Lieber Rainer,
der Schlußsatz hätte lauten müssen: Das Internet ist ideal geeignet, um den ganzen Mist vergessen zu können, den man da so hinterlässt.
Diese Pointe hatte ich leider verpasst. Aber es ändert nichts, wenn ich sie jetzt erst nachreiche.
Prämissen:
1.Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien. (Luhmann)
2. Das Internet ist kein Massenmedium (Luhmann)
Konklusion:
3. Also wissen wir durch das Internet nichts über unsere Gesellschaft und die Welt.
Vielleicht besteht darin der Innovationsprozess, der durch das Internet angestoßen wird. Das Internet macht, dass vieles nicht mehr verstanden werden kann. Und dies könnte dann die geeignete Ausgangsbedingungen dafür, das es weiter geht.
Eben. Wenn ich noch mal so ein Videodings mache, dann zum Thema „die apokalyptische Funktion des Internets„: “ … Meine Vermutung ist, dass das Internet sehr aufdringlich zeigt, dass die Lösung in der Aufdeckung, Enthüllung derjenigen sozialen Mechanismen der Verhinderung und Vermeidung von andersartiger Empirie liegt …“
@Kusanowsky
Wenn du wüsstest, wie viel Zeit du mich schon gekostet hast in den letzten Wochen. Aber ich komme da nicht mehr so richtig los, auch wenn ich immer noch um Verstehen ringe. Einiges fliesst so durchs Hintertürchen in den Alltag ein. Das Videodings ist hilfreich und bringt ein paar Schärfen zusätzlich in mein verschwommenes Bild. Möge deine Energie nicht versiegen.
Verschwommenes Bild? Nun habe ich gar keine Ahnung was dich fasziniert, aber das Schöne ist, dass das auch völlig irrelevant ist. Eines scheint mir aber trotzdem wichtig zu sein: Klarer wird das Bild nicht mehr. Das möchte ich so formulieren: es geht nicht, bzw.: ich kann nicht. Und du auch nicht. Das kann man wissen.
@azymuth
„Wenn du wüsstest, wie viel Zeit du mich schon gekostet hast in den letzten Wochen.“
Kennen Sie das? Maria Pruckner: Die Komplexitätsfalle. Wie sich Komplexität auf den Menschen auswirkt: vom Informationsmangel bis zum Zusammenbruch.
Jeder macht irgendwie die Beobachtung, dass wir es mit einer zunehmenden Entgrenzung der gesellschaftlichen Zeitstrukturen zu tun bekommen. Die typische Zeitordnung löst sich auf, eine Erosion der Alltagszeit findet statt. Das ist nicht aufzuhalten, meiner Meinung nach. Logisch, dass man darauf reagieren muss. Die alltägliche Zeit muss jeder aktiv und reflexiv selbst kontrollieren und gestalten und jeder muss sich selbst eine Zeitordnung entwickeln. Ich bin zwar nicht so technikgläubig, ich glaube aber daran, dass jeder seine eigene Zeitsouveränität durch ein aktives Zeithandeln entwickeln kann.
@Kusanowsky
führt im „Videodings“aus, daß die Luhmannsche „professorale“ Idee (Zettelkasten und seine Nutzung …) und das Internet „zeitgleich“ entstanden seien und baut darauf seine gesamten Bewertungen auf.
Dazu gebe ich den folgenden Hinweis:
Wird ein „Buch“ (auch treffend für „Idee“) geschrieben, so gehen dem in der Regel Jahre der Empirik / der Recherche und weitere des Sammelns und Sortierens drauf, dann wird geschrieben, dann lektoriert und gedruckt bzw. anderweitig verbreitet.
Zusammen repräsentiert der Inhalt des Buches / der Idee (professoral gesehen), sofern sauber und sorgfältig gearbeitet wurde, also den Zeitgeist von mindestens zehn Jahren zuvor, vor dem Wirksamwerden des Buches / der Idee in der Öffentlichkeit.
Bei dem Internet ist das völlig anders:
Bereits indem es verfügbar ist, repräsentiert es den Zeitgeist von Jahren, wenn nicht Jahrzehnten voraus.
Daraus ist zu rekapitulieren:
Die (Buch)Idee hat einen Zeitstrahl, der um ca. 1 Jahrzehnt des Vorlaufes zurück weist in seiner Orientierung, das Internet einen, der um Jahrzehnte vorausgreift.
