von Kusanowsky

Dieser Artikel gibt einen kleinen Einblick in Strategien der Selbstmarginalisierung der Wissenschaft. Nicht nur Wissenschaftler müssen das Risiko der Belohnung eingehen, um ihre Leistungen als Wissenschaft akzeptabel zu machen, auch die Zeitschriften müssen sich um ständige Reputationssteigerung bewerben. Sie versuchen dies, indem manche Herausgeber Autoren dazu verpflichten, in ihren Beiträgen vermehrt aus der eigenen Zeitschrift zu zitieren. Auf diese Weise wird offenbar, womit sich die Wissenschaft beschäftigt: sie beschäftigt sich mit selbst, und muss vermeiden, dass ihr selbst dies einsichtig wird, weil sie andernfalls ihre Rechtfertigungsbasis verlieren würde. Daher der Vorschlag in diesem Artikel: „Das Problem sollte nicht durch moralische Appelle an Herausgeber oder gar Autoren zu lösen versucht werden, sondern durch eine simple Änderung der Anreizstruktur, die auch kurz benannt wird: Bei der Berechnung von Impact-Faktoren, insbesondere durch ISI im SSCI (und SCI), sollten Zitationen in derselben Zeitschrift nicht berücksichtigt werden. Damit entfiele der Anreiz zur Manipulation, zumindest für die Herausgeber hinsichtlich ihrer eigenen Zeitschrift.“
Typisch: Es müssen „Anreize“ geschaffen werden, also Sanktionen, über deren Berechtigung die Wissenschaft selbst zu entscheiden hat – ein nicht lösbares Problem, das nur dadurch entsteht, indem man versucht, das Problem zu vermeiden. Siehe dazu auch:
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/02/21/das-schmutzige-geschaft-mit-zwangszitaten/

Advertisements