An diesem Punkte ist nun deutlich geworden …
von Kusanowsky
An diesem Punkte ist nun deutlich geworden, warum der Begriff der guten Wissenschaft qua Wissenschaftlichkeit sich für die Gegenwart nicht eignen kann. Gegenargumente sind kein Substitut für Argumente. Und wenn man schon weiß, dass keine Interaktion mehr Gesellschaft repräsentieren kann, dann gilt dies auch für die Störung der Interaktion durch die Eruptionen der Trollkommunikation. Kein Assoziologe wird zögern, den Trollen zu bescheinigen, dass sie ein Gespür für die Folgeprobleme der gegenwärtigen Gesellschaft haben, das man in ihren sauber sortierten Funktionssystemen nicht würde voraussetzen können. (Quelle: Internet)
„Quelle: Internet“ ❤
Nun, einer der Erfinder beziehungsweise der Anerkenner des ursprünglichen Gedankens, die psychischen Systeme (als Menschen mit adressablen Adressen, um sie zu Personen zu machen), sie lebten IN DER UMWELT DER FUNKTIONSSYSTEME, der hat nun schon eingelenkt und kürzlich in einem Vortrag erklärt, dass diese Menschen mit ihren Wahrnehmungen sich IN der Gesellschaft herumtreiben. Ich sehe das als eine „kleine Wende“, als einen ersten Schritt, die von Vielen als „unhuman“ so arg verfluchte Theorie der funktionalen Differenzierung ein wenig anschaulicher und „humaner“ zu machen.
Bei Baecker heisst das dann zur „nächsten Gesellschaft“ (sozusagen mit Blick auf die unvermeidbaren und nicht zu zähmenden „Trolle“, diese kleinen und oft kleinlichen Berggeister aus den tiefen Tälern der undurchschaubaren Vernetzung): „Nach wie vor wird gesprochen, geschrieben und gedruckt und müssen deswegen Referenzen, Symbole und Kritiken sowohl verwendet als auch bewältigt werden können.“ Er sieht, was zu sehen ist, im freien Feld wie im Felde medialer Unterdrückung, im Felde der „Pressefreiheit >als obnächsten Gesellschaft<, die doch eben nichts weiter ist als die "nächste Kommunikation".
Deshalb immer und immer wieder, bis zum Erbrechen und zum lustlosen Abbrechen der Kommunikation, weil man meint, dass sie nun in dieser Form keine mehr sei, aber das ist ja eben der Irrtum: VERSTEHEN ist eine Leistung für Götter, Menschen aber, Menschen, die sich als psychische Systeme mit Wahrnehmungen "in der Kommunikation herumtreiben", solche Noise erzeugenden oder sichtbare Zeichen absondernde Menschen, sie müssen eben auch heute noch in dieser verrückten Welt der doppelten Kontingenz leben und es aushalten, sich ewig und immer wieder fragen zu müssen: war da was? Hatten wir das nicht schon? Darf ich mich zurücklehnen und gähnen? Oder war da etwas Neues, etwas Aufregendes, worüber es sich aufzuregen lohnt? Der uralte Impuls: flüchten oder standhalten. Was sagt der? Das ist doch Bockmist, der zitiert doch den Teufel, da haben wir ihn, den Ideologen, auf ihn mit Gebrüll.
Verstehen ist eben in erster Linie erst einmal ein Sich-Verstehen. Über welche Worte stolpere ich, was denke ich mir selber bei solchen Feindesworten, ich weiss ja, ich bin nun einmal solcherart sozialisiert, ich kann eben nicht anders. Soll ich den nun so reden lassen mit seinen klugen oder halbklugen gleitenden Worten, wer weiss denn, wo und von wem der die übernommen hat. Und dann regt man sich doch auf und auch an, und schon schreibt man zurück auf eine Weise und in einer Weise, die einem nach drei Tagen (inzwischen hat man tausende anderer Wahrnehmungen verkraften müssen) selber dann schon seltsam vorkommen. Deshalb sagt Baecker: "Der Kontrollüberschuss ist vor allem ein Ergebnis dieser Protokolle", und er setz hinzu, klar, man könne ja ausweichen, also schweigen und einfach nicht mehr mitmachen bei dieser elenden und nicht abreissenden und auch nicht abreissbaren Kommunikation, aber: Auch dies würde ja von allen Beteiligten wieder protokolliert, und auch das wieder mit Sätzen, die man so oder eben auch anders "interpretieren" oder "meinen" wird können.
Und dann sagt dieser Baecker plötzlich, nein, nicht plötzlich, sondern konsequent: "Allerdings ist dieser Gedanke, Protokollen ausweichen zu müssen, ein moderner Gedanke, der gegen die Herrschaft auf die Emanzipation gesetzt hat." Hört, hört, möchte man dazwischenrufen. Doch Baecker fährt ungerührt fort: "In der nächsten Gesellschaft", (also heute und hier bei uns), "Verliert die Emanzipation schon deswegen an Attraktivität", wieder entfährt einem beim Lesen ein lautes "Donnerwetter, na wenn das so ist", wo bleibt sie denn, diese Attraktivität der Emanzipation? "Weil auch die Herrschaft jederzeit unterlaufen werden kann". Also auch die ursupierte Herrschaft aller Trolle!
Baecker empfiehlt allen Frustrierten: "Interessanter als den Protokollen auszuweichen wird es daher, sie zur Adresse eigener Entscheidungen zu machen und die eigenen Handlungen so zu setzen, dass eine eigene Reputation gewonnen und protokolliert werden kann, die durch Ratings und Rankings laufend auf ihre Netzwerkfähigkeit hin überprüft werden kann", denn: "alle werden werden offline verfolgt und online dokumentiert. Also: weitermachen, lasst die Trolle doch trollen, sie werden trollend alle ihre Reputation vertrollen. Baecker hält dies für eine werdende Kulturform des grossen Spiels. Weil das Spiel die eine Eigenschaft hat, die so ersehnt wird: Klarheit. Denn in einem Spiel gibt es am Ende eben immer eindeutig Sieger und Besiegte. Und: jedes Spiel hat sowohl einen Anfang und ein Ende. Allein dies reduziert schon Komplexität. Und ein jedes Spiel hat Regeln und Auslegungsregeln für diese Regeln. Und in actu gibt es dann noch den schrillen Pfiff der Schiedsrichterpfeife: er muss dann entscheiden nach seinen letztlich nicht regelbaren Regeln der Regeln. So wird der Schiedsrichter, der wir letztlich alle sind, zum Künstler des Entscheidens: Foul oder nicht Foul, dass bleibt in allen Fällen immer die Frage.
http://www.thenietzschechannel.com/works-pub/um/um-1g.htm – das hier finde ich auch ganz hübsch und durchaus passend: die „Schleiermacherei“ hatten wir hier ja kürzlich am vorangegangenen Ort.
„Das leuchtende Schwert der Aufmerksamkeit möge seine Spitze auf das Zentrum des Geschehens richten. Aber es gibt kein Zentrum mehr.“
Diesen schönen und hier gerade passenden Satz (mein letztes Zitat war leider zu lang, um noch sofort als passend nachempfunden werden zu können) habe ich gerade bei:
http://futurezone.at
gefunden.
genauer: gefunden unter http://futurezone.at/meinung/7583-die-allgewaltige-ablenkungsmaschine.php
im Lernen bin ich halt meist verammt langsam, ich weiss es @Karl Kern
für jacobo volpino https://www.youtube.com/watch?v=apCal7ihvy0
Eine wunderschöne (Er)Schöpfungsgeschichte: bin ganz gerührt. Große Kinder an die Macht? Der Lange Marsch scheint aber immer länger zu werden; mir tun oft schon die Füsse weh. Meine sozialen Schuhe sind mir zu eng, Peng! Aber es sind eben meine Schuhe, und Eigentum verpflichtet, wozu? Zur Solidarität, durch Vernunft, die rar ist, aber es soll sie geben, soll? MUSS!
