Kommunikationsprobleme @Anaminona @autopoiet #marxismus

von Kusanowsky

Ironie hilft manchmal weiter, aber auch nicht immer.

Entdeckt habe ich diesen Artikel eines anonymen, aber als marxistischen identifizierbaren Autors, der die Kommunikationslogik einer bestimmten linguistischen Kommunikationstheorie einigermaßen interessant aufspießt.

https://www.farberot.de/text/Sprache_als_Kommunikation-98.pdf

Man erkennt, dass der Marxist zwar das Kommunikationstheorieproblem der zitierten Linguisten sieht, aber seine Theorie selbst als Lösung des Problems vorschlägt, obgleich gerade auf dem Weg der Vermittlung seiner Lösung das Problem gar nicht aus der Welt geschafft wird. Der Marxist hat völlig Recht: es geht um ein theoretisches Problem, das in der wirklichen Welt eine Rolle spielt. Was er nicht versteht ist, dass die Paradoxien, die er erkennt, die er beschreibt, analysiert, auf die er sich einlässt gar kein Problem darstellen. Denn wenigsten die Kommunikation gelingt trotzdem. Was er auch einsieht, aber! Sie schert sich um Wahrheit nicht! Genau. Komunikation orientiert sich nicht an Wahrheit, nur darum kann sie unter geeigneten Bedinguen Wahrheitn herstelle oder auch bezweifeln. Wahrheit herzustellen ist in der wirklichen Welt aber keineswegs der Zweck der Kommunikation. Wahrheit ist emprisch gesehen allenfalls eine Ausnahmemöglichkeit.

Aus dieser Einsicht kann der Marxist allerings nur die Rechtfertigung entnehmen, für Wahrheit zu kämpfen. Alles andere ist für ihn zwar normal, aber falsches Bewusstein. Also das allermeiste, was kommuniziert wird. Und dass er auch dann noch für seine Wahrheit kämpft, wenn seiner Kampfmoral kein Widerstand mehr entgegengebracht wird, zeigt, wovon der Marxist profitiert. Er profiert vom Unwahrscheinlichwerden eines Konflikts. Er hat die Wahrheit auf seiner Seite und kann sie einigermaßen intelligent konturieren, allein, was solls? Ob er besten- oder schlechtenfalls Recht hat oder nicht ist sehr schwer zu ermitteln. Was will er denn noch, wenn die Voraussetzungen für seine Warheit theoretisch unwiderlegbar sind?

Denn sollten in der wirklichen Welt die Dinge so sein wie sie sind, nun dann, was denn noch? Oder aber sie sind anders.

Auch dann stellt sich ein Theorieproblem, das nicht Wahrheit voraussetzt, sondern Möglichkeit.

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