April, 2016

nächster Podcast: Cliquengespräch #nichtkzu

Was ist eine Clique? Als informelle Gruppen werden in der Soziologie und anderen Sozialwissenschaften soziale Gruppen bezeichnet, die sich mehr oder weniger spontan gebildet haben, und weder über formale Strukturen noch über festgelegte Ziele (siehe formelle Gruppe) verfügen. Die Abwesenheit von formellen Strukturen heißt aber nicht, dass in solchen Gruppen keine klare Rollenverteilung existiert beziehungsweise dass jeder einfach der Gruppe beitreten kann.

Als typische informelle Gruppen werden die Cliquen bzw. Freundeskreise von Heranwachsenden, mit noch ungeprägter Persönlichkeit, aber auch Skatrunden angesehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Informelle_Gruppe

 

Gibt es ein Medium für #kzu? 3

zurückFortsetzung: Man könnte zunächst meinen, dass #kzu das Anfangs- oder Ausgangssproblem aller Kommunikation darstellt. Denn woher sollten sich die Beobachter kennen, wenn nicht durch Kommunikation? Müßte das nicht heißen, dass Anonymität die Voraussetzung aller Kommunikation ist? Müsste nicht zuerst Anonymität vermieden werden, damit Vertrautheit zustande kommt? Am Anfang war die Welt und alles, was sie ausmacht, unbekannt? Die Antwort lautet, dass das keineswegs so ist, weil die Unterscheidung von bekannt und unbekannt keiner Kommunikation voraus geht; sie ist nicht immer schon gegeben, sondern kann selbst erst gemacht werden und irgendwelche Folgen erwartbar machen, wenn Kommunikation schon möglich geworden ist. Auch Anonymität wird erst durch die Unterscheidung eines Beobachters konstruiert und durch den Vollzug von Gesellschaft produziert.

Auch Anonymität ist ein soziales Ordungsergebnis, dessen Wirksamkeit für die Durchsetzbarkeit einer Ordnung genauso wenig eine notwendige Voraussetzung ist wie Vertrautheit. Das bedeutet auch, dass Kommunikation keineswegs Vertrautheit oder Unvertrautheit mit ihr voraussetzt. Kommunikation ereignet sich unangekündigt. Sie setzt sich dämonisch durch, nämlich allein durch den sozial produzierten Zusammenfall aller entscheidenden Bedingungen für ihre Fortsetzung: plötzlich, nicht notwendigerweise schreckhaft, aber immer unvorhersehbar.

Aber: wo setzt sie sich durch? Denn die Welt selbst kann der Ort nicht sein, weil es die Welt nicht gibt, wenn in ihr nichts Unterschiedenes unterschieden wird, wenn es also keine Formen gibt. Und wenn die Welt der Ort nicht ist, der eine Antwort auf die Frage nach dem “Wo?” wäre, was dann?

Die Antwort lautet: in einem Medium der Kommunikation für Kommunikation setzt sich Kommunikation durch und zwar nur wenn und weil sie unterscheidbare Formen zeitigt, die von denen des Mediums, aus denen es besteht, verschieden sind hinsichtlich dessen, was mit ihnen anschließend geschieht. Dass anschließend immer nur Kommunikation geschieht ist klar, aber was macht das aus? Von welcher Wirksamkeit sind die Folgen?

Diese Frage wird dringlich, wenn die Heteroclitizitat der entstanden Welt die Befassung mit den anonymen Voraussetzungen in die Voraussetzung von Anonymität überführt.

Fortsetzung folgt.

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