??? „Klarheit. „??? 4 X Non, sens?
– Denn in einem Spiel gibt es am Ende eben immer eindeutig Sieger und Besiegte. -?-
– Und: jedes Spiel hat sowohl einen Anfang und ein Ende. -?-
– Allein dies reduziert schon Komplexität. -?-
– Und ein jedes Spiel hat Regeln und Auslegungsregeln für diese Regeln. -?-
Und in actu gibt es dann noch den schrillen Pfiff der Schiedsrichterpfeife: “
Ja, Jetzt hier: PFIFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFi
Hast du gehört? Schrill, nicht wahr?
Kannst du nicht etwas ganz Allgemeines sagen, eine Binsenweisheit oder so?
Zum Beispiel soetwas:
„Ich misstraue allen Systematikern und gehe ihnen aus dem Weg. Der Wille zum System ist ein Mangel an Rechtschaffenheit.“
Na? Das ist doch was, denke mal du kennst den „Ver“Ursacher.
Gehst du hier gerade „aus dem Weg“?
Diesmal kein guter Tag.
Nein, @Lusru – das kann ich nicht: ich kann nichts allgemeines sagen, sondern immer nur mein eigenes, das von meinem Standpunkt und mit meiner Perspektive zu Sehende. Alles andere verunmöglicht mir doch wohl mein nicht aufhebbarer Blinder Fleck. Das Allgemeine in allem Sagbaren, das wäre ja die Gesellschaft selber, jedenfalls wenn man davon ausgeht und anerkennt, dass die Gesellschaft nichts weiter ist als eben das: die Kommunikation. Und nach Dirk Baecker treibe ich mich nun wenigstens mit meiner kleinen eingeschränkten Sicht und Ansicht IN dieser Gesellschaft herum, und nicht mehr in ihrer Umwelt. Wie dieser Gedanke wenigstens so allgemein wie möglich zu formulieren wäre, in all seiner Entwicklung und Entfaltung, von der tribalen Gesellschaft her mit ihrem Medium „Sprache“, über die Adelsgesellschaft mit ihrem Medium „Schrift“ und über die Moderne mit ihrem Medium „Buchdruck“ bis (gerade jetzt) hinüber in die „nächste“, die „kommende“ Gesellschaft mit ihrem Medium „Computervernetzung“, das alles hat ja Dirk Baecker in seinem neuen Text, der wohl ein Vortrag war, nun wirklich so allgemein wie nur irgend möglich ausgeführt. Es ist einer der besten, kürzesten und konzisesten Texte, den die Theorie Luhmann’scher Prägung hervorgebracht hat:
Klicke, um auf Formate.pdf zuzugreifen
Das ist eine Allgemeinheit, an die man anschliessen kann, jedenfalls aus meiner Sicht.
Und was die „ungeregelt geregelten Regeln“, ganz allgemein, anbelangt, da lasse ich mir diese Denkfigur von niemandem schlecht oder kaputt machen. Wenn mein Körper zu Staub zerfallen sein wird und niemand sich mehr an meinen Geist und seine Äusserungen wird erinnern können, die ungeregelt geregelten Regeln als eine tiefe und grundlegende Einsicht in den Ermöglichungsgrund aller Entscheidungen, die wird von mir bleiben. Denn nicht einmal Wittgenstein, der viel zum Begriff „Regeln“ gesagt hat, hat eine solche das Problem „Entscheidung“ auflösende Formulierung gefunden. Denn entscheiden ist ein paradoxer Vorgang: es geht gar nicht, aber es geschieht laufend.
Dass der Wille zum System ein Mangel an Rechtschaffenheit sei, das kann man dem Hegel anhängen und ankreiden. Wer selber noch so denkt, der hegelt eben als ein Antihegelianer, von denen es ja auf dem rechten wie auf dem linken Gedankenspektrum unter den sogenannten Junghegelianern, wie man „allgemein“ seine Schülrer genannt hat, eine Menge gab. Die sind aber alle tot. Und der Philosoph Spaemann hat in seiner Laudatio auf den Hegelpreisträger Luhmann gesagt, Luhmann habe sich die „allgemeine“ Sache des Systemdenkens eben vollkommen „anders gerichtet“. Und wer sich partout dieser „anderen Richtung“ gedanklich nicht anzuschliessen und mit eigenen Anschlussgedanken auch plausibel anzupassen nicht willens und nicht in der Lage ist, dem kann man dann eben nicht helfen, weil der dann eben doch irgendwie „von gestern“ ist. Tut mir leid. Wir mögen als Wortspieler und als Gedankenakrobaten irgendwie irgendwo verwandt sein, aber die grundlegenden Chromosomensätze sind in ihrer ausgeprägten Färbung dann eben doch arg verschieden.
Wenn Du wirklich und tatsächlich, weil Du ihnen misstraust, allen Systemtheoretikern aus dem Weg gehen willst, dann musst Du eben künftig alle meine Texte ignorieren und nicht mehr darauf antworten. So einfach wäre das.
@Kusanowsky – mein „So einfach wäre das“ hat mit Deinem „es-ist-alles-ganz-einfach“ von 2011 in einer Kontextbehauptung absolut nichts zu tun: Kategorienfehler, beide Sätze gehören verschiedenen Argumentationsebenen an; Luhmann hätte gesagt, sie stehen orthogonal zueinander, sie haben ausser dem Wort „einfach“ auf der Ebene der Grammatik keine Verwandtschaft auf der semantischen Ebene des Sinns, ihr Schnittmenge in der Sache ist Null.
https://twitter.com/#!/kusanowsky/statuses/174165606583640065
„Assoziationen passen nie“ eben das wäre das empirische Problem. Denn eine solchermaßen formulierte Behauptung erfordert die Möglichkeit der Überprüfung durch eine strenge Form. Ich gebe zu, das es sehr, sehr schwierig ist, eine solche strenge Form zu finden, aber wozu taugt Intelligenz, wenn sie sich nicht schwierigen Aufgaben widmen würde? Alle noch gegenwärtig gepflegte Wissenschaft belässt es bei einfachen Aufgaben, indem sie erprobte Methoden trivialisiert, welche bei zunehmender Komplexität in Struktruen sedimentieren und dann als zivilisatorische Aufgabe nicht mehr ernst genommen werden müssen. Die Rationalität der modernen Gesellschaft, bzw. das, was davon übrig geblieben ist, wird in Zukunft von Turing-Maschinen sicher gestellt. Was sollen sich intelligente Menschen darum kümmern? Sie müssten sich neue und schwierigere Aufgaben stellen, z.B. die Frage, ob Assoziationen dennoch zur Findung einer Wissensform anschlussfähig sind. Wie gesagt: das ist gar nicht so einfach, und aus diesem Grund einer Forschung wert.
@Kusanowsky
..dazu allerdings @Lusru:
@Kusanowsky – seit vielen Jahren, ich will wirklich nicht keck behaupten, solange ich (halbwegs) denken kann, beschäftigt mich die fundamentale Frage, ob es denn überhaupt möglich sei, wirklich etwas vollkommen Neues wissen zu können, wenn doch jede Formulierung einer Behauptung, einer Annahme, ein Ansicht, einer Meinung, einer Gewissheit, einer Hoffnung, eines Gefühls und dergleichen doch immer nur eine AusdrucksFORM im MEDIUM der Sprache sein kann.
