Wer ist @1788_ und was will er von „mir“ wissen? #assoziologie
von Kusanowsky
Ich bedaure und bitte darum, folgendes zu bemerken: wer an der Kommunikation beteiligt ist, ist auch darin involviert und macht sich als Beobachter beobachtbar. Wer also solchermaßen die Bereitschaft zeigt, die Kommunikation fortzusetzen, darf nicht nur Fragen stellen, sondern darf sich auch Fragen stellen lassen: Was willst du wissen? Und warum? Geht es dich was an? Und wenn ja, was?
Ich könnte also genauso gut um Auskunft bitten, oder so formuliert: nur weil ich dieses oder jenes schreibe, bin ich noch nicht auskunftspflichtig, oder doch? Denn deine Adresse, ihre Ansprechbarkeit und die Entfaltung von indizierbaren Erwartungen referiert ja auch „Geschriebenes“, das dir zugerechnet werden darf. Entsprechend könnte man auch fragen: Wer die Kommunikation schriftlich fortsetzt, ist auskunftspflichtig. Aber sie ist ja immer schon fortgesetzt. Und wer weiß, ob sie weiter geht? Wer also kann Auskunftspflicht zurechnen und ihre Erfüllung einfordern, wenn gar nicht mehr klar ist, ob Kommunikation überhaupt stattfindet? Traditionell ist auskunftspflichtig, wer sankionsberechtigt ist: Wer eine Behauptung aufstellt muss sie auch begründen unter der Voraussetzung, dass eine doppelt kontingent verteilte Anschlusserwartung darüber strukturiert ist, dass diese Behauptung selbst nicht begründungsnötig ist, weil Anschlusssicherheit (etwa durch Organisationen wie eine Universität) und Sanktionsfähigkeit schon so gut gewährleistet waren, so dass man schon wissen konnte, wer Antwort geben wird, wenn Antworten gegeben wurden.
Aber die Internetkommunikation durchkreuzt diese Anschlussicherheit. Wer ist „@1788_ „? Warum soll ich mich ins Zeug legen, wer belohnt mich dafür und womit? Leg du dich doch ins Zeug und streng dich an, vielleicht setze ich dann die Kommunikation fort. (Oder auch nicht, wenn die Anschlusssicherheit zu gering ist.) Jedenfalls: nur, weil ich etwas über Assoziologie schwafele, bin ich noch nicht auskunftspflichtig.
Ich selbst habe bei einigen Lesern dieses Blogs erfolgreich den Verdacht auf mich gezogen, dass Kommentare dieses Blogs auch von mir geschrieben oder von mir vor Freigabe manipuliert worden sein könnten. Übrigens ist der Verdacht berechtigt, denn ich behalte mir tatsächlich vor, dies auch weiter hin zu tun. Das gilt auch für die Tweets von „@1788_ „, weil niemand weiß wer das ist. vielleicht bin ich das selbst? Oder auch nicht. Wie will man das kritisch ermitteln? @1788_ ist eben irgend ein Twitter-Troll, den keiner kennt.
Also, soll ich wirklich einfach so weiter machen, wenn ich nicht weiß, welche Tricks sich „@1788_ “ einfallen lässt, um mich in die Irre zu führen? Nicht, dass ich prinzipiell etwas dagegen hätte, allein, mir fehlen die Instrumente, um ebenfalls irreführend tätig zu sein, da ich ja Irreführung gar nicht bestreite, also relativ transparent zur Kenntnis gebe, dass ich ein Schummler, ein Scharlatan, ein Internettroll bin (oder sein könnte). Dieses Geschwafele von „Assoziologie“ könnte, ich betone: könnte der Vesuch sein, dummes Zeug unterzumischen, es könnte aber auch sein, dass es sich anders verhält. Darum bin ich nicht mehr fähig, Irreführung zu sanktionieren, weil ich sie selbst schon sanktioniere. Aber von dir, @1788_ , weiß ich es nicht.
Als Lösung des Problems schlage ich vor, diesen Kommentar von @str0mgeist zu lesen. Er löst das Problem auf, in dem er sich dem Risiko aussetzt, einen Beitrag zur Frage, was ist Assoziologie selbst zu formulieren, und zwar so, dass seine Antwort auf diese Frage sich als genauso gegenstandslos erweist wie die Frage, weil er ja auch einfach Blödsinn schreiben könnte und schaut, ob trotzdem noch die Kommunikation weiter geht.
Und gewiss: auch den Kommentar von @str0mgeist könnte ich selbst geschrieben haben, und darum: warum sollte ich die Frage noch einmal beantworten, wenn ich hinreichend verdächtig bin, sie mir schon beantwortet zu haben?
Was ist Assoziologie? Es handelt sich dabei um ein Spiel der Selbstorganisation von Erwartungen, das die Bedingungen der Fortsetzung – und damit auch seine Regeln – überhaupt erst in Erfahrung bringen muss, z.B: Interaktion durch Internetkommunikation bei gleichzeitiger Abwesenheit aller involvierten Spieler, die sich nur als Selbstanwesend beschreiben können und die Fraglichkeit dieser Selbstbeschreibung mitberücksichtigen müssten, um sie fremdreferenziell beobachtbar zu halten.
Es handelt sich um ein Argument, das besagen soll: wir können bei Fortsetzung der Internetkommunikation nicht mehr länger davon ausgehen, dass die entscheidenden Dinge irgendwie immer schon klar wären, man müsste sie nur noch kommunikabel machen. Mir ist noch ausreichend unklar, was Assoziologie sein könnte, und bin gespannt, ob die Kommunikation zu dem Thema weiter geht.
Lieber Klaus @Kusanowsky – ja wenn das so ist, dann bin ich ja ein in der roten Wolle durchgefärbter Assoziologe, denn zur Soziologie, die noch keine ist, weil sich selber suchend immer noch im Werden, zu dieser Soziologie habe ich in den letzten sieben (?) Jahren auf einer anderen Assoziationsschine einiges dazu beigetragen, dass die sich selbst gestaltenden Kommunikation kommunikativ nicht abreisst. Oft habe ich einfach drauflos geschrieben, besonders immer dann, wenn mich die ausgewiesenen Könner und Reputationshäuptlinge mit ihrer Selbstsicherheit geärgert haben und ich dieserhalb sehr zornig und dann auch oft ziemlich wortgewaltig und metaphernreich geworden war. Aber das weisst Du ja alles.
Schliesslich bin ich der Erfinder der Karlmarxität, die ich dort eingeführt habe mit dem Diktum, was immer auch sonst noch sei, ein bißchen Karlmarxität müsse im argumentativen Schlagaustausch, bitte, stets dabei sein. Man hat mir von edler professoraler Seite auf den Kunststoffbrettern dieser Bühne, die mir mal fast die Welt bedeutet hatten, das semantische Lob angeheftet, gemessen an dem leider so häufigen „Geschwurbel“, das sich dort kommunikativ ausgebreitet hatte, seien meine grammattisch klaren, stilistisch ausgewogenen und semantisch nicht allzu frei fliegenden Beiträge stets eine Freude für den interessierten und aufgeschlossenen Leser. Aber ich will und darf mich ja nicht selber loben, obgleich, wie ich oft habe feststellen dürfen, Selbstlob eine der Grundtugenden ist, wenn man es akademisch weiterbringen möchte, vor allem immer dann, wenn man es im Reputationsstreit schon so weit gebracht hat, die anderen daran zu hindern, sich medial bemerkbar zu machen. Als ich auf dieser angedeuteten Bühne es immerhin so weit gebracht hatte, dass auch ein trolligerweise und aus reinem Spass versuchter Namenswechsel nur dazu führte, mir schon nach dem zweiten Beitrag in der neuen Maske mit lautem Lachen zu bescheinigen, ich dürfte mich doch nennen, wie ich auch immer wollte, man würde mich doch immer an meinem Schreib- und Argumentationsstil erkennen; (Fast hätte ich soeben im Eifer des Spassgefechtes geschrieben „Denkstil“, aber dann wären hier nun wirklich alle über mich hergefallen). Der Listowner der genannten Bühner hat mich sogar einmal damit geehrt, meinen wahren und schlichten bürgerlichen Namen mit dem Zusatz „Style“ zu ehren.
