Man tut es eben doch. Nur bringt es nichts, weil niemand genau weiß worum es geht #kzu 3
von Kusanowsky
Kommunikation zwischen Unbekannten, eine kleine Betrachtung
Niemand bleibt unschuldig zurück, wenn man sich in Kommunikation mit Unbekannten verwickelt, weil es keinen erkennbaren Grund dafür gibt, sich auf sowas einzulassen. Dass aber das Gegenteil glaubhaft sein kann, ist erklärungsbedürftig. Sich in solchen Fällen als unschuldiges Opfer zu fühlen, ist ein oft gebrauchtes und sehr bequemes Recht.
Es reicht nicht, Recht und Unrecht zuzurechnen; es reicht nicht, mangelnde Vernunft oder Moral anzugeben, wenn man sich für die eine oder andere Partei entscheiden möchte. Es reicht nicht, Frechheit, Indiskretion, Niedertracht oder was immer zu unterstellen und es dabei zu belassen. Auf solche Dinge könnte man sich beziehen, wenn erreichbare, besser gesagt: reliable und valide Adressen im Spiel sind, wenn Entscheidungs- oder Vermittlungsinstanzen anrufbar sind, die sich für Gründe interessieren, und wenn verbindliche Folgen in Aussicht gestellt werden könnten, wenn also Sanktionen Grenzen setzen könnten.
All das gibt es hier nicht und lässt sich nicht so einfach durchsetzen. Was es gibt ist ein Geschehen, dem man sicher Gründe unterstellen kann. Aber damit kommt man nicht weit. Und interessanterweise muss man das gar. Denn tatsächlich weiß kaum jemand worum es geht. Und Aufklärung kann ohne eine Entscheidungs- und Vermittlungsinstanz gar nicht geleistet werden, weil jeder der Beteiligten die Kommunikation nach eigenem Ermessen, nach eigener Moral, nach eigener Vernunft, nach eigener Willkür jederzeit fortsetzen kann, wodurch sich immer mehr Komplikationen als Auflösungen ergeben.
Genau das ist das, was diese „Trollkommunikation“ ausmacht und entsprechend für Misstrauen sorgt. Ich gebe zu, dass ich keinen Grund habe, mich über den Verlauf der Dinge zu erfreuen. Allein, es reicht zu erkennen, dass ich an dieser Verwicklung nicht unschuldig bin. Sollte die Gesellschaft irgendwann mal lernen, dieser Naivität der eigenen Unschuld selbst bei unvorhersehbaren Verwicklungen mit Skepsis zu betrachten, wird man gewiss auch Vertrauen in die Kommunikation zwischen Unbekannten fassen können.
Solange das nicht der Fall ist muss auf dem Umwege der Geringschätzung, auf dem Wege des Versuchs, sich dem zu Lernenden zu widersetzen, das zu Lernende in Erfahrung gebracht werden.

Der Begriff der “Unschuld” leuchtet mir in diesem Zusammenhang, aufgrund seiner moralischen Konnotation, nicht so ganz ein. Eher finde ich es nachvollziehbar von Verantwortung zu sprechen, weil dann unvorhersehbare Verwicklungen, oder nichtintendierte Nebenfolgen, auch in den Verantwortungsbereich einer Person gebracht werden können, ohne daraus einen moralischen Nachteil (Schuld) für negative Konsequenzen zu suggerieren.
@mkarbacher auch das führt nicht weiter. Verantwortlichkeit ist nur da und dann akzeptabel, wo und wenn man die Möglichkeit hat, sich ihr auch entziehen zu können. Etwas anderes als das ist für niemanden akzeptabel. Verantwortung ist eine stanardisierte Fiktion der modernen Gesellschaft, die auf dem Wege des beständigen Scheiterns ihre Differenzierung ermöglicht. Denn eine Fiktion wird nicht dadurch abgeschafft, indem sie als als solches erkannt wird. Solche Fiktionen scheitern daran nicht. Vielmehr werden sie reaktualisiert und unter vermehrten und vergrößerten Anstrengungen noch einmal behauptet. Es werden noch einmal die Einwände, Vorbehalte und noch einmal die Hoffnungen und Aussichten wiederholt, die sich duruch Verantworlichkeit ergeben.
Ergebnis ist nicht, dass Menschen verantwortlicher werden. Sie steigern ihre Mitteilungsfähigkeit, ihre Selbstrefelexivität – das bestimmt, aber dies geschieht auf dem Wege des Scheiterns an jeder Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit ist ein trivialer Selbstjustizfall. Man ernennt sich selbst zum Richter in eigener Sache und entscheidet zum eigenen Vorteil. Aller Kritik daran wird dann stattgeben. Und das wars.
Hier, bei Kommunikation zwischen Unbekannten, zeigt sich, dass diese Erwarungen an verantwortliches Handeln nicht mehr stabil bleiben können. Daher die Immunreaktionen, die genau das Gegenteil wieder und wieder in Kommunikation bringen, aber jetzt ohne Aussicht auf jeglichen Erfolg.