Wenn allein die Sprache das MEDIUM ist (es gäbe ja noch die Kunst, sich erkennend zu erklären), welche „Fußstapfen“ als gesicherte FORM der Erkenntnis, die sich erfolgreich mit anderen in der gleichen Lage durch Mitteilen teilen liesse, wären da überhaupt möglich in dieser Medien-Melange aus Buchstaben, Silben, Wörtern, Sätzen und plausibel gemachten, also konkludenten, konsistenten, kohärenten, dem jeweiligen Kontext kongruenten Kon-Texten? Um wirklich paradigmatisch Neues verkünden zu können, ist man dabei durch eine immer endliche Satzmenge wirklich – also wirksam – tatsächlich auf einem richtigen (Hoffnungs)Wege? Nur neue Worte zu erfinden, zu „schöpfen“ oder sie sich aus anderen Sprachen oder Sprachwurzeln zusammen zu basteln, das kann es doch nicht sein. Vico hat gesagt, der Mensch könne nur verstehen, was er auch machen könne. Also theoriegestützte Pragmatiker fliegen auf den Mond oder zum Mars oder sie beschiessen ihre Feinde mit Raketen. Sind das Erkenntnisse? Hätte Vico vielleicht zusätzlich andeuten müssen oder sollen, das aus der gehirngestützten Sprache eben nicht mehr rauszuholen ist, als es die komplexe Zusammenarbeit aller vernetzten Körperzellen hergibt? Die res cogitans, also das Sprache sprechende Bewusstsein in der Summenform der gesellschaftlichen Kommunikation als des einen grossen kollektiven Bewusstseins, soll die denn mehr können, als die res extensa machen kann? Was ist somit von Wissenschaft am guten Ende also zu erwarten? Hier darf man doch wohl einmal – wenigstens zum Verschnaufen – sagen, es ist eben alles wirklich NICHT so einfach.
@Kusanowsky – noch einen kleinen Zusatz zum Thema, was wirklich NEU sein könnte:
Naturwissenschaftler können neue Sachverhalte entdecken. Wenn sie das Gefundene dann so beschreiben, dass alle anderen in der gleichen Lage und mit adäquaten Mittel zum gleichen Ergebnis kommen, gut, man staunt, man zieht den Hut, man verteilt Nobelpreise, aber am Ende wird doch alles nur für den nächsten Krieg und für die laufende und nie vollkommen abreissende Unterdrückung von vielen bis allen Menschen eingesetzt, funktionalisiert als Werkzeuge und Waffen.
Künstler können etwas machen, was noch keiner gemacht hat. Das ist dann bessere oder schlechtere Freizeitgestaltung, mehr oder weniger hohe oder tiefe oder flache Erbauung, Emotionaltheater.
Politiker, angetrieben von Soziologen, die sollten einmal etwas wirklich neues riskieren. Ich versuche es einmal mit einer kontingenten Auslegung des Artikel 14 des Grundgesetzes:
„Eigentum verpflichtet“. Sofortige Frage: Wozu? Tastende Antwort:
Wer reich ist, als Einzelner oder als Familie oder Clan, der hat folgende Generalverpflichtung der staatlichen Gesamtheit gegenüber: Viele Kinder zu haben, sie zu leben, zu hegen und zu pflegen, sie auf die besten Schulen zu schicken, ihnen die denkbar beste und faktisch weltweit mögliche beste Ausbildung zukommen zu lassen, damit diese bevorzugt aufwachsenden Kinder die reale Chance bekommen, sich zu tatsächlichen Mitgliedern einer kommenden Elite entwickeln und entfalten zu können. Wenn dann die Ausbildung dieser edlen und Erfolg versprechenden jungen Leute abgeschlossen ist, dann soll es die letzte gute Tat ihrer Familie sein, ihnen eine Million zu übereignen und sie dann in einer öffentlichen Feier aus dem Familienverband zu entlassen. Diese jungen Menschen haben dann einen anderen Namen anzunehmen und sie übernehmen mit ihrer familiaren Exklusion die Pflicht und die Aufgabe, der Gesamtgesellschaft zu zeigen, dass sie tatsächlich sachlich, fachlich, charakterlich und moralisch zu einer Elite gerechnet werden dürfen, weil sie es zu etwas bringen werden. Eines allerdings sollen und werden sie niemals sein: ERBEN. Sogar wenn sie ins Familiengeschäft unbedingt zurückwollen, dann müssen sie sich eben dort wieder neu einkaufen. Denn wie gesagt, erben sollen sie nie nichts und niemals. Und wenn dann der Patriarch, dem sie ihr Leben verdankt haben, und dazu auch ihre ehrenwerte Mutter, dann soll aller Familienbesitz an den Staat zurückfallen, mittels dessen Infrastruktur diese Familie ihr Vermögen hatte gewinnen und erschaffen können. Und der Staat hat die Aufgabe, sich um die Armen und Schwachen zu kümmern.
Weil ich nicht ausreichend gebildet und nur in beschränktem Umfange ausgebildet bin, weiss ich nicht, ob dies ausreichend neu ist. Wer mir jetzt mit Sparta kommt, wird auf der Stelle erschlagen.
„Dass der Wille zum System ein Mangel an Rechtschaffenheit sei, das kann man dem Hegel anhängen und ankreiden. Wer selber noch so denkt, der hegelt eben als ein Antihegelianer“ –
Also z.B. du?
und
„Wenn Du wirklich und tatsächlich, weil Du ihnen misstraust, allen Systemtheoretikern aus dem Weg gehen willst, dann musst Du eben künftig alle meine Texte ignorieren und nicht mehr darauf antworten.“-
Aber aber dieter, nicht genug gebohrt?
Du liegst mehrfach völlig falsch: Das Zitat der Ablehnung von System ist leider nicht Hegel, das ist dein geliebtester Freund NIE.!
Somit meinst du schließlich mit deiner freundlichen Ignorationsaufforderung nicht mich, sondern dich …
und das weißt du schon:
Wenn ich etwas ignoriere, dann ist das die simple Spiegelung fremder Behauptungen wie z.B. “ wenn man davon ausgeht und anerkennt, dass die Gesellschaft nichts weiter ist als eben das: die Kommunikation.“, –
weil das stets sofort auffällt.
Solche „Brecher“ finden nur auf stark bewegten Wassern statt, meist mit einem „Nachbrecher“ – bist du denn solch ein“stark bewegtes Wasser“?
Eigentlich hattest du angekündigt, nichts Allgemeines zu sagen, sondern „immer nur mein eigenes, das von meinem Standpunkt und mit meiner Perspektive zu Sehende.“ Soll das nun „Deins, das nur von dir Sehende“ sein? Das würde dir doch wohl zumindest dirkbaeker übelnehmen, meinst du nicht?
Gut, für dich mag das ausreichen, für mich reicht es nicht, eine Wäscheleine, die zwei Pfosten verbindet (kommuniziert), ist doch keine Gesellschaft, da fehlt die Wäsche und deren Flattern im Wind, so daß sich die Pfosten biegen, um wenigstens etwas gesellschaftliche Bewegung zu bekommen.
Und schließlich:
„Und der Philosoph Spaemann hat in seiner Laudatio auf den Hegelpreisträger Luhmann gesagt, Luhmann habe sich die “allgemeine” Sache des Systemdenkens eben vollkommen “anders gerichtet” (Nur was nun Hegel mit System zu schaffen hatte, vermag ich nicht bzu erkennen, der Luh wird doch nicht etwa dafür den Hegelpreis erhalten haben?) –
Ja! Das ist ja SEIN Problem!