Ich verspreche also nun folgendes: So zu tun, als hätte ich nun begriffen, was Assoziologie ist und was sie, wenn sie sich selber ernst nimmt, gegebenenfalls auch werdend sein könnte. Ich werde nicht zögern, immer dann, wenn es bei mir geklingelt hat, an der Fortsetzung dieser schönen Wissenschaft mich im positiven Sinne und immer wohlmeinend für Anschlusss sorgend dabei zu sein und – wenn es mir nicht vergällt wird – auch dabei zu bleiben.
Ich muss abbrechen: eben habe meine nachbarschaftlich adoptierten Enkelkinder geklingelt, weil sie – durchgefroren, und den Hausschlüssel vergessend – vom hiesigen kleinen Rosenmontagszug zurückgekommen sind und mich zum Vorlesen verdonnert haben. Tschüss!
Die Unterstellung von Vertraulichkeit ist nicht statthaft und gehört nicht hierher.
@Kusanowsky – einverstanden! Es sind eben diese ewigen unausrottbaren kleinen menschlichen Schwächen, die mich so … machen, wie ich nun einmal bin. Ich streite jeden entdeckbaren Ansatz von angestrebter Vertraulichkeit ab. Es lebe das Streben nach Objektivität (gleich wieder der Einwand von allen Seiten: was soll das denn sein). Es recht zu machen jederfrau, ’ne schwere Kunst – wie Kunst am Bau!
Jacques Lacan bestimmt die Hysterie als eine Frage: «Che vuoi?». Was will der andere von mir? – so fragt sich der Neurotiker unablässig, und der Versuch, das rätselhafte Begehren des andern zu entschlüsseln, macht ihn hysterisch. Lacans Formel macht klar, dass die Hysterie, anstatt ein typisches Frauenleiden zu sein, mindestens so sehr die Männer betrifft. Zudem lässt Lacans Formel männliche Hysteriker gerade dort entdecken, wo man sie traditionellerweise niemals vermuten würde: in den Männergesellschaften der Mafia. Ausgerechnet dort, wo angeblich noch klassische Rollenbilder männlichen Selbstbewusstseins zelebriert werden, grassiert in Wahrheit die hysterische Frage «Che vuoi?». Diese überraschende Einsicht lässt sich denn auch anhand von historischen Untersuchungen zur Mafia belegen und mit den Mafiafilmen Martin Scorseses eindrücklich veranschaulichen: Der Chauvinismus der Mafia ist nicht der Gegenentwurf zur männlichen Hysterie, sondern deren radikalster Fall.
http://johannes.binotto.ch/Vortrag/Eintr%C3%A4ge/2010/5/7_Vorlage.html
Klar – die entscheidenden Dinge sind alles andere als klar: Hiermit möchte ich den eben grob zitierten Satz aus @Kusanowskys Eingangsartikel zusammenbringen mit dem, was einem begegnet, wenn man den Beitrag #Dissoziologie ins Auge fasst (blöde Sprachfigur: nehmen sie, bitte, ihren Finger aus meinem Auge) und sich anschaut, was sich zeigt, wenn man den letzten darin gegebenen LINK anklickt:
Mein Kurz-Schluss-Gedanke: Was haben „Der Film“ und „Die Sexualität“ gemeinsam?
Bevor ich gedanklich hierzu Anlauf nehme, muss ich zunächst – möglichst kurz – erläutern, was mich mit der mächtigen sozialen Erscheinung KINO/FILM verbindet und was ich an diesem Wunderkomplex immer schmerzlich vermisst habe:
(1) Mein Kinowissen reicht – selbstverständlich nicht lückenlos – von der Glanzzeit des Stummfilms bis in die Gegenwart. Alles dank des erzählerischen Furors meiner Mutter, die damit klar kommen musste, mich, den sie mit drei Jahren bei ihrer Mutter zurückliess, damit sie ihren Musiker heiraten konnte, um nicht mit noch einem unehelichen Kind durch ihre kleine Welt zu segeln. Ihr Musiker bespielte mit seiner Band (würden wir heute sagen) das letzte Stummfilmkino Berlins in der Kleinen Frankfurter Strasse. Sie selber war dort bis zu dieser ihrer Hochzeit Platzanweiserin. Deshalb bekam sie mich nur einmal in der Woche zu sehen, sonntags am Nachmittag, wenn ihr Musiker für andere Musik machte. Dann erzählte sie mir Kinogeschichten: Da war mal ein …
(2) Bevor ich des Sonntags meine Mutter besuchte, ging ich erst einmal um ein Uhr in die Kindervorstellung des MERKUR-Palastes in der Palisadenstrasse. Kein Ort in Berlin war mir so vertraut wie dieser, schon allein deshalb, weil gegenüber dieses meines Lustortes meine Grossmutter einen ambulanten Obstwagen betrieb, jedenfalls die Woche über.
(3) Ich wollte immer, Film sollte eine Kunstform werden und sein, wie es das bürgerliche Theater gewesen war: Heilige Zeiten, eine geradezu liturgische Atmossphäre: angemessene Kleidung, nur verhaltenes Reden erlaubt, keine Vorspann- oder Reklamemätzchen. Leider haben der Film und sein Ort, das Kino, es zu solcher kulturellen Blüte bis heute nicht gebracht. Könnte aber noch werden.
Damit wäre ich im Grossen und Ganzen bei meinem waghalsigen Vergleichsversuch, sozusagen bei meinem angepeilten tertium comparationis: Film und Sexualität, beiden so menschlichen Verhaltensformen, ist es nicht gelungen bislang, ihre gemeinsame Atmosspäre des Ordinären abzustreifen: in jedes Kino kann man in Jeans oder sogar (fast) in der Badehose gehen, eine Verhaltensweise, die das bürgerliche Theater bis Vorvorgestern niemals zugelassen hätte. Aber die Sprache des Films versteht ein jeder: sie ist ordinäre im besten Sinne dieses Wortes: sie ist einem jeden und einer jeden geläufig. Diesen ordinären Touch lernt man sich durch aktiven Kinobesuch und möglichst durch ungebremste Häufigkeit (von) selber an. Was Kino ist, das lernt man sozusagen „auf der Strasse“. Wenn man Kino mit Kopulieren vergleicht: Kino kann jeder. Aber dennoch: Kino hat eine eigene Sprache, sogar eine mit vielen Dialekten.
Na und die Sexualität? Sie ist, wie Kino, als wirkliche Kunst nicht anerkannt. Sie hat zwar auch eine eigene Sprache, allerdings nur eine ordinäre, die ein jeder auch auf der Strasse lernt, (wozu man Schulhöfe, Hinterhöfe, Stammtische und ähnliche verbreitete Örtlichkeiten zählen darf, denen niemand ausweichen kann). Es gibt keine Kultur des Kinos und also auch nicht der Sexualität, wie es aber eine Kultur des Theaters und der Kunst generell gibt.
Bei gewissen Südseevölkern (Borneo oder Sumatra, die Erinnerung streikt) kennt man in der Form sogenannter Langhäuser geschlechterspezifische Einrichtungen, die nur erwachsenen Männern oder eben Frauen vorbehalten waren. Zu einer gewissen Zeit, wurden hier die Pubertierenden zur Aufklärung und zur sexuellen Kultivierung hinbeordert und entsprechend zugelassen. Was immer hieraus entstanden ist oder sein mag, eine klar geschnittene Kulturform scheint es mir in jedem Falle gewesen zu sein. Und genau so etwas habe ich mir immer vorgestellt, für das Kino – und für die Sexualität. Die bekannten und vertrauten Fourletterwords wären dann Kultur und das Kino mit seiner Ausdruckskraft wäre dann eine moderne Art der Theologie, deren Symbole und Riten das Volk – nicht als Schimpfwort – zusammenhielte und sein Verhalten entsprechend strukturierte MIT einer hierzu passenden UND kultivierbaren Hochsprache.
