Differentia

Internettrollerei im Alten Testament

Das Prophetenschicksal
Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören; du hast mich gepackt und überwältigt. Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich.  Ja, sooft ich rede, muss ich schreien, «Gewalt und Unterdrückung!», muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn. Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so war es mir, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Innern. Ich quälte mich es auszuhalten und konnte nicht; hörte ich doch das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.

http://www.bibleserver.com/text/EU/Jeremia20,7

Werbung

Pan-utopischer Ort Internet

Utopie: Nicht-Ort (altmodischer Begriff)

Das Zentrum der Welt ist überall und die Peripherie nirgends (Nikolaus von Kues)

Sagt mir irgendwas utopisches, das nicht so blöd ist, wie AutoAutopiloten oder Weltraumerzabbau. (Rolf Todesco, 27.09.2012, 13:58 Ortszeit: nirgendwo)

Der eigentliche Gegenbegriff zur Utopie als Nicht-Ort wäre: Pantopie, überall, jederort. Wollte man dem etwas Utopisches hinzufügen müsste man ein komplementäres Zeitverständnis einführen, das eine Jederzeit, Immerzeit, Allezeit, Gleichzeit bezeichnet, früher bekannt auch als Ewigkeit, Gott oder was immer; und ergänzen müsste man dies ebenfalls mit einer Niemalszeit, also das Nirwana, das Nichtnichts.

Die erste Hälfte des Problems wäre mit dem Internet gelöst. Nikolaus von Kues, ein Prototyp der faustischen Gelehrsamkeit, konnte schon formulieren, dass die Unterscheidung von Zentrum und Peripherie obsolet war, zu einem Zeitpunkt, der noch gar kein Verständnis für Utopien im modernen Sinne zustande bringen konnte. Das mag vielleicht daran gelegen haben, dass er ein Verständnis von Gottes Ewigkeit hatte. Will man also etwas Neues in dieser Sache in Erfahrung bringen, wäre vielleicht auch mal die Frage interessant, ob das Zurückliegende, das Alte schon bekannt ist.

%d Bloggern gefällt das: