Das traurige Schicksal einer systemtheoretischen Scholastik #systemtheorie #soziologie

von Kusanowsky

Das traurige Schicksal einer systemtheoretischen Scholastik könnte man kurzgefasst so beschreiben: während Niklas Luhmann sich die Mühe gemacht hatte, die Gesellschaft zu erklären, machen sich seine Epigonen daran zu erklären, wie Niklas Luhmann die Gesellschaft erklärt hatte. Diese Wissenschaftsbürokratie lässt keinen Ausweg zu. Bürokratisch legitimiert kann nur werden, was schon bürokratisch legitimiert wurde. Das ist das traurige an diesem Schicksal. Die Wissenschaft kann zwar Neues, wenn auch unwahrscheinlich zustande bringen, aber wenn es passiert, dann geht alles ganz normal weiter als wäre nichts gewesen. Könnte man sich etwas vorstellen, das noch trauriger ist?
Was allerdings Grund zur Hoffnung liefert ist, dass diese Ausweglosigkeit soviel Überfluss produziert, dass, wenn diese kostenintensive Bürokratie dermaleinst nicht mehr finanzierbar sein wird, genügend Materialien freigesetzt sind, mit denen man auch dann weiter machen kann, wenn die bürokratischen Verhinderungsmaßnahmen verhindert werden können.

Ein schöner Beleg für die Traurigkeit und das Glück dieser Art von Wissenschaft ist dieses Blog eines anonymen Systemtheoretikers:

Die letzten beiden Beiträge enthielten unter anderem die Beobachtung, dass sowohl die neueren soziologischen Systemtheorien als auch andere soziologische Theorien gegenwärtig des Öfteren durch einen Beobachtungsstil gekennzeichnet ist, den Niklas Luhmann als Gorgonenbetrachtung bezeichnete  (vgl. 1991, S. 58). Gorgonenbetrachtung bezeichnet den Umgang mit Paradoxien. Luhmann versuchte verschiedene Möglichkeiten mit Paradoxien umzugehen anhand der mythologischen Figuren der Gorgonen zu unterscheiden … (Vollständig hier)

Nachdem das Geld der Steuerzahler für diese Wissenschaftsbürokratie verschwendet werden musste, macht sich dieser Anonymus daran, die Ergebnisse dieser Verschwendung den Verschwendungsleistungen des Internets zur Verfügung zu stellen. Das ist nicht nur mehr als nichts, das ist besser als alles andere, was sich Wissenschaftsbeamte, die auf ihre dämliche Reputation so stolz sind, sonst einfallen lassen.

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