„Na und die Sexualität? Sie ist, wie Kino, als wirkliche Kunst nicht anerkannt“ – „MIT einer hierzu passenden UND kultivierbaren Hochsprache.“ –
was sind das nun für Gedankenrabatten, kennst du „Sexualität“ in „kultivierbarer Hochsprache“? Wie geht das? Soll es das sein? Als Theologie oder als „Volkes Ausdruckskraft“?
Wer hat denn diese Gedankenrabatten angelegt, eventuell der, der noch nicht bemerkt hat, daß „Film eine Kunst“ ist? Seit Jahrzehnten, wo warst du inzwischen?
Und – für deine Erinnerung – die „Langhäuser“ gab es fast vor deiner Nase, da mußt du nicht erst nach Sumatra, die hatten schon deine Vorfahren, die alten Germanen. Was die allerdings dort zur Pubertätszeit trieben, ist noch nicht so gut erforscht, hatten ja das Kino „, den „Film als Kunstform“ damals wirklich noch nicht.
Ich war zwar auch viel auf den unterschiedlichsten „Höfen“, aber daß die Sexualität „zwar AUCH eine eigene Sprache hat, allerdings nur eine ordinäre, die ein jeder auch auf der Strasse lernt“, verstehe ich nicht ganz:
Was hat denn noch eine „ordinäre Sprache“?
Und wieso muß man dazu auf die Straße, um sie zu lernen?
Ja wieso muß man die überhaupt „lernen“?
Mir fiel die „Sprache der Sexualität“ sachte sanft „von allein“ zu (sie war weiblicher Natur), offenbar vergaß sie dabei zunächst, daß sie ordinär sein sollte …
Irgendetwas war bei mir (AUCH bei anderen?) anders – könntest du das AUCH verstehen?
Trotz der sorgfältigen Gedankenrabatten?
Trotz deiner „klar geschnittenen“ Kulturformen?
Ich nehme dann mal schon meinen „Finger aus deinem Auge“ …
(„#Dissoziologie ins Auge fasst, (blöde Sprachfigur: nehmen sie, bitte, ….)
Ach, @Lusru – nichts hast Du verstanden, schlichtweg gar nichts: genauso habe ich mir mindestens EINE Reaktion vorgestellt, aber nicht gerade DEINE:
Was soll ich meine wohlgepflegten Argumente wiederholen, wenn Du sie nicht annehmen willst. Vielleicht findet sich hier ja doch jemand, der semantisch und stilistisch in der Lage ist, „passend“ und zielführend hieran anzuschliessen.
Ich will mich auch kurz der Gefahr aussetzen, den Anschein zu erwecken, das eine Person sich äußert
Ergänzend zu den von @kusanowsky und dieterbohrer gemachten ‚konkreten Sprachope rationen‘ unter doppelter Kontingenz möchte ich, wie in vielen andernen Diskussionen /assoziativen Zusammenhängen auf einen Mangel an Argumenten hinweisen, die ich schon bei vielen Politologen und Soziologen festzustellen hatte.
Die wissenssystembedingte Ignoranz gegüber den Rechtsbeständen, die sicher im „System Deutschland“ nicht gerade unwichtig sind.
Eure Assoziologien finden nicht im luftleeren Raum statt, sondern unter den historisch konkreten und in steter.Entwicklung begriffenen operationalen Bedingungen der gesellschaftlichen Syteme in Deutschland und über das Netz noch einiger mehr.
Zu diesen prozesshaften, temporären, fragmentierten Bedingungen und geronnenen Wissensbeständen in den Institutionen gehört u.a. das Medienrecht und nicht nur die Ökonomie der Aufmerksamkeit und ihre Diskursregeln.
Deshalb empfehle ich Euch Karl Heinz Ladeur, Das Medienrecht und die Ökonomie der Aufmerksamkeit,Köln 2007 und für die Ansätze eine Theorie der Globalisierungstendenzen zusätzlich Kapitel 3 von Ino Augsberg u.a..,Denken in Netzwerken,Tübingen 2009.
Und jetzt versteige ich mich zu der Ungeheuerlichkeit einer Voraussage unter den Berdingungen von Unwägbarkeit und Komplexität: danach werden die assoziativen Bemühungen eventuell etwas an inhaltlicher „Substanz“ gewinnen.
Ich hoffe, trotz leichter ironischer Anflüge, die meiner Persönlichkeit und der Ausbildung bei Helmut Ridder geschuldet scheinen, anschlussfähig geblieben zu sein.Zielführend hingegen ist relativ unmöglich, denn wie kann eine Person – bliebe zu klären ,was das ist – die Ziele von Systemen bestimmen ?
@Walter Mengel – eine Stimme, die systematisch und systemkonform sich damit bescheidet, keine Person zu sein, also der reine unbestimmte, aber gewiss bestimmbare Anschluss: die beiden empfohlenen Autoren habe ich zunächst einmal notiert; Ladeur kenne ich vielleicht (?), bin dessen aber nicht gewiss. Ich werde mich kümmern.
Die kommunizierende Gesellschaft, wenn diese Verdoppelung Sinn macht, sie zappelt schon mittendrin im Netzwerkgeschehen, in der „wie ein Netz“ wirkenden Anschlussfülle, die wie ein Schwarm ist, dem das grösste und engmaschigste Netz nicht gewachsen scheint. Und die Theorie, also das Reflexionsbemühen, es zappelt selber – nämlich hinterher, so schnell kann die sich anpassen wollende Sprache gar nicht mit. Keineswegs stellen die erforderlichen und so dringend benötigten Begriffe sich schlicht von selber ein, denkste! Ob man es analytisch oder synthetisch zu drehen und zu wenden versucht, es gleitet alles weg und es will sich nicht einfangen lassen. Das Gesagte bleibt ärmlich das Gesagte und will sich zum Gemeinten als dem Geahnten und Gefühlten einfach nicht einstellen. Schon hat man selbsterkennend mehr Missverständnisse produziert, als einem gut tut: man bietet freie Anschluss-Stellen, wo man dann unnötig angegriffen werden kann. Verzweifelt hegelt man dann ein wenig, sagt sich, das Ganze, die Totalität, sie lässt sich eben nicht phänomenologisch eingrenzen, die Horizonte weichen ironisch lächelnd zurück, und man macht sich selber zum Dummen, der suchend nicht mehr ein noch aus weiss. Es gibt Tage zum Verrücktwerden. Dabei scheint man zu spüren, am Ende, wenn es denn ein Ende haben kann, wo es ja schon keinen Anfang hatte, man kann wohl nicht ankommen, und der Tod wird auch keine (Er)Lösung sein. Worte, alles nur Worte …
Lieber dieterbohrer, zunächst einmal bin ich schon eine Person,ein Subjekt ;-), aber ich bin mir ganz unironisch meiner Rolle in der Peripherie der Systeme bewusst,deshalb der scherzhaften Bemerkungen am Anfang.
Deine Verzweiflung angesichts der weiten Felder teile ich,hoffe allerdings noch lange genug zu leben, um das eine oder andere Feld mitzubestellen.
Wenn Du dann aber im Vorwort des zweiten o.g. Buches oben die aufgezählten Sach- und Erkenntnisfelder liest,die diese Jungs und Mädels zur Beackerung in sozialer und epistemologischer Perspektive vorschlagen,kann dich an schlechten Tagen schon etwas der Mut verlassen.
Zumal ich nicht mehr im Wissenschaftsbetrieb eingebunden bin und mein Vollzeitjob bei diesem aufwendigen Hobby schon etwas störend wirkt.
