Irrtums einsichtsverweigerungs maßnahmen verhinderung

von Kusanowsky

Internetkommunikation schafft Strukturen der Irrtumseinsichtsverweigerungsmaßnahmenverhinderung.

Ländläufig hält sich immer noch die hartnäckige Annahme, dass Kommunikation aufgrund von Vereinbarung, Konsens, von irgendwelchen vorausgehenden Gemeinsamkeiten zwischen den Beteiligten möglich ist. Kommunikation beruhe auf einer Art von Einverständnis, Vertrag, common sense, Identität und dergleichen. Das Gegenargument, dass alles, was als Gemeinsamkeit verstanden wird, selbst durch Kommunikation zustande kommen muss, wird einfach ignoriert oder durch komplizierte Ausweichmanöver auf die Zukunft des Kommunikationsprozesses verschoben, was deshalb geht, da alle Kommunikation durch ganz scharfe Begrenzungen ihrer Anschlussfähigkeit ihr Gelingen testen muss. Und da das Misslingen der Kommunikation mindestens genauso wahrscheinlich ist wie ihr Gelingen, so können eingangs erwähnte Vorannahmen jederzeit weiter durchgereicht werden, weil die Empirie der Kommunikation eben solche Voraussetzungen schafft, die durch Kommunkation erfolgreich für ihren Weitergang genutzt werden.

Einfach erklärt: Wenn die Kommunikation sich entlang der Behauptung von Konsens als Anfangsgrund der Kommunikation entwickelt, so muss, damit etwas davon abweichendes nicht empirisch werden kann, ein enorm hoher Aufwand geleistet werden, um eben diese Behauptung als empirische Realität für fast alle Anschlussfindungserwartungen zu garantieren. Der beste Weg ist alle Menschen mit legitimen Sanktionsrechten auszustatten wodurch sich, wenn dies gelingt, für fast alle Beteiligten die Beobachtung einstellt, ungerecht, unvorteilhaft behandelt worden zu sein. Die Erklärung dafür darf dann in Missverständnissen gesucht werden, welche zu verhindern klar machen würde, worum es am Anfang der Kommunikation eigentlich immer schon gegangen sei: um Einverständnis.
Das seltsame daran ist, dass trotz aller empirischen Wahrscheinlichkeit, dass Missverständnisse genauso wahrscheinlich sind wie Verständnisse, der Verhinderung von Missverständnissen mehr und größere Erwartungen auf Überzeugunsfähigkeit entgegen gebracht wird.
Identität ist empirisch nicht wahrscheinlicher als Differenz, aber dennoch sind die Ewartungen auf Idenität trotz allen Rechts auf Differenz immer größer und bilden Strukturen aus, durch die es immer sehr leicht fällt, die Irrtumseinsicht zu verweigern. Diese Strukturen der Verweigerungsmaßnahmen werden wiederum funktional stabilisiert, indem jede Generation neue Erziehungs-Experten hervorbringt, deren Aufgabe es sein sollte, die entstandenen Defizite gemäß neuer Methoden, Theorien und Maßnahmen zu beheben.

Das Internet schafft nun Strukturen der Verhinderung solcher Irrtumseinsichtverweigerungsmaßnahmen, indem nämlich jeder jedem ständig dazwischen pissen darf. Dies aufgrund der wertschätzenden Verbreitung von Sanktionsrechten für alle, die durch das Internet jedem empirisch zugeteilt werden, also nicht mehr nur ein utopisches Versprechen sind. (Jeder darf jeden kritisieren.)
Selbstverständlich wird zunächst immer noch verbreitet, dass fast jedem Unrecht geschieht, wenn jeder von seinem Recht Gebrauch macht. Aber man kann schon feststellen, dass immer mehr Leute ihr Recht auch dazu benutzen, sich nicht mehr angepisst zu fühlen, wenn andere dies tun.

Das ist gemeint mit: Internetkommunikation schafft Strukturen der Irrtumseinsichtsverweigerungsmaßnahmenverhinderung.

Diese Strukturen beruhen auf einer Disziplin der Paranoik, die sich langsam, ganz langsam herauszubilden beginnt.

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