Wird dies im direkten Vergleich, wie ihn hier Kusanowsky anstellt, nicht eingearbeitet / berücksichtigt, kommt es in der Wertung zu einer solchen (wie ich meine an dieser Stelle unzulässigen weil willkürlichen) „Entgrenzung der gesellschaftlichen Zeitstrukturen“ – wovon Roman Schmaller spricht.
Das bedeutet, zwischen der professoralen „Idee“ Luhmanns und „Dem Internet“ als existierendes Phänomen liegen in diesem Falle Jahrzehnte ohne Verbindung der Dinge zueinander, weder vorher noch nachher, dazwischen.
Es ist KEINE „Gleichzeitigkeit der Entstehungen“ feststellbar, sondern im Gegenteil die absolute zeitliche und damit entwicklungsprägende „Gelöstheit“ beider voneinander, kurz: Luhmann und Internet haben weder sachlich noch zeitlich noch soziologisch etwas miteinander zu tun.
Das ist wohl schwerlich anders betrachtbar.
Nun, lieber Kusanowsky, interessiert mich an deinem (wie ich dennoch finde, aufschlußreichen Videodings) zunächst erst einmal nur diese Frage:
Bleibt bei Berücksichtigung meines Hinweises deine gesamte Darstellung dennoch so, wie oben aufgenommen, oder ergeben sich auch für dich (wie für mich) dadurch andere Aspekte, die wichtig genug für eine Darstellung sind?
Und wenn das der Fall ist, welche sind das, und egal wie – warum siehst du das so?
Dabei gehe ich davon aus, daß du einige meiner Grundpositionen (hier nicht aufgeführt) kennst und es steht dir frei, diese bei einer Antwort mit im Kopf zu haben.
In jedem Falle solltest du jedoch GrundsatzFragen wieder im „Videodings“ beackern, das geht gut, mir wird dabei auch noch nach der dritten Anhörung stets etwas „übergeben“, was vorher „nicht bei mir war“ ….
„Die (Buch)Idee hat einen Zeitstrahl, der um ca. 1 Jahrzehnt des Vorlaufes zurück weist in seiner Orientierung, das Internet einen, der um Jahrzehnte vorausgreift.“
So ähnlich kann man das sehen: das Buch als Dokumentation transzendentaler Weltbewältigung. So unterliegt auch das Konzept der „Publikation“ einer Vermeidungsstruktur, die besagt: ein geniales Subjekt entwirft einen großen Plan und verwirklicht ihn, also legt ihn in einem Dokument nieder und setzt sich verantwortlich der Kritik der Öffentlichkeit aus.
Luhmann hat seine Bücher so nicht geschrieben. Luhmanns Bücher sind ein Endlostext. Dass sie aber noch als transzendentale Weltbewätigung, und damit als Vermeidungsversuche, interpretierbar sind, hängt nur damit zusammen, dass die Strukturen transzendentaler Subjektivität nicht verschwinden, wenn man sie theoretisch aufdeckt, statt sie zu rechtfertigen. Das ist das Problem der Luhmann-Schüler. Sie benutzen Luhmanns Schriften zu Rechtfertigungszwecken, weil sie den blinden Fleck nicht erklären können, durch den Luhmanns Schriften in Welt kamen. Sie sind nur ein soziales Produkt, nicht das Produkt eines Genies oder die Niederlegung eines genialen Plans. Aber so interpretieren die Luhmann-Schüler diese Schriften, auch dann, wenn sie um die soziale Produktion dieser Schriften wissen. Sie wissen nicht, wie sie die Vermeidungsstrukturen vermeiden können. Sie müssen ihr Nichtwissen rechtfertigen und empfinden ein Unbehagen daran, wie eine Wissenschaft ihr Recht auf Nichtwissen behaupten könnte. Auch ein Grund für die Internetabstinenz: Wat der Bur niet kennt dat friet er niet.
@Kusanowsky – 7. Dezember 2012 um 22:11
„Das ist das Problem der Luhmann-Schüler. Sie benutzen Luhmanns Schriften zu Rechtfertigungszwecken, weil sie den blinden Fleck nicht erklären können, durch den Luhmanns Schriften in Welt kamen.“
und
„Aber so interpretieren die Luhmann-Schüler diese Schriften, auch dann, wenn sie um die soziale Produktion dieser Schriften wissen. Sie wissen nicht, wie sie die Vermeidungsstrukturen vermeiden können. Sie müssen ihr Nichtwissen rechtfertigen und empfinden ein Unbehagen daran …“ –
Das ist verstehbar, jedenfalls für mich.
Mein Bauch hat genau dies so signalisiert, wie du es sagst, nun ist wohl auch mein Kopf mit von der Partie, meiner jedenfalls.
Und die von dir aufgeführten Luhmann-Schüler? Ja Luhmann selber …?
Da taucht wohl meine nächste Frage auf – wozu dann Luhmann, Luhmann-Scholarium, wenn so voller Unbehagen über die unmögliche Rechtfertigung, des Nichtwissens?
Wieso wollen LuhmanScholare eigentlich „Nichtwissen“ rechtfertigen?
Andere brauchen das nicht und erfahren dennoch immer mehr …
Ist dir das auch eine Über Legung wie z.B. diese von zuvor wert?
// Der Poet Martin Silenus berichtet hier von seinen Erfahrungen mit einer Fortentwicklung der Netzkommunikation auf intergalaktischer Ebene:
„The #DataSphere … „.
Für den Zugang zu der unbegrenzten Wissens- oder Informationsquelle opfert er zunächst sein Langzeitgedächtnis… Lernt dann aber wieder Texte auswendig, als ihm das (sprichwörtlich) zu blöd wird, ständig Wissen aus der DataSphere abzurufen.
Interessant sind auch seine Ausführungen zu seinem politischen Engagement im sogenannten „All-Thing“.
(Das war 1989! Durchaus visionäre Gedanken. Gelungene Extrapolation.)
Er versucht (als Schriftsteller) auch Bücher zu verkaufen… was sich als immer schwieriger herausstellt, weil keiner mehr Wirklich Zeit oder Muße hat zu lesen oder überhaupt Lesen zu lernen:
Im „Technocore“ wird sein Werk sowieso instantan kopiert und ge-shared:::
8:56:00 „… Interstellar Copyright doesn’t mean shit when You’re dealing with silicon…“
— http://www.youtube.com/watch?v=eWsbdrgytnE&t=8h56m00s
Lieber Rainer,
der Schlußsatz hätte lauten müssen: Das Internet ist ideal geeignet, um den ganzen Mist vergessen zu können, den man da so hinterlässt.
Diese Pointe hatte ich leider verpasst. Aber es ändert nichts, wenn ich sie jetzt erst nachreiche.
Zur Ergänzung findet man nachfolgend ein paar Beiträge dieses Blogs über diesen Beitrag dieses Blogs:
Niklas Luhmann – das letzte faustische Genie Deutschlands
Das faustische Genie und die Würde der Wissenschaft
“Der Zettelkasten ist viereckig”
Der Leviathan: das Internet als Katastrophe und soziale Dämonie
Prämissen:
1.Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien. (Luhmann)
2. Das Internet ist kein Massenmedium (Luhmann)
Konklusion:
3. Also wissen wir durch das Internet nichts über unsere Gesellschaft und die Welt.
Vielleicht besteht darin der Innovationsprozess, der durch das Internet angestoßen wird. Das Internet macht, dass vieles nicht mehr verstanden werden kann. Und dies könnte dann die geeignete Ausgangsbedingungen dafür, das es weiter geht.
@anonym:
„Wissen“ ist aber nicht „Verstehen“ und „vieles nicht“ noch lange nicht „nichts“.
Aber der Syllogismus ist hübsch.
Eben. Wenn ich noch mal so ein Videodings mache, dann zum Thema „die apokalyptische Funktion des Internets„: “ … Meine Vermutung ist, dass das Internet sehr aufdringlich zeigt, dass die Lösung in der Aufdeckung, Enthüllung derjenigen sozialen Mechanismen der Verhinderung und Vermeidung von andersartiger Empirie liegt …“
@Kusanowsky
Wenn du wüsstest, wie viel Zeit du mich schon gekostet hast in den letzten Wochen. Aber ich komme da nicht mehr so richtig los, auch wenn ich immer noch um Verstehen ringe. Einiges fliesst so durchs Hintertürchen in den Alltag ein. Das Videodings ist hilfreich und bringt ein paar Schärfen zusätzlich in mein verschwommenes Bild. Möge deine Energie nicht versiegen.
Verschwommenes Bild? Nun habe ich gar keine Ahnung was dich fasziniert, aber das Schöne ist, dass das auch völlig irrelevant ist. Eines scheint mir aber trotzdem wichtig zu sein: Klarer wird das Bild nicht mehr. Das möchte ich so formulieren: es geht nicht, bzw.: ich kann nicht. Und du auch nicht. Das kann man wissen.
Klarer wird das Bild nicht mehr. Das möchte ich so formulieren: es geht nicht, bzw.: ich kann nicht. Und du auch nicht. Das kann man wissen.
