Wahrnehmungsdifferenzierung und Vertrauen

von Kusanowsky

Was mich an diesen Zeichnungen fasziniert ist, dass sie eine enorme Wahrnehmundsdifferenzierung dokumentieren, wie sie nur in einer Kultur möglich ist, die schon gelernt hat, dem Menschenvermögen mit großem Vertrauen zu begegnen. Mir scheint, man kann an solchen Dokumenten ablesen, wie das Vertrauen in Menschenvermögen zur Disziplinierung führt. Denn die Verbesserung und Verfeinerung von Maltechniken ist ja eine generationenlanger Akkumulationsprozess von Fähigkeiten, die nicht einfach nur durch Zwang entwickelt werden können, sondern auch durch Freiheit, durch Engagement, durch Eigenantrieb, welcher auf geeignete soziale Bedingungen angewiesen ist. Die Bedingungen liegen vor allem in Macht begründet, Macht, die eben nicht bloß Zwang ausübt, sondern auch Freiheit zulassen muss, wobei Vertrauen und Freiheit direkt verkoppelt sind.

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