Aber als Rentner leg ich dann voller zeit wieder los.
So long,fellows
Assoziologie muss das hier auch alles aushalten. Können.
Diese Kunst der Assoziologie hat sich nun allmählich und langsam entwickelt, anders als etwa die Künste konkreter Befragung als Dokumentation in Experiment und Definition. Assoziologie wird auch kulturgemäß vorwiegend in persönlicher Berührung mit dem großen Virtuosen unserer Zeit, dem Internet, als Auslegung oder seines oder fremder Werke auf wieder andere übertragen. Zugleich aber verfährt jede Kunst nach Regeln. Diese lehren Schwierigkeiten überwinden. Sie überliefern den Ertrag persönlicher Kunstfertigkeit, Assoziologie ist nicht mit postmoderner Beliebigkeit zu verwechseln! Man beobachtet früh die Deutung der Kunst als Auslegung um die Darstellung ihrer Regeln. Und aus dem Widerstreit dieser Regeln, aus dem Kampf verschiedener Richtungen über die Auslegung lebenswichtiger Werke, die nicht mehr mit Fug und Recht Werk genannt werden können, und dem so bedingten Bedürfnis, die Regeln zu begründen, entstand die assoziologische Wissenschaft. Sie ist die Kunstlehre der kommunizierenden Ausdeutung von Sinnsplittern.
Gut, dann ist es so.
Eventuell liegt das aber auch mit an deiner neuerdings gern mal sehr naturverbundenen – um nicht zu sagen blumigen – Erzählweise, die tatsächlich an „Rabatten“ erinnern (das war doch mal deine Begriffskreation: Gedankenrabatten).
Rabatten sind Beete mit eindeutigen schnurgeraden Trampelpfaden, die nicht zu verlassen sind – genau das stört, immer, und reizt genau nur noch zum „Verlassen der (ausgelatschten) Trampelpfade“, versuch es mal so zu sehen.
Manchmal verstehe ich eben nur außerhalb solcher Pfade, also mittendrin in der Rabatte, was gemeint ist.
Ach ja, „semantisch“ und „stilistisch“ Anschluß finden: Bitte was meinst du denn mit „wohlgepflegten Argumenten“, was kann denn das nur sein, daß dieterbohrer mit pflegebedürftigen oder in Dauerpflege befindlichen Argumenten hantieren muß, bitte was muß ich darunter mir vorstellen – oder ist das auch nur wider eine solche Blume? Dann wäre sie aber ungepflegt, weil schon etwas weich und welk einreisend.
„Ich hoffe, trotz leichter ironischer Anflüge, die meiner Persönlichkeit und der Ausbildung bei Helmut Ridder geschuldet scheinen, anschlussfähig geblieben zu sein.Zielführend hingegen ist relativ unmöglich, denn wie kann eine Person – bliebe zu klären ,was das ist – die Ziele von Systemen bestimmen ?“ –
„Ironisch ist OK! „leicht“ aber auch, kannst ruhig noch etwas Gas geben, wenn du kannst, besser willst, denn: du müßtest dann ein „System als Person beeinflussen wollen“ – das System wärst du, unabhängig davon, ob du gerade als Karnevalskostüm „Person“ oder „Subjekt“ trägst.
Kannst du dir das vorstellen: Du ein System, daß sich „beeinflußt“?
Hallo, was erlebe ich:
Wieder ein richtig pfeffriger Text von Dieterbohrer!
So gefällst du mir, und was du sagst erst recht – bis auf den ersten Absatz, da warst du sicher mit dem Gießen der Blumenrabatten noch nicht fertig:
„… eine Stimme, die systematisch und systemkonform sich damit bescheidet, keine Person zu sein, also der >reineunbestimmtegewiss bestimmbare< Anschluss:…" –
abgesehen davon, daß ich nicht erkennen kann, wieso du das gerade und an dieser Stelle dem waltermengel sagen möchtest, oder doch nur Rabatte?
In diesem Zusammenhang: "Es gibt KEINETage zum Verrücktwerden", wer das sagt, der redet nur davon, wer es ernsthaft so meint und erlebt hat, der kann das nicht mehr formulieren …, der weiß das nicht mehr.
Aber, aber waltermengel, du bist dir doch nicht “ ganz unironisch deiner Rolle in der Peripherie der Systeme bewusst“, du hast deine Rolle als (selber)System noch nit (vor)gefunden, als System, das nicht „in der Peripherie der Systeme“ sondern mittendrin, als pari unter pari „seine Rolle“ macht: Schau mal, wie bravourös du danach den Kern triffst! Wie interessant du das mit der „Verzweiflung ff.“ ausführst!
Muß interessant sein, wenn du dann als voller Rentner wieder Zeit los legst, z.B. über das, was „diese Jungs und Mädels zur Beackerung“ vorschlagen.
Gern, so kann man das sehen (auch aushalten).
Verstehe lediglich nicht, wie hier auch noch ein neuer Götze kreiert und hofiert werden muß (falls nicht ironisch sondern gemeint):
„in persönlicher Berührung mit dem großen Virtuosen unserer Zeit, dem Internet,“- ?
Da wäre zum einen die „persönliche Berührung“ – nun, wenn ich mich auf die Schienen des Bahnnetzes oder an die Rohre des Trinkwassernetzes, ja sogar an die Steckdose des Stromnetzes lege, ist da wohl weniger von „persönlicher Berührung“ zu reden, wer soll denn da was „berühren“? Weder körperlich noche „geistig“ findet seitens eines NETZES eine Berührung statt, Netze können SICH nicht bewegen und so auch nicht „berühren“.
Gleiches gilt für den „Virtuosen“ noch mehr!
Falls noch nicht bemerkt: Da stecken richtige Menschen dahinter, die über das Netz berühren oder virtuos werkeln, nicht ein einziger Knoten oder Kanal rührt im Internet auch nur den kleinsten Finger …, geschweige be-rührt.
Bleibt das so stehen, wird ein Neuer Pseudo-Personenkult eröffnet ohne Personen, findet verschwurbelte Technik-Apollogetik ersten Ranges ohne Grundlage und damit keine Vermeidungsverwirrung, aber völlige Verwirrung von Ahnungslosen (und Arglosen) statt.
Der „poetische Fehltritt“ als „Hahnentritt“ für große „Eierei“.
Die Textpassage
„in persönlicher Berührung mit dem großen Virtuosen unserer Zeit, dem Internet,“
ist rcycleunfähiger Müll einer nicht verstandenen aber hier ver- statt aufgeklärten Technopoesis.
Hüten wir uns davor, auch nur zwei Schritte in diese Sprach- und Literaturverkeulung zu gehen, Internet ist banales Menschenwerk, mehr nicht, so gern wir auch damit spielen.
@Jakob Volpino – Vierzehn Zeilen, die es in sich haben, sie zeigen uns das Doppelgesicht der sich neu gebenden Art, mit gegebenen Texten umzugehen: Assoziologie einmal als Kunst und dann wieder als eine Wissenschaft. Schlussendlich ist sie dann die Kunstlehre der kommunizierenden Ausdeutung von Sinnsplittern.
Wenn Träumen tastendes Denken ist, dann komme ich da schnell ins Träumen. Wie soll ich mich denn da jetzt verhalten, als Künstler oder als Wissenschaftler? Stimmt das denn, dass eine jede Kunst nach Regeln verfährt? Hat uns denn Wittgenstein nicht gezeigt, welch komplizierte – wenn nicht gar komplexe Maschine die Regelmaschine ist? Fragen über Fragen.
Ich habe einen Verdacht, der bei mir backstage rumort und immer mal wieder auf die Vorderbühne will: Assoziologie ist nur ein grosser Spass von @Kusanowsky , er will, dass wir an diesem neuartigen Gerät turnen, um unsere Kräfte zu messen. Und es funktioniert.