@azymuth
„Wenn du wüsstest, wie viel Zeit du mich schon gekostet hast in den letzten Wochen.“
Kennen Sie das? Maria Pruckner: Die Komplexitätsfalle. Wie sich Komplexität auf den Menschen auswirkt: vom Informationsmangel bis zum Zusammenbruch.
Jeder macht irgendwie die Beobachtung, dass wir es mit einer zunehmenden Entgrenzung der gesellschaftlichen Zeitstrukturen zu tun bekommen. Die typische Zeitordnung löst sich auf, eine Erosion der Alltagszeit findet statt. Das ist nicht aufzuhalten, meiner Meinung nach. Logisch, dass man darauf reagieren muss. Die alltägliche Zeit muss jeder aktiv und reflexiv selbst kontrollieren und gestalten und jeder muss sich selbst eine Zeitordnung entwickeln. Ich bin zwar nicht so technikgläubig, ich glaube aber daran, dass jeder seine eigene Zeitsouveränität durch ein aktives Zeithandeln entwickeln kann.
@Kusanowsky
führt im „Videodings“aus, daß die Luhmannsche „professorale“ Idee (Zettelkasten und seine Nutzung …) und das Internet „zeitgleich“ entstanden seien und baut darauf seine gesamten Bewertungen auf.
Dazu gebe ich den folgenden Hinweis:
Wird ein „Buch“ (auch treffend für „Idee“) geschrieben, so gehen dem in der Regel Jahre der Empirik / der Recherche und weitere des Sammelns und Sortierens drauf, dann wird geschrieben, dann lektoriert und gedruckt bzw. anderweitig verbreitet.
Zusammen repräsentiert der Inhalt des Buches / der Idee (professoral gesehen), sofern sauber und sorgfältig gearbeitet wurde, also den Zeitgeist von mindestens zehn Jahren zuvor, vor dem Wirksamwerden des Buches / der Idee in der Öffentlichkeit.
Bei dem Internet ist das völlig anders:
Bereits indem es verfügbar ist, repräsentiert es den Zeitgeist von Jahren, wenn nicht Jahrzehnten voraus.
Daraus ist zu rekapitulieren:
Die (Buch)Idee hat einen Zeitstrahl, der um ca. 1 Jahrzehnt des Vorlaufes zurück weist in seiner Orientierung, das Internet einen, der um Jahrzehnte vorausgreift.
Wird dies im direkten Vergleich, wie ihn hier Kusanowsky anstellt, nicht eingearbeitet / berücksichtigt, kommt es in der Wertung zu einer solchen (wie ich meine an dieser Stelle unzulässigen weil willkürlichen) „Entgrenzung der gesellschaftlichen Zeitstrukturen“ – wovon Roman Schmaller spricht.
Das bedeutet, zwischen der professoralen „Idee“ Luhmanns und „Dem Internet“ als existierendes Phänomen liegen in diesem Falle Jahrzehnte ohne Verbindung der Dinge zueinander, weder vorher noch nachher, dazwischen.
Es ist KEINE „Gleichzeitigkeit der Entstehungen“ feststellbar, sondern im Gegenteil die absolute zeitliche und damit entwicklungsprägende „Gelöstheit“ beider voneinander, kurz: Luhmann und Internet haben weder sachlich noch zeitlich noch soziologisch etwas miteinander zu tun.
Das ist wohl schwerlich anders betrachtbar.
Nun, lieber Kusanowsky, interessiert mich an deinem (wie ich dennoch finde, aufschlußreichen Videodings) zunächst erst einmal nur diese Frage:
Bleibt bei Berücksichtigung meines Hinweises deine gesamte Darstellung dennoch so, wie oben aufgenommen, oder ergeben sich auch für dich (wie für mich) dadurch andere Aspekte, die wichtig genug für eine Darstellung sind?
Und wenn das der Fall ist, welche sind das, und egal wie – warum siehst du das so?
Dabei gehe ich davon aus, daß du einige meiner Grundpositionen (hier nicht aufgeführt) kennst und es steht dir frei, diese bei einer Antwort mit im Kopf zu haben.
In jedem Falle solltest du jedoch GrundsatzFragen wieder im „Videodings“ beackern, das geht gut, mir wird dabei auch noch nach der dritten Anhörung stets etwas „übergeben“, was vorher „nicht bei mir war“ ….