Das ist nicht der Grund, daß ich oder wer anders „nicht vwill“, sondern daß Luh mit seinem TheorieContainer KEINEN ANSCHLUSS findet weil er dadurch interdisziplinäres Arbeiten, spricht Hinterfragen, verhindert.
Es ist nicht nur sein Problem, es ist auch eine qualifizierte Aussage dazu, womit Luh sich beschäftigt: Mit „selbst und anders Eingerichtetem“, und nicht mit vorhandener Gesellschaft …
Nun, wer weiß, wozu das nun wieder gut ist.
Denn (geklaut von ganz oben):
„Kein Assoziologe wird zögern, den Trollen zu bescheinigen, dass sie ein Gespür für die Folgeprobleme der gegenwärtigen Gesellschaft haben…“
So einfach kann das sein, so einfach ist es.
Luhmann hat uns zwar „Die Kunst der Gesellschaft“ gegeben, doch „Die Musik der Gesellschaft“ ist er dieser Gesellschaft schuldig geblieben. Davon kann man ihn freisprechen: nobody is perfect.
Es liesse sich nun selber fragen, welche Musik zu einer jeden Epoche gehört und wie die Musik als Idee und als eine Ansammlung und Versammlung von akustischen und ästhetisch geordneten Sinnfiguren durch die vier Luhmann-Baecker-Epochen sich hindurch assozialisiert hat: Hans Heinrich Eggebrecht, zum Beispiel, hat dies ja – auf seine Weise – getan in seinem Buch „Musik im Abendland“, Serie Piper (1996), Piper Verlag (1991).
Das liesse sich – grob – so umschreiben: In der Stammesgesellschaft sind die reisenden Poeten mit der Kithara unterwegs und erklären den Menschen singend (Sprechgesang) auf sieben Seiten die vielen semantischen Seiten der Welt. In der Adelsgesellschaft mit ihrer jeweiligen Konzentration und Lokalisierung an den Höfen, auf den Burgen und in den Schlössern verbessern und vervollkommnen bezahlte Höflinge (Haydn, Händel, Mozart, Beethoven) jene klare Musik, welche die Mönche entwickelt und in den Nonen aufgeschrieben haben, und die sich dann in Notre Dame aus der anfänglichen Linearität des Chorgesangs der Gregorianik entwickeln konnte, weil man der ersten Grundstimme parallel einen Diskant in Terz- oder Quint-Abstand hinzufügte, woraus sich dann die tragende Melodie entwickelt mit der Grundstimme als dem begleitenden Generalbass. In der Moderne, die in der Musik aber später einsetzt als schon bei der Französischen Revolution. Nachdem sich in der Klassik und Romantik, getragen vom zur Macht aufgestiegenen Bürgertum, die Polyphonie hat austoben können, in dieser musikalischen Moderne, angefangen mit Wagner und seiner unendlichen Melodie, explodiert dann die Musik als System der Harmonik und Chromatik, wird zur Zwölftontechnik und Serialität (Zuspitzung mit Leuten wie Stockhausen und Nono), und fährt nun ab auf der für vollwertig erklärten Halbtonreihe der diatonischen Tonleitern, alle Chromatik offensichtlich verachtend. Nachdem dies dann alles noch im Bürgertum ausbuchstabiert worden ist, übernehmen jetzt anschliessend und alles unterkomplex verflachend, dafür sich voll über das gemeine Volk ausbreitend, die Prekarier (Nordengland: Beetles mit Beat und Rolling Stones) die Pragmatik der Musik und sie werden dabei reich und tragen sie mit Hilfe des Computers und der Mp3-Digitalisierung und auf der medialen Ebene von Youtube über die ganze Welt als die Hauptkorsettstange der Globalisierung. Damit schlittert die Gesellschaft dann auch musikalisch in die nächste Gesellschaft der Computerei und der kommunikativen Vernetzung.
Hierbei lasse ich es erst einmal bewenden.
„Luhmann hat uns zwar “Die Kunst der Gesellschaft” gegeben, doch “Die Musik der Gesellschaft” ist er dieser Gesellschaft schuldig geblieben. “ –
Nicht nur das:
Er „ist uns sowohl die NÄCHSTE Gesellschaft wie GESELLSCHAFT überhaupt (samt „Prekariat“) schuldig geblieben“, ebenso wie ich auch keine „kommunikative Vernetzung bei ihm ausmachen kann, was sollte denn das sein? Gibt es denn auch eine nichtkommunikative Vernetzung? Was ist in diesem Sinne denn wohl „Vernetzung“?
Was passiert hier in diesem Kommentar? Was spielt, was ist Regel?
Was operiert hier:
Kunst, Gesellschaft, Musik, Sinnfiguren, Luhmann-Baecker, Hans Heinrich Eggebrecht, Abendland, Stammesgesellschaft, Poeten, Kithara, Sprechgesang, Adelsgesellschaft, Burgen, Höflinge, Haydn, Händel, Mozart, Beethoven, Mönche, Nonen, Notre Dame, Linearität, Chorgesang, Gregorianik, Grundstimme, Diskant, Quint, Generalbass, Moderne, Französischen Revolution, Klassik, Romantik, Macht, Bürgertum, Polyphonie, Wagner, unendlichen Melodie, System, Harmonik, Chromatik, Zwölftontechnik, Serialität, Zuspitzung, Stockhausen, Nono, Halbtonreihe, diatonischen Tonleitern, unterkomplex verflachend, das gemeine Volk, die Prekarier, Nordengland, Beetles, Beat, Rolling Stones, Pragmatik, Computer, Mp3-Digitalisierung, medialen Ebene von Youtube, ganze Welt, Hauptkorsettstange, Globalisierung, nächste Gesellschaft, kommunikative Vernetzung.-
Das sind 64 Begriffe und die Feststellung „Hierbei lasse ich es erst einmal bewenden“.
Bitte, lieber dieterbohrer, das operative Spiel geht nun so:
erstelle doch mal einen lesbaren schlüssigen Text zur Kommunikation mit diesen 64 Begriffen.
Du darfst dafür insgesamt 40 Zeilen beschreiben, für je 1,6 Begriffe immer eine Zeile.
Und hinterher mußt du ihn dir selber laut vorlesen und: dich dabei genau beobachten.
Auf das Ergebnis der Beobachtung kommt es an, das ist zu notieren.
Was ist an diesem Punkte deutlich geworden (das Thema dieses blog)?
Hierbei lasse ICH es erst einmal bewenden.
„Begriffsbildende, urteilsfähige Wesen können ohne den Glauben an die Wahrheit nicht leben“ (frei nach NIE.) –
Deshalb mußte NIE. sterben.
Hegel auch.
Und System zu beschreiben war noch nicht in.
„Damit ist in einem neuen Sinn die Wahrheit mit der menschlichen Natur vernküpft“ (auch frei nach NIE.) –
Was hier wohl wen „compromittirt“? Wer das wohl „erräth“?
Jedenfalls behauptet keiner von beiden, daß die Wahrheit mit oder ohne den Menschen oder dessen Glauben – an was auch immer – ihren Systemcharakter verlöre …
„kommunikative Vernetzung“ ist doppelt-gemoppelt: Kommunikation IST Vernetzung, und zwar die einzige, die es überhaupt wirksam gibt.
