#Hubschrauberforschung 1 – Ein Beobachtungsprotokoll @benbarks @HeloHysterie

von Kusanowsky

Mediaismus, Erratik und die Schmuck-Mönche
Botschaften des Hive-Bewusstseins? von Ben Barks am 18. Januar 2013 (via Go0gle+)

„PDF-Sumo kniff Schmuck-Mönche“ – Was auf den ersten Blick wie die bizarre Überschrift einer Boulevard-Zeitung wirkt, ist das Ergebnis eines Experimentes in (technologischem) Mediaismus. Mediaismus bezeichnet die Fortentwicklung eines Begriffes aus dem Bereich des Spiritismus, dem sog. Mediumismus, bei dem ein „Medium (auch Channel genannt) [..] von sich behauptet, die Botschaften von übernatürlichen Wesen wie Engeln, Geistern oder Verstorbenen zu empfangen oder sonstwie „nicht-physikalisch“ Wahrnehmungen zu haben oder auf die Umwelt Einfluss nehmen zu können“ http://de.wikipedia.org/wiki/Medium_(Person)
Der Mediaismus greift die „nicht-physikalischen“ Wahrnehmungen im Kontext einer modernen Informationsinfrastruktur auf und leitet daraus Inhalte ab, die im Sinne der erratischen Methode interpretiert werden (vgl. http://www.erratik-institut.de/0_neueswissen/0_neues_wissen.html) und wiederum Einfluss auf die informatorische Umwelt haben können.

Das Internet bzw. speziell das Web 2.0 im Verbund mit mobilen Informationssende- und empfangsanlagen erweitert dabei die Möglichkeit des Feedbacks enorm, da jeder Teilnehmer dieses Prozesses sowohl als Medium als auch als Fragesteller involviert ist. Die Demokratisierung dieser Erkenntnisform deutet damit gleichzeitig eine Zeitenwende „übersinnlicher“ Erkenntnis an. Ähnlich wie der Traum vom Fliegen, der zuerst über das „Medium“ Leonardo da Vinci mit seiner „Luftschraube“ und später durch die Entwicklung moderner Hubschrauber Wirklichkeit, ja alltäglich, geworden ist, so stehen wir nun an der Stelle, den Traum vom Übersinnlichen technologisch in seine virtuelle Existenz rufen zu können.

Doch wie könnten konkrete Experimente im Sinne des Mediaismus aussehen? Um das zu klären, wurde ein Versuchsaufbau konzipiert, der sich weitestgehend an einer bewährten spiritistischen Praktik orientiert, diese aber um den Netzwerkgedanken erweitert. Einen Klassiker stellt in dieser Hinsicht das sog. Hexenbrett oder auch Ouija-Brett dar. „Das Ouija [..] betrachten Anhänger des Spiritismus als ein Hilfsmittel, um mit Geistwesen, ähnlich wie beim Gläserrücken, in Kontakt zu treten. Weitere Bezeichnungen sind Alphabettafel, Witchboard, Seelenschreiber und Talking Board. Das Wort Ouija wurde vermutlich aus dem französischen Wort „Oui“ (welches „ja“ bedeutet) und dem deutschen Wort „ja“ gebildet“ http://de.wikipedia.org/wiki/Ouija.