„Die (Buch)Idee hat einen Zeitstrahl, der um ca. 1 Jahrzehnt des Vorlaufes zurück weist in seiner Orientierung, das Internet einen, der um Jahrzehnte vorausgreift.“
So ähnlich kann man das sehen: das Buch als Dokumentation transzendentaler Weltbewältigung. So unterliegt auch das Konzept der „Publikation“ einer Vermeidungsstruktur, die besagt: ein geniales Subjekt entwirft einen großen Plan und verwirklicht ihn, also legt ihn in einem Dokument nieder und setzt sich verantwortlich der Kritik der Öffentlichkeit aus.
Luhmann hat seine Bücher so nicht geschrieben. Luhmanns Bücher sind ein Endlostext. Dass sie aber noch als transzendentale Weltbewätigung, und damit als Vermeidungsversuche, interpretierbar sind, hängt nur damit zusammen, dass die Strukturen transzendentaler Subjektivität nicht verschwinden, wenn man sie theoretisch aufdeckt, statt sie zu rechtfertigen. Das ist das Problem der Luhmann-Schüler. Sie benutzen Luhmanns Schriften zu Rechtfertigungszwecken, weil sie den blinden Fleck nicht erklären können, durch den Luhmanns Schriften in Welt kamen. Sie sind nur ein soziales Produkt, nicht das Produkt eines Genies oder die Niederlegung eines genialen Plans. Aber so interpretieren die Luhmann-Schüler diese Schriften, auch dann, wenn sie um die soziale Produktion dieser Schriften wissen. Sie wissen nicht, wie sie die Vermeidungsstrukturen vermeiden können. Sie müssen ihr Nichtwissen rechtfertigen und empfinden ein Unbehagen daran, wie eine Wissenschaft ihr Recht auf Nichtwissen behaupten könnte. Auch ein Grund für die Internetabstinenz: Wat der Bur niet kennt dat friet er niet.
@Kusanowsky – 7. Dezember 2012 um 22:11
„Das ist das Problem der Luhmann-Schüler. Sie benutzen Luhmanns Schriften zu Rechtfertigungszwecken, weil sie den blinden Fleck nicht erklären können, durch den Luhmanns Schriften in Welt kamen.“
und
„Aber so interpretieren die Luhmann-Schüler diese Schriften, auch dann, wenn sie um die soziale Produktion dieser Schriften wissen. Sie wissen nicht, wie sie die Vermeidungsstrukturen vermeiden können. Sie müssen ihr Nichtwissen rechtfertigen und empfinden ein Unbehagen daran …“ –
Das ist verstehbar, jedenfalls für mich.
Mein Bauch hat genau dies so signalisiert, wie du es sagst, nun ist wohl auch mein Kopf mit von der Partie, meiner jedenfalls.
Und die von dir aufgeführten Luhmann-Schüler? Ja Luhmann selber …?
Da taucht wohl meine nächste Frage auf – wozu dann Luhmann, Luhmann-Scholarium, wenn so voller Unbehagen über die unmögliche Rechtfertigung, des Nichtwissens?
Wieso wollen LuhmanScholare eigentlich „Nichtwissen“ rechtfertigen?
Andere brauchen das nicht und erfahren dennoch immer mehr …
Ist dir das auch eine Über Legung wie z.B. diese von zuvor wert?
Ich lese gerade den Hyperion Cantos von Dan Simmons:::
Link zum Hörbuch („Hyperion“ auf englisch) bei 8:41:28 — http://www.youtube.com/watch?v=eWsbdrgytnE&t=8h41m28s
// Der Poet Martin Silenus berichtet hier von seinen Erfahrungen mit einer Fortentwicklung der Netzkommunikation auf intergalaktischer Ebene:
„The #DataSphere … „.
Für den Zugang zu der unbegrenzten Wissens- oder Informationsquelle opfert er zunächst sein Langzeitgedächtnis… Lernt dann aber wieder Texte auswendig, als ihm das (sprichwörtlich) zu blöd wird, ständig Wissen aus der DataSphere abzurufen.
Interessant sind auch seine Ausführungen zu seinem politischen Engagement im sogenannten „All-Thing“.
(Das war 1989! Durchaus visionäre Gedanken. Gelungene Extrapolation.)
Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/Hyperion_(Simmons_novel)
Er versucht (als Schriftsteller) auch Bücher zu verkaufen… was sich als immer schwieriger herausstellt, weil keiner mehr Wirklich Zeit oder Muße hat zu lesen oder überhaupt Lesen zu lernen:
Im „Technocore“ wird sein Werk sowieso instantan kopiert und ge-shared:::
8:56:00 „… Interstellar Copyright doesn’t mean shit when You’re dealing with silicon…“
— http://www.youtube.com/watch?v=eWsbdrgytnE&t=8h56m00s