@kusanowsky mir ist aufgefallen, dass ich zunächst aus der Einsicht in die nicht vorhandene eigene Unschuld und der Skepsis gegenüber der eigenen Unschuld die Schlussfolgerung gezogen habe, dass damit eine Schuldzuordnung einhergehen müsse, was hier so nirgends steht und auch keine Notwendigkeit darstellt. Insofern ziehe ich meinen Einwand zurück.
Es geht auch nicht um Schuldzuweisung, sondern um Steigerung der Reflexivität. Und das gelingt besser, wenn man seine eigene Unschuld, die ja nicht unberechtigt ist, als Naivität einsieht und darauf verzichtet, sie zu verteidigen. Es geht um einen Verzicht, um ein selbst auferlegtes Handicap.
Natürlich bist du unschuldig, wenn du nichts getan hast. Aber was hast du denn nicht nicht getan? Oder: was hast du getan? Der Punkt ist, dass sich deine bewusstseinsmäßige Informationssituation durch Kommunikation ständig ändert, weshalb du gar nicht wissen kannst, was man dir als Handlung zurechnet, es sei denn, du lässt dich auf Kommunikation ein. Und wenn du dich grundlos mit Unbekannten einlässt, dann möchte ich mitgeteilt wissen: was willst du eigentlich? Ich jedenfalls interessiere mich nicht für dich. Ich kenne dich doch gar nicht. Gewiss, wir könnten das ändern. Aber: Warum denn?
Hallo Klaus,
du weißt nicht, was ich will und ich weiß nicht, was du willst. So kommen wir schon mal ein kleines Stück weiter.
Ich hatte dir doch meine Telefon-Nr. gegeben, dann hätte einiges er/geklärt werden können, warum dieses und jenes so passierte. Aber du willst nicht. Vielleicht bist du ja ein ängstlicher Mensch.
Lieber möchtest du herum diskutieren mit „deinen Leuten“, dabei bist du aber nicht so ängstlich, und willst dich weiter quälen und herum suhlen im Morast der Unkenntnis.
Seltsam, mit allen anderen Fremden kannst du darüber reden, nur mit mir nicht, warum? Es betrifft ja zuerst mal uns beide, danach kommen die anderen.
Und ich will nicht mit dir „anbändeln“ am Telefon, möchte nur klären.
Nun schön, wer nicht möchte, der hat schon. Wünsche dir noch eine gute Nacht.
Brauchst darauf nicht unbedingt zu antworten, das bin ich ja schon gewöhnt von dir. (Kleiner Gag zum Abschluss)
Ich habe mit Unbekannten und Fremden keine Vertraulichkeiten zu besprechen. Was nicht heißt, dass ich mit Unbekannten nichts zu diskutieren hätte, allein, es gibt mit Unbekannten und Fremden keine Vertraulichkeiten. Und wenn du meinst, es sei darum wichtig, dass wir uns kennen lernen, dann kommt deine Meinung zu spät. Jetzt geht es nicht mehr. Ich veröffentliche diese Dinge nicht, weil ich dich ärgern will, sondern um zu zeigen: du hast mich niemals kennnen lernen wollen, aber öffentlich lässt du mitteilen, was du von mir willst, als ob die Angelegenheit jeden etwas anginge. Und wenn das so ist, dann wird der Fall so besprochenn, dass alle andere es mitbekommen können. Was denn sonst?
Dadurch, dass du dich geweigert hast mich zunächst über deine Befindlichkeiten zu informieren hast du auch verhindert, dass ich eine Gelgenheit fand, dich ebenfalls kennen lernen zu können. Es ist eine Regel definiert: wenn Angelegenheiten zwischen Unbekannten so besprochen werden, dass alle anderen dies mitbekommen können, dann gibt es keine Vertraulichkeiten. Wer aber Vertraulichkeiten besprechen will, muss zuerst Bekanntschaft und Vertrautheit ermöglichen. Darum hast du dich nie gekümmert. Jetzt aber verlangst du vertrauliche Gespräche mit mir? So geht das nicht.
Nun finde ich das alles auch gar nicht so schlimm und würde es gern dabei belassen. Aber du machst immer weiter. Und das, obwohl alles klar ist: du kennst mich nicht und ich kenn dich nicht. Oder vielleicht doch? Du willst das ändern, aber du glaubst doch nicht, dass ich so dumm bin, und mich auf diese Falle einlasse. Ich weiß bis heute nicht, wessen Zweitaccount mich bei Twitter da verfolgt. Und ich soll dir glauben, wirklich einfach glauben, dass du mir nicht irgendwelche üblen Dinge unterspielst? Ich kann das aufgrund der zurück liegenden Ereignisse nicht mehr glauben.
Deshalb: weder rufe ich dich an, noch schreibe ich dir irgendwelche eMails, noch habe ich Grund, dich bei Twitter anzusprechen. Wir können auch den Schriftwechsel fortsetzen, aber nur auf diesem Wege.
https://twitter.com/kusanowsky/status/491994896350601216