Ob es sich um einen Zufall handelt oder einen Wink des Weltgeistes, kann nicht abschließend geklärt werden, aber in modernen Smartphones findet sich eine Technologie, die in ihrem Formalismus stark an das ursprüngliche Hexenbrett erinnert, die Bildschirmtastatur. Letztere eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Zum einen muss die „Eingabe“ nicht in Gruppensitzungen erfolgen, zum anderen bietet sie Zugang zum globalen (Meta-) Informationsnetzwerk. Besonders hervorzuheben (und für die hier dargestellte mediaistische Technik unerlässlich) ist dabei die “Swype“-Funktion (http://de.wikipedia.org/wiki/Swype) bzw. “Autocomplete“. Mit Hilfe von bewussten und unbewussten Bewegungen (s. Carpenter-Effekt, Kohnstamm-Effekt) können hier Wörter gebildet werden oder in einem zweiten Schritt aus einer Liste ausgewählt werden. Mit einiger Übung sind damit sogar ganze Sätze möglich.Die Swype-Technologie (o.ä. wie z.B. SlideIT oder ShapeWriter) setzt die Bewegung über ein Worterkennungssystem unter Verwendung eines mentalen Lexikons (s.u.) und semantischer Datenbanken in Texte um. Diese können nun in drei Stufen verarbeitet werden:a) Interpretation auf Grundlage der erratischen Methode
b) Nutzung als Ausgangspunkt/Suchbegriff(e) für Netzwerkrecherchen
c) Feedback in Form von Postings in (sozialen) Netzwerken (Web 2.0)

Interessant ist dabei vor allem die Tatsache, dass hier auf mehreren Ebene Feedbackschleifen initiiert werden können. Swype „lernt“ vom Benutzer. Der Benutzer kann Informationen aus den Vorschlägen ziehen, er generiert Vorschläge, anschlussfähige Inhalte und beeinflusst Filteralgorithmen oder Menschen, die wiederum ihn beeinflussen und so weiter und so fort. Anders als bei anderen spiritistischen Techniken ist hier die Anpassung und Verarbeitung der gewonnenen Texte durchaus gewünscht, um gemäß des reflexiven Charakters der mediaistischen Technik die Qualität der Informationsgewinnung zu gewährleisten. Was, um das Beipiel aus dem ersten Abschnitt wieder aufzugreifen, als Erkenntnis aus dem tätlichen Übergriff des PDF-Sumos abgeleitet werden kann, ist unklar. Fest steht aber, dass die Information bereits jetzt das Handeln und Denken des Empfängers für die Zukunft beeinflusst hat. Wohin die Reise des Mediaismus‘ geht, kann man kaum abschätzen. Wahrscheinlich ist jedoch, dass er bis auf Weiteres das Schicksal der Schmuckmönche teilen wird.

Ein Nachwort des Autors:
Ich möchte allen, die an dieser Arbeit mitgewirkt haben, großen Dank aussprechen. Vieles ist noch unfertig und weit von der Perfektion entfernt. Oft wollte ich zwischendurch einfach nur noch hinwerfen und ein lustiges Katzenbild posten. Kein Text, einfach nur das Bild. Ohne die stetige Ermutigungen von Heinrich Dubel, +Klaus Kusanowsky und  Albert Darboven, wäre es mir wahrscheinlich nicht möglich gewesen, dieses Werk in seiner jetzigen Form überhaupt zu beenden. Ich kann nur jeden ermutigen, sich selbst mit dem hier entworfenen Mediaismus zu beschäftigen, eigene Experimente zu tätigen und zu konzipieren, um sie mit der Forschungsgemeinde hier zu teilen. Ich werde die Kommentarspalte dafür offen lassen.
Hochachtungsvoll Ihr Ben Barks
Weblinks:
– „Spiritismus und Mediumismus – Das Interesse an Jenseitskontakten“, Bernhard Grom (http://www.ekd.de/ezw/dateien/EZWINF108.pdf)
– „Hive mind“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Hive_mind)
– „Kohnstamm-Effekt“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Kohnstamm-Effekt)
– „Carpenter-Effekt“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Carpenter-Effekt)
– „Worterkennungssystem“   (http://de.wikipedia.org/wiki/Worterkennungssystem)
– „Mentales Lexikon“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Mentales_Lexikon)
– „Automcomplete Fail“ (http://www.autocompletefail.de/index.php/site/all)
– „Cheezeblog Failburger“ (http://failblog.cheezburger.com/tag/autocomplete-me)
– „Helicopter Moon“, Mother Tongue (http://vimeo.com/11404150)

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