@Unsinn @Unverschämtheit @Frechdachs – die inkriminierten 64 Begriffe sind in meinem wunderbaren Text auf eine unnachahmliche und konzise Art und Weise miteinander verbunden worden. Damit wurde gezeigt und deutlich gemacht: @dieterbohrer ist und bleibt eine schwer zu überstrahlende Leuchte in der Finsternis des Zeitgeistes. Und ein jeder kann erkennen: kürzer und eindrucksvoller kann man die Sozialgeschichte der Musik des Abendlandes nun wirklich nicht mehr in klare Worte Fassen.
Wie ich das gemacht habe: Ganz einfach: Ich habe „Opera aperta“ des im nächsten BLOG-Kapitels so lustvoll genannten Autors bereits in seinem Erscheinungsjahr gelesen. Damals war ich neben meiner beginnenden Eigenschaft als Luhmannianer noch ein lustvoll zappelnder Wortartist auf der schon damals verzweifelten Bühne der immer mehr abbauenden Semiotiker. Anfangs dachte ich noch hoffnungsfroh, das semiotische Dreieck des Umberto Eco mit seinen „Ecken“ Significans, Significat und Referens könnte tatsächlich einmal zum Hausaltar der semantischen Anbetung aller möglichen Erkenntnisfähigkeit sein oder werden. Aber zuerst starb uns dann die allgemeine und bestimmbare Referenzierbarkeit weg, dann verschwand jegliche Fixierung auf die allezeit gleitenden semantischen Signifikate, und was davon übrig blieb, liess sich dann doch besser bei anderen Göttern anbeten: denen der Kybernetik und des funktionalen Konstruktivismus.
Somit erkenne ich still für mich, nach dem Nietzsche-Motto, „warum ich so klug bin?“, ich bin tatsächlich ein überaus kluges Kerlchen. Und darin lasse ich mich nicht so leicht von irgendwelchen Trollen überstrahlen, von jenen nämlich, die – oder deren Brüder im Geiste – mit ihrer Trollerei schon die einstmals so strahlende Gedankenbühne der „Luhmannliste“ verdunkelt und am Ende sogar zerstört haben.
Wo immer von „Überstrahlen“, „Verdunklung“ und „Zerstörung“ im Hinblicke auf „strahlende Gedankenbühnen“ die Rede ist, wo sich „überaus kluge Kerlchen“ zum Kampfe gegen „irgendwelche Trolle“ wappnen, kurz: wo das Phantasma des aufklärerischen Ritters in seiner glänzenden Rüstung bemüht wird und commentierende Schreiberlinge sich dann nicht mal schämen ihre „Eigenschaft als Luhmannianer“ (eben so!) zu bekräftigen, ja, da fällt mir nichts mehr ein. Nur, dass ich dann gleichsam sofort für mehr Verdunkelung eintreten möchte, für mehr Deckkraft und massive Überstrahlung. Vielleicht sabotiert das Wahrnehmungsmuster präsente Exkurse und reduciert solch Rauschen in irreversiblen Orten der Erinnerung? Um das Attribut der Dunkelheit zu nutzen, projiziert sich diese als Strahlen. Die koncentrierte Schwärzung in der Diskursivität ist wie jede Schablone manchmal flexibel und thematisiert damit offen für Strukturen der Participation. Sie ist ihre Rückseite. In den Farbinformationen gradueller Durchlässigkeit verwischen Excurse die ambitionierte wie auch intellektualisierte Dichotomie, das muss man immer wieder von vorne lernen. Aber wer sagt uns, wo vorne ist?
„Aber wer sagt uns, wo vorne ist?“ Die Frage hättest du dir selbst beanworten können, wenn du den zentralen Punkt in dieterbohrers Kommentar erfasst hättest. Du hättest eine Antwort schreiben sollen auf die Frage, warum er so klug ist, dann hättest du auch gewusst wo vorne ist, umso mehr, da er so klug ist, so etwas gar nicht zu äußern. Vorn ist ja nicht da, wo man mit dem Weitermachen anfängt, sondern dort, wo mit dem Anfangen aufhört und alles noch einmal von der Seite des „Alles-schon-bekannten“ betrachtet und nicht des „Irgendwie-immmer-noch-zu-suchenden“. Umberto Eco hatte er schon in den 60er Jahren gelesen, aber bis heute nicht verstanden, oder hat wenigstens „Opera aperta“ nur als Meinung, Ansicht, These gelesen über welche man auch ganz andere Meinungen, Ansichten oder Thesen äußern kann und hat bis heute die Müdigkeit nicht bemerkt, die dieses bis dato andauernde Geschäft erzeugt. Darum ist er so klug. Er ist so klug, diese Müdigkeit nicht bemerken zu müssen. Das hat was Aristokratisches, diese Erhabenheit, diese Elegenz des wohlwollenden Verzichts auf Erkenntnisgewinn, das Recht auf Langeweile, das Recht auf Ignoranz. Das überstrahlt, ist die Korona der Alterweisheit und Altersmilde, ein Seufzendes „wenn ihr wüsstest“, das sich in seiner Enthaltung einbettet und den bürgerlichen Sorgensitz verschmäht. Wenn ihr wüsstest, was er nicht sagen kann, weil er so klug ist! Deswegen. Und ich habe den Verdacht, dass dir lieber Jacobo solche Einsichten auch nicht allzu fremd sind, wohingegen du jedoch noch nicht zum Schweigen vordringst, noch nicht die Abstinenz genießen kannst, sondern stattdessen das diabolische Geschäft des Verdrehens des Verdrehten noch weiter zu treiben gedenkst, womit ich sehr einverstanden wäre, wären die Mittel überzeugend. Ethos allein ist, wenn auch beeindruckend, noch nicht das Argument. (Was ja nicht heißt, dass ich das Ethos verkennte.)
Na, @Jacobo, wenn das keine Persiflage ist und reine Satire, dann weiss ich nicht …
Und @Kusanowsky – wieviel Pseudonyme und Avatarnomina hast Du denn nun wirklich?
Nur: Spass mach dies ja nun wirklich nicht mehr, mit solchen klugen Kerlen dumm zu reden dann aber auch nicht.
Da müssen wir uns an diesem Ende doch wohl trennen. Tschüss
Claro!
Aber Schritt für Schritt. Die Steigerung der Wirrnis catalysiert langsam die Suche nach dem Argument. Du wie deine Leser werden das eine wie das andere erdulden müssen und kennen, wobei ich „müssen“ doch lieber streychen will. Denn das ist verkehrt. Was ist durch Schweigen gewonnen? Schweigen ist ja auch nicht viel anderes als mit vielen Worten aber so rein gar nix zu sagen. Lärm zu Stille. Ausser, dass es länger dauert. Nun stellt sich dir die Frage, wie die Mittel überzeugender gemacht werden können? Mir sind alle Einsichten allzu fremd, still für mich oder laut für andere. Die Summe der Meinungen, Argumente, Visionen condensiert in einem Punkte …. DAS ist das Nadelöhr durch das wir hindurch müssen. Für tipps bin ich jedem Hinweisgeber dankbar. Ich betrachte dieses Blog ohne jede Geringschätzung des Theoretisierens als eine praktische Vorschule dessen, worüber andernorts eben bloß theorietisiert wird.