Auch das Gespenst der postmodernen Beliebigkeit geistert hier wieder herum. Schuld ist dieser Feyerabend, der mal seine wild gewordenen Kollegen ärgern wollte mit seiner Gesprächsabbruchkeule des anything goes. Da hat ihm dieser Luhmann gleich abrupt entgegengeschleudert, no sire, es geht niemals alles, es geht immer nur das, was in gegebenen Verhältnissen geht.
Das ist es: die jeweils gegebenen Verhältnisse. Keiner in der Gesprächswelt ist unschuldig, denn alles hat immer schon irgendwo und irgendwie angefangen. Gut, es gibt den Gedanken des unmarked space. Er zeigt uns die absolut unverletzte Welt der totalen Kontingenz: hier ist – für einen historischen und universalen absoluten Moment – die Feyerabend-Welt gegeben: hier ist dann wirklich alles möglich, aber eben nur in Gedanken, doch niemals in der Welt. Wo aber nicht tabula rasa ist, wo schon eine Welt sich zeigend und bezeugend gegeben ist, da hat eben irgendeiner schon mal angefangen. Und wo ein Anfang gemacht ist, dort gelten die zwar weitmaschigen aber dennoch rigorosen Gesetze der Evolution: es geht dann nur noch, was geht.
Im Jahre 1999 gab es einmal bei der C.H. Beck’schen Verlagsbuchhandlung in München den schönen gelb-aufreizenden Band von Alan Sokal und Jean Bricmont mit dem frechen Titel „Eleganter Unsinn“, Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen. Ich will das hier nicht referieren, auch nicht in aller Kürze, wer’s kennt, der Kennt’s, wer nicht, der muss sich eben kümmern.
Schon das Wort oder der Titel Postmoderne ist ja irgendwie auch ein Schwindel, eine Bewegung, die einen schwindlig werden lassen kann. Die Postmoderne will die Aufklärung beerdigen. Ihr Gestus heisst: gebt Ruhe, Leute, wir wissen doch alle schon alles. Man kann und darf aber die Aufklärung nicht beerdigen wollen, denn nach wie vor tut nichts so gut und ist auch nichts so wichtig wie Aufklärung.
Die philosphes hatten von der Privilegienwelt des Ancien Regime und von der Herrschaft der Religion absolut die Schnauze voll. Kuchen und Hühnchen für alle und immer, das war die Parole. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Alles Gestrige ist immer von gestern. Wir sind die Moderne, und wir müssen uns auch so verhalten. MODERNE, das ist wie SINN ein nicht hintergehbarer Begriff. Niemand kann moderner als modern sein: entweder ist etwas modern, oder es ist eben von gestern. Darüber hinaus gibt es nichts und kann es auch nichts geben. Postmoderne ist ein grosser postmoderner Schwindel.
Beide, Kunst und Wissenschaft, kennen das Problem, jedenfalls im Westen. In Japan, in Asien, ist Kunst immer die Kunst des Bewährten, des Alten, des einmal als das rechte und richtige Erkannte: Man hat als Meister den richtigen Pinselschwung, oder eben nicht. Da gilt ganz hart das tertium non datur. Was nicht gekonnt ist, kann Kunst nicht sein. Bei uns ist das bekanntlich anders: Bei uns ist derjenige ein Meister, der etwas Neues, etwas so noch nie Gesehenes machen kann. (Auch er muss aber zeigen: alles, was schon einmal war, das muss er auch können, aber eben gerade durch seinen Schwung verworfen haben). Das gilt im Abendland für Musik, für Malerei und für die Plastik. Wer heute malt wie Rubens, Rembrand, Giotto, oder wie Picasso, der kann ein bewunderungswürdiger Kopist sein oder eben ein Epigone, aber ein Künstler wäre er nicht. Die abendländische Kunstmaxime heisst: Lasst uns sehen, was wir so noch nie zuvor gesehen haben.
Und in der Wissenschaft ist das genauso, wenn auch ganz anders: Man lernt als junger Wissenschaftler zwei Dinge: Methoden und Wissensbestände. Damit sich keiner damit abstrampelt, das Rad oder das Schiesspulver neu zu erfinden, muss man erst einmal lernen, was es alles schon gegeben hat. Und innerhalb dieses Gegebenen gilt es dann zunächst einmal, das noch Brauchbare vom längst Überholten und Nichtsnutzigen zu sondern. Dann aber wird es ernst, denn alsbald wird es heissen, was hast du uns denn Neues zusagen. (Es gibt selbstverständlich auch wissenschaftliche Verwaltungsbeamte, muss es auch geben; solange sie nicht zu Dogmatikern versteinern oder auskristallisieren, sind sie als Tutoren unverzichtbar).
Also: Ist Assoziologie nun eine neue Kunst oder eine neue Wissenschaft oder doch nur ein neuer – wenn auch gekonnter Scherz? Ich weiss es immer noch nicht.
Sagt mal: wie viele Accounts hat der NachBOHRER denn eigentlich?
„Bleibt das so stehen, wird ein Neuer Pseudo-Personenkult eröffnet ohne Personen, findet verschwurbelte Technik-Apollogetik ersten Ranges ohne Grundlage und damit keine Vermeidungsverwirrung, aber völlige Verwirrung von Ahnungslosen (und Arglosen) statt.“
Wow! Ich bin berührt. Da stecken anscheinend richtige Menschen dahinter: So ein Aufbäumen! Das hier sind die Jericho-Posaunen des Untergangs, live & in Farbe bei Klaus im Blog. Wahnsinn. Völlige Verwirrung! Und das zur Karnevalszeit. Mann, Mann, Mann.
@dieterbohrer „oder doch nur ein neuer – wenn auch gekonnter Scherz?“ Weder eine Wissenschaft noch ein Scherz lassen sich so einfach unterjubeln, wenn man bedenkt, dass der Mangel an Ernsthaftigkeit und die Wahrscheinlichkeit von Ironie ein ausgezeichnetes Merkmal von Internetkommunikation ist. Das Internet liefert darum eine vortreffliche Struktur der Engführung einer Beobachtbarkeit des Problems: wenn alles ganz einfach zu begründen ist, eine Wissenschaft genauso wie ein Witz, wird beides dann nicht immer schwerer? Also: wenn Assoziologie keine „gekonnte“ Wissenschaft ist, dann ist sie auch kein „gekonnter“ Scherz, jedenfalls sollte man auf der Hut sein, alles, was sich so einfach formulieren lässt und sich nicht sofort als griesgrämige Aufforderung zum Nachdenken über Gott und die Welt zu erkennen gibt, als „gekonnten Scherz“ beseite zu tun, wenn nichts mehr so einfach ist, wie Scherze zu machen. Vorläufig halten wir also erst mal kognitiv still und schreiben: vielleicht nicht einmal ein gekonnter Scherz.
Und mit Behagen beobachte ich das Eintrudeln von immer mehr Kommentaren zu diesem Thema.
Differenzierung bringt Dissoziation mit sich. Das kann der Assoziologie nicht auf sich sitzen lassen. Er muß wieder zusammentragen, verbinden was schmerzhaft getrennt ist. Heile, heile, dummes Gänschen.
@dieterbohrer: Anstatt sogleich wieder selbst mit vermeintlich Mitteilungswertem aufzuschlagen und das alte Thema von der Virtuosität runterzuklimpern, erst mal Pause machen. Das habe ich von Klaus gelernt. „Assoziologie“, wenn es sie denn gibt, ist keine Metapher für creatives Schreiben. Vergleichen Sie doch bei Gelegenheit mal jene „vierzehn Zeilen, die es in sich haben“ mit dem folgenden Passus aus Diltheys Abhandlungen zur Entstehung der Geisteswissenschaften: http://bit.ly/yIkbV8
Ich habe es anfangs weder geglaubt noch glauben wollen. Aber es funktioniert erschreckend gut.
