Verachtungsrede gegen das E-Book @ChristophKappes

von Kusanowsky

Das Erstaunlichste daran ist, dass solche Ablehnungen gar nicht dazu führen, die Akzeptanz der Ablehnung zu befördern. Viel eher bewirkt eine solche „Verachtungsrede“, dass diese Ablehnung selber eher abgelehnt wird womit ein nützlicher Beitrag zur Förderung digital basierter Kommunikation geliefert wird. Zwar mag diese „Verachtungs- und Empörungsrede“ in den Kontext gewöhnlicher massenmedialer Kommunikation zur persuasiven Steigerung von Irritation über Stimmung und Meinungsmache eingebettet sein, sie mag „Werbung“, Akzeptanz, Parteinahme für einen kulturkonservativen Standpunkt bezwecken wollen, aber die operative Basis ist die Fortsetzung der Kommunikation über digitale Netzwerke, ist die Verbreitung einer html-Datei via lizenzloser Weitergabe und Weiterverbreitung durch Verlinkung. Dadurch geschieht nicht nur die Verwicklung in dieser Art der Kommunikation, sondern auch ihre differenzierte Reflexion, die übrigens für die Stabilität von Erwartungen dringend benötigt wird. Denn tatsächlich wird für einen Lernprozess auch das Nachdenken darüber gebraucht, was infolge dieses Lernprozessses in Vergessenheit gerät, was auf dem Monitor der Reflexion dann als Nostalgie, als Schwärmerei über die gute alte Zeit erscheint. Sobald solche Romantisierung beliebt werden zeigt sich, dass der Gedächtnisverlust eingetreten, dass der Lernprozess im Gange ist.

Man könnte auch sagen: diese Verachtungsrede ist eine Beachtungsrede, die von einem stattfindenden Lernprozess kündet, der auch durch einen Widerstand gegen diesen Prozess mit determiniert wird.

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