Sportlichkeit und Trollitik
von Kusanowsky
Es handelt sich bei diesem Beitrag um ein ganz wunderbares Dokument des Scheiterns. Es berichtet davon, dass durch das Internet nunmehr etwas herausgefunden wird, das noch niemals unbekannt war, nämlich die Macht des Pöbels; ein uraltes Problem, mit dem schon römische Senatoren klar kommen mussten. Die alten Römer konnten mit ihrer Armee ganze Völkerschaften in Schach halten, aber gegen die Macht des Pöbels in den Straßen Roms gab es nur ein Mittel: den Untergang des römischen Reiches. Aber zum Glück kann man aus der Geschichte nichts lernen. Denn welche Überlegung könnte dieser Vergleich zur Folge haben?
Besonders bemerkenswert ist die letzte Sequenz dieses Beitrag, in der ein Hoffnungsschimmer aufkeimt, da alle Interviewten Sportlichkeit zu erkennen geben. Ein jeder der Gefragten legt ein, wenn auch recht keusches Geständnis über Trolling ab. Schließlich ist ja keiner wirklich unschuldig, wenn auch die Beteiligten das gern so hätten. Diese Idotie raubt allen die Unschuld; und nur in kleinen Schritten sind sie bereit das zugeben. Das ist süß. So kündigt sich auch in der Politik der Lernprozess einer kommunikativen Technik der nicht überzeugten Verständigung an (mein Ausruck dafür: Paranoik).
Filmzitat aus Gladiator:
Lucilla: Die Götter haben dich verschont, begreifst du das nicht? Heute habe ich erlebt, wie ein Sklave mächtiger wurde als der römische Kaiser.
Maximus: Die Götter haben mich verschont? Ich bin ihnen ausgeliefert! Ich habe nur die Macht, mich über den Pöbel zu belustigen!
https://twitter.com/karstenloh/status/250282249990336513
Noch gehören solche Einsichten nicht zu normalen Erwartungen im Gespräch. Aber dahin wird es kommen, sobald eine Paranoik eingeübt wurde.
„Noch gehören solche Einsichten nicht zu normalen Erwartungen im Gespräch. Aber dahin wird es kommen, sobald eine Paranoik eingeübt wurde.“
Zufällig wird letztlich alles ganz anders gekommen sein als Du es Dir immer ausgemalt hast.