Immer dieser @Kusanowsky – man kann machen, was man will, er ist einfach immer noch und immer wieder eine Runde schneller und eine Runde weiter in der gedanklichen und expressiven Auf-Rüstungsspirale der absolut atomwaffenfreien Denkspieler. Jedenfalls macht es Spass und Freude, nicht nur zur Karnevalszeit. Jedenfalls fühle ich mich hier angeregt, und es fällt der verdammte Stress weg, immer und irgendwie auch noch Recht haben zu müssen. In einem jeden guten Cirkus darf den Artisten, die bei der Circusmutter in der kleinen Kantine mitessen dürfen, auch mal eine Keule beim Jonglieren herunterfallen. Macht ja nichts, Hauptsache weiter üben. Denn auch in der gemeinsamen Kommunikation macht nichts so den Meister wie die Teilnahme und Teilhabe an eben dieser Kommunikation.
zu @ Karl Kern – zunächst einmal Kompliment zur gekonnten Namens-Alliteration: Karl Korn klingt schon mal wie Brigitte Bardot oder wie Claudia Cardinale oder auch wie Robert Redfort; alles gekonnte und kunstvolle Künstlernamen.
Wie viele Accounts der nachBohrer habe, wird gefragt. Wenn ICH (was immer das auch ist oder sein mag) damit gemeint sein sollte: ich bin daran nicht schuld und wasche meine flinken Finger an meinen nicht allezeit sauberen Händen in reiner Unschuld. Als ich noch ein nun wirklich unbedarftes Netzkind war, musste ich beim irgendwo einschecken staunend lesen: USERNAME. Was soll das denn sein, dachte ich mir, genügt denn mein taufscheingehärteter Name nicht? Gut, dachte ich, wenn ihr das so wollt, ihr guten oder bösen (wer weiss das schon?) Netzgeister, also nannte ich mich flugs und vollkommen unbekümmert „Rudolf Anders“. Unter diesem Rubrum – es war wohl auch bei SPON, also bei SPIEGEL-Online – habe ich dann dort über 380 Beiträge verzapft, immer schnell, immer in Hektik, nicht immer ganz und gut durchdacht, aber immer noch besser als so viele andere. Dann galt es irgendwann, sich wo anders zu accountieren, einzutragen oder ansprechbar zu machen, ohne gleich vollkommen nackt erkennbar zu sein. Klar, an Kurt Tucholksky und seine semantische Namensquadratur seiner ständig um die verschiedensten harten und weichen Themen kreisenden immer hart engagierten Kommunikationsbemühungen während der so aufregenden Weimarer Republik dachte ich selbstverständlich auch immer, an die Theobald Tiger, Peter Panther, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel. Also nannte ich mich inmitten eines wilden aber meistens wohlmeinenden Diskussionshaufens ganz keck Luhmannius. Da lebte der Meister nicht mehr, und mehr als zwei kleine höfliche Postkarten hatte ich von ihm gar nicht. Sei’s drum, dachte ich, bis mir die Backpfeifen auf dieser Bühne zu happig vorkamen, ausgeteilt von riesigen Reputationskönigen, mit denen innerhalb ihres Hofstaates nicht immer gut Kirschen essen war. (Weil ich kein Akademiker war, wurde ich entsprechend angemessen beschimpft. Zu dieser Zeit wurde von den Astronomen der Planet Pluto zu Eisklumpen degradiert, also nannte ich mich dort sofort „Pluto-der Planet“). Dann wurde ich einmal mit meiner Schwester, weil ich mit ihr beim Südwestfunk in Mainz und bei den dortigen Literaturveranstaltungen im Foyer, getragen noch vom Sprechmeister Lüdke, eingeladen zu einer Preisverleihung. Die RIESENMASCHINE der ZIA, der Zentralen Intelligenz-Agentur der berühmten und berüchtigten Kathrin Passig, die gerade den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt erstürmt hatte, sie bekam dort – zusammen mit Sascha Lobo und zwei anderen – einen von Kurt Beck überreichten Preis einer Mainzer Bürgerstiftung. An diesem Tage begriff ich durch das Beispiel der Riesenmaschine, was ein BLOG ist oder wenigstens sein kann.
Zu Hause angekommen googelte ich sofort „BLOG“ und an der ersten Stelle stand: „Wenn sie noch keinen haben, in fünf Minuten und mit nur wenigen Klicks haben sie einen. Also Bums, und schon hatte ich bei Google den ersten, (als Luhmannius und unter Differenztheorie), und weil ich mich mal unaufmerksam vertippte, bums hatte ich auch den zweiten BLOG als der Unterschiede unterscheidende Unterscheider. Dann abonnierte ich probeweise und vorsichtigerweise für ein Jahr den MERKUR des Karl Heinz Bohrer, (den manche „den Grossen“ nennen). Zur gleichen Zeit stolperte ich über WORDPRESS, und bums, schon wieder sollte ich im Rubrum USERNAME Farbe bekennen. Und weil ich gerade lesend gefunden hatte, so doll war der akademische Dollbohrer Bohrer gar nicht, nannte ich mich bei WordPress schlicht „dieterbohrer“, absichtlich klein geschrieben, denn ich wollte ja nicht mit dem grossen Bohrer verwechselt werden; und „Dieter“ dachte ich an Udo Jürgens denkend: „ich heisse Dieter, und mit dir fang‘ ich was an“, dieses schöne Lied kennt jeder. So geht halt das Spiel, ich hab’s nicht erfunden, die Schweizer auch nicht, aber es ist schön und – wie ich glaube – es ist nicht vollkommen unnütz. Bis bald.
Ich denke, es gibt keine Alternative zu der von Ladeur vorgeschlagenen „empirischen Epitemologie“,sie ist sicher nicht beliebig,sonder mühsam.Und sie wird von Subjekten von fragmentierten, pluralen Beobachterperspektiven aus vollzogen, wobei die Sprache als eigenes System mit konkreter Historie mitzudenken versucht werden sollte.So z.B. Thomas Vesting in die Medien des Rechts,Bd.1 Sprache,Bd.2 Schrift, demnächst 3u.4 Buchdruck und Internet.
Sinn konstituiert sich temporär, lateral,transversal und heterarchisch.
Als Beispiel für eine solche konkrete Analyse dient mir Ladeurs und Hases Beobachtung der Funktionweisen von Verfassungsgerichtsbarkeit im politischen System Deutschlands.Ein Buch übrigens, welches vielen Politologen hätte helfen können,etwas von der integrativen Kraft zu verstehen, die dieses System lange entfaltet hat und die auch kritischen Bestrebungen Hoffnung verhieß und die Wellen gewaltlos brach.
Zum Vorwurf der „postmodernen Beliebigkeit“ bliebe zu sagen: nicht mal Feyerabend hat dies so gemeint,sondern er wollte sich absetzen. In den letztbegründend konzipierten großen Erzählungen und ihren Falen in einer ungewiss gewordenen Welt.
Dies ist mein „postmoderner Minimalkonsens“
@jakob die Seite wird mir nicht angezeigt, kannst du das Zitat abtippen, oder wenigstens einen Screenshot schicken, damit man das lesen kann?
@klaus vgl. http://www.gleichsatz.de/b-u-t/spdk/dilthey/wd-meneutik.html
Achter oder neunter Absatz von oben, beginnt auch mit „Diese Kunst der Interpretation…“
@waltermengel – nur weil es – für mich – an dieser Zeitstelle gerade passt: Dank für die Autorentipps Karl Heinz Ladeur und Ino Augsberg, aber leider ging mein erster Zugriffsversuch daneben: Die Hessische Landesbibliothek brachte mir leider zunächst Fehlanzeige. Ich muss es jetzt mit der Fernleihe in Hessischen Bibliotheken versuchen; wird schon irgendwie klappen. Dann komme ich hierauf zurück.