Bis dahin in Kurzweyl und mit Popcorn: http://www.youtube.com/watch?v=yUYq3r5jwDU
Andernorts? Was mir andernorts genauso auf- wie missfällt ist, dass man dort Dokumente beobachtet, die die Anweisung „Beobachte den Beobachter“ theoretisch niederlegen und wo, beobachtet man solche Beobachter, die solche Dokumente beobachten, wird darauf gewiesen, dass die Beoachtung von Beobachtern nichts anderes ist als eine Beobachtung von Kommunkation, insgleichen, wenn beobachtbar, eine Kommunikation über Kommunikation, welche nur möglicherweise, aber nicht notwendig auf dokumentierte Wissenschaftlichkeit angewiesen sei, auf re-ontologisierende Rechtfertigungen für wissenschaftliches Argumentieren bestanden wird, welchem aufgrund wissenschaftlicher Dokumente und ihres selbstreferenziellen Wahrheitsgehaltes vermeidungsfroh Vorzug gegen jede empirische Möglichkeit gegeben werden sollte. Und stellt man dortselbst ebenfalls fest, dass die Kommunikation Widerstand gegen Kommunikation zeigt, wird man, wie jetzt dieterborher wieder hierselbst, ermüdend darauf aufmerksam gemacht, es mögen doch bitte solche Unhaltbarkeiten nicht fortgesetzt werden, andernfalls wäre es besser sich andernorts weiter zu trollen.
Ich meine andernorts, Orte der praktizierenden Theorie, ist man nicht gut vorbereitet auf das was geschieht, wenn die Theorie das Praktizieren beginnt und nicht der sanktionsberechtigte Herr Doktor Faustus mit seinem Famulus Wagner als Schranze im Gefolge.
Nun kann ich mir vorstellen, dass du meinen Betrachtungen nicht ganz abgeneigt bist, aber ich würde meine eigenen ablehnen, wenn es allein darum ginge, Popcorn unter die Leute zu verwerfen, oder, wenn doch, so müsste dies auch noch zu etwas anderem tauglich sein, als nur dazu, die Wirrnis zu steigern, nämlich andersherum: diese Steigerung zu verwirren. Das nenne ich ein Vorhaben für Assoziologen, verbunden mit der kindlichen-naiven Frage: ist es möglich, daraus eine Wissenschaft zu machen?
@jacobo / 1. März 2012 12:40:
„Die Summe der Meinungen, Argumente, Visionen condensiert in einem Punkte ….
DAS ist das Nadelöhr durch das wir hindurch müssen.
Für tipps bin ich jedem Hinweisgeber dankbar. Ich betrachte dieses Blog ohne jede Geringschätzung des Theoretisierens als eine praktische Vorschule dessen, worüber andernorts eben bloß theorietisiert wird. “ –
Hm, und was ist mit dir? Bist du „hindurch“ (durch dein Nadelöhr) oder noch auf einem Warteplatz? (wegen der Tips, die du gern hättest).
Frage nur deshalb, weil ich JEDES blog (nur) „als eine praktische Vorschule dessen, worüber andernorts eben bloß theorietisiert wird“, betrachte.
Was zur Folge hat, daß – von einem anderen blog / einer anderen Vorschule aus betrachtet – auch dieses blog hier eines sein muß, in dem (nun als anderenorts) „bloß theoretisiert“ wird, wozu auch deine schmissigen Kommentare das ihre leisten.
Welche „Tips“ suchst du denn nun?
Popkorn kennst du ja schon.
Ich weiss nicht, was in mir brodelt, aber es fühlt sich an wie Zorn, auch wie Abwehr von Gewalten, Sprachgewalten, denen ich mich nicht gewachsen fühle, so, wie ich nun einmal gebildet (geformt) bin. Man schreibt und schreibt, und keiner sieht, wie die Kurve des Gesagten sich zur begreifbaren Fläche wandelt:
Da sagt ein ursprünglicher Mathematiker in einem Vortrag zum Thema „Nächste Gesellschaft“, nachdem er sich in sehr klug sich gebender Art und Weise über die Leute mokiert hat, die nicht begreifen wollen, mit welchem Tempo uns die Zeit davonläuft, weil wir in der Masse nicht zu erkennen bereit sind, das diese nächste Gesellschaft, die uns längst erreicht und ergriffen hat, wie eine Tsunamiwelle alles davonspülen wird, was uns immer noch lieb und teuer ist, nämlich die Arbeitsgesellschaft als das MEDIUM, worin sich alle die uns so vertrauten FORMEN der Berufe und der Professionalität im laufe der Zeit, die sich selbst die Moderne nannte, gebildet und ausgebildet hatte. Und er appelliert an die allen bekannte Kraft des Vergessens, die uns aber auch Angst machen kann, und fragt sein Auditorium, seine Zuhörer, ob denn etwa sie, die ja auch einmal höhere Gedanken der Mathematik in der Schule vernommen hätten, er, der Mathematiker, fragt sie, ob sie sich denn noch erinnerten daran, was ein Integral sei? Und er erklärt es ihnen anhand einer einfachen von ihm ersonnenen Versuchsanordnung: sie mögen sich zwei verbundene Fensterscheiben so vorstellen, das sie zusammen ein kleines Aquarium bildeten, eines mit sehr geringer Breite, aber entsprechend tief. Diese Doppelglasscheibe soll in ihrem Hohlraum feinen Sand enthalten, und dieser Sand solle oben eine wellenartige Kurve bilden, eine Kurve aus reiner Willkür. Und nun frage er sie, was es denn einsichtigerweise bedeuten könne, wenn sie, die Schüler, einer der Lehrenden fragte, was denn das Integral dieser Kurve sei? Alles schweigt, er lächelt, dann sagt er: Das Integral ist der Durchschnitt aller Funktionswerte dieser Kurve! Alle schweigen weiter, kein Funken irgend einer wenn auch nur noch schwachen Erinnerung an das zu diesem Thema seinerzeit in der Schule Gehörte. Und der spöttelnde Mathematiker, der einmal – jetzt ist er pensioniert – bei der damaligen Weltfirma IBM gearbeitet hatte, der schüttelt seine von ihm so eindringlich imaginierte Versuchseinrichtung – das wahre Schütteln imitierend – und sagt erhellend: sehen sie es jetzt? (Der Sand hat sich gleichmässig gesetzt und bildet in dem Doppelglas nun eine Grade), und diese Fläche symbolisiert nun das Integral der vorangegangenen Kurve, schliesst er lächelnd.
