soziale und parasoziale Beobachtung, eine Frage @frachtschaden

von Kusanowsky

Meine Frage ist, ob es für folgendes Beobachtungsproblem ein quantentheoretische Experimentalproblem gibt.

Auf einer enorm weiten, ganz ebenen Fläche stehen sich zwei Beobachter frontal gegenüber und schauen sich gegenseitig an. Dabei handelt es sich, auch wenn sie sonst nichts anderes tun als sich anzuschauen, um ein soziales Interaktionssystem, das durch Kommunikation unter Anwesenden reproduziert wird. Es reicht allein die Anwesenheit, bzw. die Wahrnehmung der Anwesenheit des anderen, bzw. die Wahrnehmung, dass ein anderer den anderen als Wahrnehmenden beobachtet. Es reicht für diese sehr informationsarme Interaktion die gegenseitige Unterstellung von psychischer Selbstreferenz; und es reicht, dass gegenseitig unterstellbar ist, dass dies unterstellt wird, also: basale, soziale Selbstreferenz.
Nun entfernen sich die beiden Beobachter rückwärtslaufend von einander. Das heißt, sie vergrößern den Abstand zwischen sich, ohne sich dabei aus dem Blick zu verlieren. Der Unterschied zur Stillstandsituation ist nur, dass die Rückwärtsschritte von diesem Kommunikationssystem als Handlung beobachtbar gemacht wird, so dass die Rückwärtschritte eine doppelte kontingente Koordination von Handlung sind. Ansonsten verbleibt auch dieses System informationsarm.

Je größer nun der Abstand wird, um so schlechter funktioniert für beide die Wahrnehmung, das sie als Wahrnehmende wahrgenommen werden. Irgendwann ist der Abstand so groß, dass beide gar nicht mehr wissen können, ob sie vom anderen noch wahrgenommen werden oder nicht. Es gibt nun keinen eindeutig bestimmbaren oder messbaren Punkt, von dem aus erkennbar würde, dass keine Kommunikation mehr funktioniert; und es gibt auch keinen Punkt, der das Gegenteil erkennbar machen könnte. Es gibt beim Übergang von sozialer Beobachtung zum Zerfall des Kommunikationssystems nur irgendeine, nicht näher bestimmbare Phase der parasozialen Beoachtung, also irgendeine Phase, die durch den Unterschied von „noch-nicht“ und „nicht-mehr“ bestimmt ist, also irgendeine unbestimmbare Beobachtungssituation, die besagt, dass die Kommunikation noch nicht unterbrochen ist oder nicht mehr funktioniert. Dasselbe kann man sich natürlich auch vorstellen, wenn die Beobachter aus großer Entfernung auf einander zu gehen.

Siehe dazu auch: dämonischer Schreck

 

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