Klingt sehr gut: „Beobachtung der Funktionsweisen der Verfassungsgerichtsbarkeit (…) etwas von der integrativen Kraft (…) die dieses System lange entfaltet hat und auch die kritischen Bestrebungen Hoffnung verhieß UND DIE WELLEN GEWALTLOS BRACH“; gewaltlos, das ist es!
Das mit Feyerabend ist klar: habe ich nur mal so schnell hingehauen, ich wollte ihn nicht einschränken, nicht diffamieren, nicht lächerlich machen.
Bis später.
Na, das war doch mal was, gehört zwar nicht zum Thema, aber liest sich gut und flott und ist zum Aufheben in deiner Eigenzitatsammlung bestens empfohlen.
Lieber @Lusru – bevor dieser schöne (Auf)Schwung hier vorerst einmal zu Ende geht, (alles hat seine Zeit, meint nicht nur der Prediger), möchte ich doch noch schnell versuchen, wenn auch vielleicht nicht ganz klar, dann doch wenigstens ein wenig klarer zu stellen, was sich so auf die Schnelle ungewollt und unnötigerweise so scheinbar zwischen uns zwei Königskinder gestellt zu haben scheint:
Da ist die Sache mit dem #Kino, dem #Film und der ‚Kunst; (die #Sexualität lasse ich hier mal klugerweise weg; das war in der heiter bemühten Eile ein zu grosser Brocken, an dem ich mich dann auch wohlgestraft verhoben habe):
Dem Film, als Werk von Künstlern, das Prädikat Kunst abzusprechen, das war gewiss nicht und nie meinen schreibende Ansicht und Absicht. In meinem riesigen und nach allen möglichen Seiten sich dehnenden und ausdehnenden Film(er)leben hat das Kunsterlebnis selbstverständlich einen breiten Platz. Ins Theater bin ich – grob gesprochen – während meines nun nicht gerade kurzen Lebens lediglich während einer zehnjährigen Zeitspanne gegangen, (so etwa 1960 bis 1970, als ein gewisser Sistig, ein ganz bürgerlicher Mensch, in Wiesbaden, wo ich 35 Jahre lang gelebt hatte, der Intendant und Hauptregisseur war). Ein Theatermensch bin ich also nicht. Dennoch: wenn ich es leichtfertig wage, als Nichtfachmann, Theater und Film zu vergleichen, dann schlicht und einfach aus einem ganz persönlichen, also idiosynkratischen Blickwinkel, der (zunächst einmal) nur für mich gelten soll: im Theater, mit grandiosen Erlebnissen, war ich hundertmal, im Kino aber mindestens zwischen 5.000 bis 10.000 mal. Theater ist also für mich FEIER, Kino ist für mich aber ALLTAG: man geht einfach hin, man amüsiert sich, man ist erschüttert, wie es gerade kommt. Deshalb ist für mich Theater = Kunst, Kino aber mit seiner Ungezwungenheit, mit Kartoffelships und mit Eis in der Pause, mit Reklame und – früher – mit Foxtönender Wochenschau, Kino ist Prekariat, proletarisch, ordinär, alles Mögliche, aber eben keine hehre Kunst = als soziologisches Ereignis und als ein Erlebenkönnen. Ja in Venedig, in Cannes und Nizza und Berlin, bei Berlinaden und dergleichen, da tritt der Film als Kunst auf und in Erscheinung, dort wird er dann auch von allen Rezensenten so gesehen, entsprechend ernst genommen und auch so besprochen und gewürdigt.
Das in etwa war der Sinn dessen, was ich in diesem Zusammenhang zur möglichen Kunstform sagen wollte. Wenn es nach mir ginge, dann gäbe es in einem jeden Kinopalast jeweils nur eine Vorstellung täglich, und zwar um zwanzig Uhr, dann gäbe es Kinokleidung, vor der Vorstellung gäbe es im Foyer ganz leise klassische Musik, man würde nur leise und distinguiert sprechen, Kinder und krachmachende Jugendliche wären nur ausnahmsweise bei entsprechenden Filmen und zu entsprechenden Zeiten erlaubt usw. Dann wäre auch für mich DER FIM = Kunst.
Auch wenn „Verstehen“ systemtheoretisch ein fast unwahrscheinliches soziales Ereignis ist: kannst Du mich jetzt ein klein wenig besser verstehen? Tschüss.
@Jakob Volpino – das darf hier nicht so en passent vorbeirauschen:
Herzlichen Dank für den LINK auf Website von Werner Petschko und – indirekt – dann auch auf die Mauthner-Site.
Dank auch – @Kusanowsky – dass Du so aufmerksam warst, den LINK korrigieren zu lassen.
Bessere Hinweise habe ich schon lange nicht mehr erhalten. Bei der Mauthner-Seite muss ich schon mal gewesen sein, zu Zeiten meines ersten PCs, also so vor 15 Jahren, kann das sein? Wie auch immer, ich hab’s damals vermasselt oder aus den Augen verloren, (besser: von der Festplatte verloren). Und Schleiermachers #Hermeneutik hatte schon mal einen festen Platz in den vorangegangenen 2.000 Bänden, die meine liebe Frau, in vollkommener Verkennung der realen Sachlage, 1991, als ich auf den Tod in tiefer Depression daniederlag, an die raffgierigen Antiquare ausgeliefert hat, nach dem Motto, ihr Mann sei nun leider doch wohl nicht mehr zu retten. Gottseidank kam es anders. Gute 1.000 habe ich schon wieder; (aber mit Kaufen ist jetzt Schluss; ich muss mich jetzt doch vernünftigerweise auf die freien Schätze der Hessischen Landesbibliothek beschränken, sonst werde ich doch noch am bösen Ende entmündigt).
Wie schwierig „Verstehen“ ist, habe ich als Luhmannianer nun wirklich immer gewusst, aber die geistige und gesiteswissenschaftliche Vorarbeit zu dieser kognitiven Einsicht, die Schleiermacher geleistet hat, die hatte ich nun doch – wie leider so vieles – schlicht vergessen. Also nochmals: Dank für diese Quelle und den Hinweis auf sie.
Es fällt mir richtig schwer, auf @Kusanowskys neues Thema überzugehen; aber das kann man sich ja um der Preis des eigenen Untergangs nicht leisten. (nicht schimpfen, bitte).
#schleiermacher
„die Deutschen sind in die Geschichte der Erkenntniss mit lauter zweideutigen Namen eingeschrieben, sie haben immer nur „unbewusste“ Falschmünzer hervorgebracht ( – Fichte, Schelling, Schopenhauer, Hegel, Schleiermacher gebührt dies Wort so gut wie Kant und Leibniz, es sind Alles blosse Schleiermacher “ (Nietzsche, Der Fall Wagner)
@Panos – klingt wie „Brot“, scheint aber gedanklich verschimmelt zu sein, aber man kann in Köpfe eben nicht hineinschauen und muss sich an die „Werke“ halten:
Merke: Auch – oder oft sogar gerade – ein Nietzsche-Text kann im unpassenden Kontext ein Sch…, ein übles Argument sein. (Klopapier ist sehr nützlich, wie ein jeder Pragmatiker weiss, auch wenn es gelegentlich reisst; aber das Gebrülle ist gross, falls einmal irgendwo wegen zu viel Klopapier der Abfluss verstopft sein sollte).
Oder anders: Wer einen Einfall nicht opfern kann, wird das Opfer seiner Einfälle. Sorry!
Hm, ich stelle sie mir alle nicht so weit vorn ins Regal, erst recht nicht auf den Tisch, und noch „rechter“ nicht den N. (der heißt bei mir immer nur N., da ich beim Ausschreiben NIE weiter komme als bis NIE …), er ist heute für mich wie Putzen rostiger Rasierklingen: irgendwann verstreicht die Zeit und man sagt WARUM, brauchen wir ihn überhaupt?
Wieviel seines eigentlichen Vermögens war schon immer in ihm? Es gibt doch inzwischen sanfte und gründlichere Rasuren …, ohne den braunen scharfen Rost an der Klinge, der immer wieder vorkommt.