Eine andere, eine Dame, spricht am gleichen Tage in der Gleichen Veranstaltung zur nächsten Gesellschaft als Kommunikationsdesighnerin. Sie demonstriert das vom zuvor durch den Mathematiker Demonstrierte einleuchtend durch den hingedonnerten Satz: Wissen entsteht durch Handlung. Alle denken, welch ein kluges Weib, doch sie hatte einfach den Vico unterschlagen, der doch schon lange vor ihr dekretiert hatte, dass die Menschen nur wissen, was sie auch machen können. Man fragt sich, ob jene, die zum Mond fliegen, alles dazu notwenige wahrhaftig selber wissen, oder ob es diejenigen sind, die sie da hinauf katapultiert haben. Weiss denn die machenden Menschheit, als die kommunizierende Einheit, die man Gesellschaft nennt, weiss sie, wenn sie etwas macht, was diesem Machen denn in der Tat zugrunde liegt? Wo findet sich denn dieses Wissen? Eine andere Dame nach ihr, eine immer hübscher als die andere, sie identifiziert Dirk Baeckers vier gesellschaftliche Evolutionsphasen, die Stammesgesellschaft (die mit der lügenden Sprache), die höfische Adelsgesellschaft, (die nun mit der Schrift lügenden Kulturträger), die hierauf folgende Moderne, (die bei ihr gleich mit den beweglichen Lettern startet, die den rationalen Buchdruck ermöglichten, nicht erst mit der auch aufmüpfige Buchdrucker hinrichtenden Guillotine der Französischen Revolution), und schliesslich die schon anwesende nächste Gesellschaft aller von Elektrizität angetrieben und scheinbar beseelten Maschinen der angewandten Digitalisierung, diese vier Epochen also charakterisiert sie ganz anders einleuchtend unter Hinweis auf deren Leitunterscheidungen, die jene Zeitabschnitte antreiben, jedenfalls ihr denken, und (1) nennt innen/ aussen, (2) oben/unten, (3) Unruhe/Ruhe für die Moderne (Unruhe als Faktum, Ruhe als Sehnsucht), und sie nennt (4) als die Erkennungsplakette für das grosse unbekannte/bekannte Jetzt die Leitdifferenz eines Handelns in Jetztzeit im Reflexionsmodus des unterscheidenden Rechnens zwischen rekursiv/linear. Und zu dieser Dynamik hatte einer ihrer Vorredner Gesagt: Die Veränderung (Variation) ist der #Eigenwert dieser nächsten Gesellschaft, die uns nun schon so nahe gerückt ist. Er hängt der letzten seiner eigenen vier Epochen dann die folgenden Charakteristiken an und betont, man solle auf die Asymmetrie der folgenden Unterscheidungen achten: (1) Märkte = Käufer/Verkäufer; (2) News oder Nachrichten = Vorsprecher/Nachsprecher oder Sager/Leser; (3) Professionen = Könner/Nichtkönner, wobei die Könner Viel von Nichts und die Nichtkönner Alles von Garnichts wüssten; und last, but not least: (4) Nachbarschaften = Simulation von Gleichheit unter Wahrung von Abstand durch vertraute und vertrauende Anonymität. Und er prägt dann mit grosser Eloquenz das einleuchtende Bild von einer Gesellschaft, einer elektrisierten, als einer Schaltung mit Strömen und Widerständen, gleichsam mit Kondensatoren und regelnden und Takt gebenden RC-Gliedern. In solcher gemachten und uns alle machenden Vernetzung sei dann eine kaum aushaltbare Unsicherheit das einzige wahrhaft Sichere, aber durchaus unter entsprechenden und passend strukturierten Erwartungen.
Und wir immer mittendrin als die Audience, die ihre Rolle kennt und nicht wagt, ihren Performern in die Parade zu fahren. Weil auch ein jedes zeitgeistgeschulte Auditorium genügend anerzogene Reflexivität (im anerzogenen Rollenspiel) besitzt, um die unausweichliche Komplexität reflexiv zu handhaben. Also die nächste Gesellschaft als die systematisch und systemisch beruhigte unruhige Gesellschaft als sich lebendig totlaufende Kommunikation.
Irgendetwas muss ich da falsch verstanden haben, oder?
„Irgendetwas muss ich da falsch verstanden haben, oder?“ –
Ja, das wird wohl so sein.
Wobei du nicht auf „die nächste Gesellschaft als die systematisch und systemisch beruhigte unruhige Gesellschaft als sich lebendig totlaufende Kommunikation“ warten mußt, auch keine Angst haben mußt vor ihr, daß sie etwas „wegspült“ – das erledigt doch alles schon dieser dein Text hier, zuverlässig und geräuschlos, ohne Aufregung, vollständig und gründlich, ohne zu hinterlassen, warum …
Offenbar hast auch du Angst, „mit Sprache zu lügen“ – ja womit sollte das sonst geschehen?
Ich lehne generell die Vereinnahmung von Sprache – von wem und zu welcher Zeit auch immer – durch gestelzte Individual-Klassifizierung ab, dazu ist sie zu wichtig, als daß sie auf „lügen“ reduziert wird, aber dir gefällt das offenbar, meinst du das auch bezüglich deiner Sprache / deiner geschriebenen?
Dann wäre alles Gemaule von einer „nächsten Gesellschaft“ nur fake.
Sei beruhigt, es kommt keine „Nächste“, es war und wird immer nur die unsrige sein, als (auch wie schon immer) „systematisch und systemisch beruhigte unruhige Gesellschaft als sich lebendig ….“
An diesem Punkte ist nun deutlich geworden – pardon, lieber tieferbohrender – ja was nur? Was hattest du gerade deutlich gemacht?
Der / oder „die Nächste“ bitte.
Tipps, wie zum Beispiel schreibende Egomanie, die „nur“ Rauschen produciert (meine etwa) eindämmen kann. Aber gleichzeitig Assoziologie motivieren kann, ohne Certificate, Reputationsgewinne, Egomanie. Ich sehe, Klaus einmal aussen vor gelassen, keine erfolgsversprechenden Praxen.
Da hat also einer ein paar Filmchen geguckt, spricht in großen Lettern vom MEDIUM und scheitert dann daran, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehend, dass auch diese Filmchen keineswegs mit den Theorien geschweige denn den Interaktionen gleichzusetzen sind, dass sie als MEDIUM eben das verschleyern, worum es gehen könnte. Warum so miefig-correspondencialer Reductionismus Wie konnte der Herr Bohrer so was nur übersehen? Und hatte er sich nicht rumorend gen Liste verabschiedet? Der Nächste ist immer schon da, der Rest citierfähige Metapher.
Ich würde von Methoden sprechen. Und in der Tat, sie sind nirgends zu finden, jedenfalls nicht: vorzufinden; sie müssten – wie alles andere auch – erfunden werden, und das ist schwer. Ich halte dafür – und fürchte aufrichtig, keiner wird mir darin widersprechen wollen – dass sich eine Intelligenz schwierige Aufgaben sucht, um sich daran zu erproben; und solange die Banalität der Formen, wie sie durch die kritische Methode zustande gekommen sind, noch nicht einigermaßen gut erkennbar ist, solange muss sich auch eine Intelligenz mit Dämlichkeiten befassen. Es sei denn, es gelingt der Absprung, was zugestandernermaßen nicht einfach ist.
Mein Vorschlag wäre, das Argumentationsproblem vollständig in die Enge zu führen und auf die Spitze zu treiben, was heißen könnte, sich aller Sanktionsmöglichkeiten zu entledigen, indem man sich der beständigen Selbstsanktionierung unterwirft: wenn kein Argument mehr so gut formuliert werden kann, dass es noch überzeugen könnte, so müsste man dazu übergehen, das Argumentieren, sofern es sich überhaupt auf den Unterschied von Akzeptanz und Ablehnung beziehen wollte, gänzlich zu unterlassen, um stattdessen dem Narren Vorzug zu geben, eine Tendenz, die sich in der Beobachtung der Trollkommunikation bereits andeutet. Aber wie schärft man mit den Methoden der Trolle eine Intelligenz? Noch glaube ich, dass der Weg dahin über den Niedergang faustischer Habitualisierungen geht, über den Verzicht auf altgewordene zivilisatorische Aufgabenmeisterung. Und möglicherweise geht so etwas nur im Vollzug eines Generationenwechsels. Jedenfalls zeigt uns unser dieterbohrer, dass dieser Habitus sich noch viele und viele peinliche Fallen stellen lassen muss, bevor er auf reflexive Selbstbeobachtung umstellen kann.
Der Vorschlag könnte lauten: Fallen stellen, einschließlich der Selbstgefährdung die damit verbunden ist, könnte der erste und nächste Schritt sein, um die Steigerung der Peinlichkeiten zu betreiben.
@Berta Brahmer @jacobo – nichts könnte falscher und der Sachdimension unangemessener sein, als die grundfalsche und semantisch unangemessene Herumreiterei auf den gewählten Anschluss-Term „nächste“, weil man ihn aus dem Dirk-Baecker-Term „nächste GESELLSCHAFT“ nicht herausreissen kann und darf, und mit vollkommen anderen Begriffspartikeln dann auch noch vollkommen sinnwidrig verbandeln, weil das schlicht und einfach ein Kategorienfehler wäre, also eine Basissünde. Tut mir leid.
