Vortrag (abgelehnt): Die Chaoskommunikation des Netzes

von Kusanowsky

Für den 31. Kongress des Chaos Computer Clubs Ende Dezember 2014 habe ich folgenden Vortrag vorgeschlagen. Der Vorschlag wurde abgelehnt:

Die Chaoskommunikation des Netzes. Warum die Chancen des Internets nicht genutzt werden können

Die Netzwerke, die durch social media entstehen, erzeugen eine unübersichtliche Chaoskommunikation, die es schwer macht, Ansprüche an ein „Gutinformiertsein“ zu rechtfertigen. Die Chaoskommunikation verschlechtert die allgemeine Informationssituation. In einem Vortrag möchte ich versuchen zu zeigen, dass dies ein Vorteil und kein Nachteil ist und warum dieser Vorteil nicht oder nur schwer genutzt werden kann.

Der erste Aspekt des Vortrags soll darin bestehen zu zeigen, dass das Internet keineswegs nur ein neutrales und indifferentes Kommunikationsmedium ist. Es ist kein Werkzeug, das im Sinne einer Zweckrationalität eingesetzt werden könnte.
Der zweite Aspekt bezieht sich darauf, dass das Internet als Medium zweifellos eine Erweiterung von Kommunikationsmöglichkeiten darstellt, wie sie durch Oralität (mündlicher Sprachgebrauch), Literalität (Schrift) und Publizität (Buchdruck) bereit gestellt werden. Eine Erweiterung bedeutet aber nicht Verbesserung oder Vereinfachung. Im Gegenteil. Die Erweiterung bewirkt, dass Kommunikaktion infolge ihrer vielfältigen Anschlussmöglichkeiten immer schwerer wird. Diese Erschwernisse sind nun wiederum kein Nachteil für die Entwicklung von Gesellschaft. Dies jedenfalls ergibt sich, wenn man darauf schaut, welche Errungenschaften zurückliegende Einführungen von neuen Kommunikationsmedien in der Gesellschaft zurück gelassen haben. Diese Entwicklung würde ich gern skizzieren und erklären, welche Probleme durch das Internet entstehen könnten, die für eine politische Auffassung der Regel- und Steuerbarkeit von Internetkommunikation interessant sind.

Submission note: Dieser Vortrag ist nicht als politischer Vortrag gedacht, der einen Beitrag für einen politisch-ideologischen Meinungskampf liefert. Stattdessen geht es mir darum, dass der Begriff des Politischen mit dem Internet und der Digitalisierung nicht mehr so verwendet werden kann, wie dies in bekannten Meinungskampfdiskussionen üblich ist.
Sollte diese Absicht bei der Auswahl auf Einwände und Vorbehalte treffen, dann scheint mir eine Ablehnung des Vortrags eine vernünftige Entscheidung zu sein.