„Der Vorschlag könnte lauten: Fallen stellen, einschließlich der Selbstgefährdung die damit verbunden ist, könnte der erste und nächste Schritt sein, um die Steigerung der Peinlichkeiten zu betreiben.“
+1. Das ist die erste Lection, ganz sicher. Hier ist, bei continuierlicher Praxis womöglich ein Übergang hin zu einer Methode denkbar. Die allmähliche Vertrollung der Gedanken beim Associeren, bis man sich selbst nicht mehr traut. Was wäre aber Lection numero duo?
Zweitens: lass dich beeindrucken, lass dich manipulieren, lass dir von allen jeden Mist dieser Welt erzählen, lass dich auf alles ein, widersprich niemandem, lege kein Bekenntnis ab, akzeptiere keine Partei, akzeptiere jede Partei. Und: weiche keiner Paradoxie aus und überprüfe Argumente auf ihre Paradoxiehaltigkeit, nicht um sie zu lieben, nicht um sie zu hassen, sondern um zu verstehen, dass der Witz erst dann erscheint, wenn man aufs Lachen verzichtet. Erkenne, dass man mit Gelächter jeden Witz zerstören kann. Man kann einen Witz erst dann verstehen, wenn man sich fragt, warum die anderen noch lachen wollen. Lass dich verführen, lass dich in die Irre führen, lass es zu, dass man sich über dich lustig macht. Oder so formuliert: ergib dich! Hände frei? Bemerkung zum Vortrag von Joachim Paul
Zweck der Übung könnte sein, die Kränkungsfähigkeit der anderen zu testen. Denn was ist das Lachen anderes als sich vor der Einsicht zu schützen, man könnte noch Herr der Lage sein? Man lacht, um es nicht mehr sein müssen und um die Hoffnungslosigkeit auf diese Weise zu ertragen. Über Witze zu lachen ist eine altmodische Form der Toleranz, die nicht mehr akzeptabel ist.
Noch etwas über numero tre?
lieber dieterbohrer, widersprich den Trollen nicht. Lass es doch. Sie sollen dir widersprechen, sollen sich an dem Mist abarbeiten, den du schreibst. So funktioniert das Spiel.
„Noch etwas über numero tre?“ Lass dich nicht abhalten, obschon ich mit eins und zwei gut beschäftigt bin. In gewisser Weise aber auch schon quasi=internalisiert habe. Schiesz los!
… Und den ganzen tollen Categorienfehlern, mit denen Herr Bohrer um sich schleudert. Damit
habenhätten Legionen von Trollen genug zu tun, aber wir sind ja civilisiert.Aber, lieber Dieter, im Sinne von Kusanowskys Kommentar von oben sehe ich davon ab, dir zu widersprechen. Sondern verweise stattdessen darauf, dass der Vortragende explicit auf das von dir erkannte „Problem“ hingewiesen hat, klar und deutlich zu hören in seinem Vortrag. Vermutlich hast du nichts falsch, sondern einfach nur nicht alles richtig verstanden (im Sinne von: akustisch). Keine Sorge, einfach noch mal gucken.
Viertens: Die zivilistorische Pflicht der Einübung von Vernunft ist erfolgreich abgeschlossen, was heißen könnte, dass die Menschen, die solchermaßen erfolgreich in eine Diskussion einsteigen, unschuldig sind. Vernunft gebietet die grundsätzliche Unschuldsunterstellung, erst recht, wenn das Gegenteil höchst empirisch und dessentwegen überzeugend wirken soll, denn was könnte diese Art der Empirie so verhängnisvoll gestalten? Ich würde sagen, es ist der transzendentale Selbstverdacht, der schon seit längerer Zeit imperial in den sozialen Strukturen sedimentiert und nicht mehr auszukratzen ist. Der Selbstverdacht, schon semantisch abrufbar in dem Wort „Ecce homo“, was heißt, dass nicht nur er „ein Schicksal ist“, sondern auch ich. (Übrigens gestern im Fernsehen aufgeschnappt: Supermacht mit drei Buchstaben? ICH) Wer wollte das leugnen? Und bitte – leugne es. Es geht ja vernünftig zu, erkennbar auch hier an den sehr leicht gewordenen Möglichkeiten, das alles und noch viel mehr zu bestreiten und jederzeit ein Argument durch ein Gegenargument zu ersetzen, Scheitern all inclusive, es kostet ja nicht viel. Das scheint mir überhaupt das entscheidene Argument für das Zugeständnis der prinzipiellen Vernunfts- wie Unschuldsunterstellung zu sein: im Dutzend billiger. Und es gibt keinen Grund, solche Fortschritte zu verschmähen. So ist der transzendentale Selbstverdacht, wenn schon fast nicht mehr als Selbstbeobachtungsschema von Comedians zu gebrauchen, ein Problem für Suchmaschinen. Und ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob mir ein letzter Rest von Stolz nicht insofern noch geblieben ist, als dass ich mich schon immer nur als Findmaschine betrachtet hatte. Aber egal. Wer will das wissen?
Liebe Gemeinde, lieber Dieter,
man kann im Internet gezielt surfend suchen und mit Glück (oder gekonnter Raffinesse) das Gesuchte auch finden. Man kann aber auch ganz in Gedanken (oder voller Gedanken)
gedankenlos ein paar falsche Klicks klicken und dann vielleicht auf so etwas wie das hier stoßen. Gemeint ist mein zur Zeit letzter Kommentar, allein zum Durchzählen fehlt mir die Muße (Quelle: Internet).
Gut, @Kusanowsky – den Trollen nicht widersprechen, das don’t feed the trolls beachten, aber mir tun solche Trolle leid, als Geschwister im Geiste, wenn sie gut schreiben, wenn sie zeigen, gebildet oder mindestens gut ausgebildet zu sein, dann aber ganz offensichtlich noch nie etwas von Luhmann gelesen zu haben, wo doch zum Beispiel Peter Sloterdijjk sogar so weit ging, zu schreiben, in seinem schlagend formulierten Aufsatz „Advokatus des Teufels“, (Vortrag gehalten in Freiburg), es gäbe in der Geistesgeschichte oder mindestens in der Geschichte der Soziologie ein deutliches „NACH Niklas Luhmann“, in dem Sinne, wie es üblich geworden ist, zu sagen und zu schreiben, nach Gallilei, nach Kopernikus, nach Darwin, nach Marx, nach Nietzsche, nach Freud, und so sage man eben heutzutage unter belesenen Leuten auch NACH Luhmann. Diese Leute schiessen sich doch selber ins Knie, wenn sie sich derart outen, zu bekennen oder zu zeigen, diesen Luhmann überhaupt nicht zu kennen, und dies dann in einem BLOG, der unter „Differentia“ firmiert. Wenn man mit gewissen adressierbaren Personen redet, sollte man doch zumindest deren Sprache sprechen. Widersprechen selbst ist ja nicht nur erlaubt, sondern sogar zur endgültigen Abklärung des Aufzuklärenden vollkommen erwünscht, doch man sollte doch zumindest in der selben Gedankenwelt sich aufhalten und bewegen, wie die selbst ausgesuchten Kotrahenten.
Ja, „dieterbohrer“, immer schön weiter durchzaehlen. Das klappt prima!
[…] Störer ohne Haftpflichtversicherung, die aus der Freiheit wieder eine Frechheit machen, woran man ihr feines Gespür für den aktuellen Stand der Diskussion erkennen kann. Also: noch einmal von vorn, aber diesmal […]