Aber:
Diesen Satz, das Zitat vom N. zu „den Deutschen“, das gefällt mir sehr, stehe voll dahinter, nur: Ob er sich auch damit meint? Alles nur Schleiermacher? War er auch NUR einer, der Schleier machte?
denke mal, so hat er das meinen müssen, wo er das so treffend formulierte.
Was nur der dieterbohrer wieder dazu sagt …
„was sich so auf die Schnelle ungewollt und unnötigerweise so scheinbar zwischen uns zwei Königskinder gestellt zu haben scheint“ – das ist korrekt: es scheint.
„Deshalb ist für mich Theater = Kunst, Kino aber mit seiner Ungezwungenheit, mit Kartoffelships und mit Eis in der Pause, mit Reklame und – früher – mit Foxtönender Wochenschau, Kino ist Prekariat, proletarisch, ordinär, alles Mögliche, aber eben keine hehre Kunst = als soziologisches Ereignis und als ein Erlebenkönnen.“-
Weißt du nicht, was der Unterschied zwischen Proletariat (nicht:Prolet!), Prekariat und ordinär ist?
Ordinär können alle sein, Proletariat kommt gerade abhanden und soll völlig ordinär durch Prekariat ersetzt werden, die haben erst recht kein Geld und können nicht mehr gegen diese ordinären bürgerlichen Sozialanweisungen protestieren – aber ins Kino können alle, fast alle, denn Letztere kaufen sich keinen Popkorn im Kino, die machen das auch nicht zu Hause, dafür reicht es nicht, nicht mal für Kino (die müssen sorgen, daß sie die nächsten 5 Prekariats-Job-Reste bekommen) – und hier wird überall von allen möglichen Lebensgegebenheiten aus für „freie Informationen“ gestritten, das für alle? Auch für prekäre Jobregelungsopfer?
Und wie geht das, daß irgendwer ordinär ist? Man muß ordinär nicht sprechen, das kann man auch denken, z.B. zum Prekariat.
„Ja in Venedig, in Cannes und Nizza und Berlin, bei Berlinaden und dergleichen, da tritt der Film als Kunst auf und in Erscheinung, dort wird er dann auch von allen Rezensenten so gesehen, entsprechend ernst genommen und auch so besprochen und gewürdigt.“-
Kannst du dir vorstellen, daß man da auch völlig entgegengesetzter Meinung sein kann, in allem?
„dann gäbe es Kinokleidung, vor der Vorstellung gäbe es im Foyer ganz leise klassische Musik, man würde nur leise und distinguiert sprechen, Kinder und krachmachende Jugendliche wären nur ausnahmsweise bei entsprechenden Filmen und zu entsprechenden Zeiten erlaubt usw. Dann wäre auch für mich DER FIM = Kunst.“ –
Ja, mit Biesen und Wärmflasche an den Filzlatschen – was du nur für ein schwieriges Kunstverständnis mit dir herumtragen mußt,.Wozu das alles für Kunsterlebnis benötigt wird, erschließt sich mir nicht, erinnert mich an den Urgroßvater, der redete auch so, ging aber nie hin.
Na, dann weißt du ja jetzt, warum das keiner so macht: Wenn du die, die das realisieren sollen draußen lassen willst, wird das nie etwas, und wenn, dann hast du dein Stummfilmkino original, fehlt nur der, der den Film erklärt, klimpernd auf dem Piano …, oder meinst du nicht Kinokunst sondern Operettenfilm?
„Auch wenn “Verstehen” systemtheoretisch ein fast unwahrscheinliches soziales Ereignis ist: kannst Du mich jetzt ein klein wenig besser verstehen?“ –
Wieso? Das tun wir doch nun schon eine ganze Weile, miteinander.
Oder gehörst du auch nur zu den Leuten, die ständig rufen: “ Da kann ich nur lachen“ – aber lachen sieht man sie nie?
Es geht schon, mit dem „Verstehen“, man muß sich nur laut genug zu rufen … – das wäre dann Kommunikationsförderung.
Oder meinst du mit „Verstehen“ das gegenseitige Informieren, den Austausch von Unterschieden zwecks eigener Bewertung und Assoziation – Die Information?
Ja, die sollte man tatsächlich verstehen, dann wäre es einfacher, zu begreifen, „was sich so auf die Schnelle ungewollt und unnötigerweise so scheinbar zwischen uns zwei Königskinder gestellt zu haben scheint“ – „zwischen uns“ wäre aber schon wieder Kommunikation, die laut Luhmann „teilt“ und nicht „verbindet“.
Sagen wir doch lieber, es scheint sich vor uns gestellt zu haben, als Aufgabe … – das könnte dann Information sein, soziale, schon mal davon gehört?
„Oder anders: Wer einen Einfall nicht opfern kann, wird das Opfer seiner Einfälle. Sorry!“
Das sagt der Richtige! 🙂
Das Gebrüll ist bei … noch viel größer, wenn KEIN Klopapier da ist, als wenn zu viel irgenwo wem stecken bleibt. Allerdings würde ich N. (NIE) so weit gehen, bei einem Text von N. an Klopapier zu assoziieren, oder gar an Verstopfung, eher an Mangel (s.o.)
@dieter, @lusru, @panos
Gerda Gelhammer:
Sella familiarica metaphysica. Locuti des Cartes Principiorum Philosophiae, Pars I, Heidelberg, 1925 sowie: Merda. Tractatus de Intellectus Emotionale, Heidelberg 1926.
@Jacob Volpino : na, da haben wir genannten Drei ja eine gute Menge zu lesen. Wird einen Weile dauern.
Ich kann ehrlich gesagt die Empörung noch nicht ganz nachvollziehen. N. bezeichnet respektable „Deutsche Philosophen“ als Falschmünzer. Letztlich seien sie doch alle bloß Schleier-Macher (veil makers).
@dieterbohrer
Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie ein Exemplar eines der zwei Bände ergattern konnten!
Oder (noch) anders:
„Wem sein Reinfall nicht auffällt, opfert sich seinem Einfall. Sorry!”
Das hat mit dem „R(h)ein“ nichts zu tun. Mit „Raus“ auch nicht.
Bin bei Lit. aus den „Goldenen 20ern“ immer auf einen Erklärer angewiesen, der mir erklärt, wie ich dazu komme und wo ich die Zeit für diese Unternehmung bestellen kann.
Ob uns „Dreien“ der Jacop da nicht helfen möchte, der hat’s doch gelesen, oder?
(oder freut er sich ob seines Volltreffers beim ertappten Banausen?)
@Jakob Volpino / @Lusru : „Ob uns >Dreien< der Jacop da nicht helfen möchte, der hat's doch gelesen, oder? oder freut er sich ob seines Volltreffers beim ertappten Banausen?"
Ja, @Lusru, genauso wird es wohl sein: Ich bin im ersten Anlauf über die Fernleihe-Möglichkeiten in Hessen, über die Hessische Landesbibliothek, die mir örtlich am nächsten gelegen ist, und wo ich regelmässig Bücher ausleihe, ich bin in diesem ersten Anlauf auch gescheitert. Aber auch ich hatte selbstverständlich Bammel, mir mit meinem Kleinen Latinum von 1968 die gewiss nicht leichte Lektüre solcher Quellen aufzubürden und zuzumuten.
Aber es geht ja schliesslich um ein Nietzsche-Zitat, das uns der @Panos – gewiss mit Recht – vorgelegt hat: um einen überraschenden, von mir so auf Anhieb nicht gekannten Text aus dem Nietzsche Aufsatz "Der Fall Wagner". Als ich mir dies jetzt noch einmal durch Zurückblättern in diesen Kommentaren hier klargemacht hatte, habe ich in meiner dreibändigen Nietzsche-Ausgabe von Karl Schlechta nach geschlagen. "Der Fall Wagner beginnt im Band II auf Seite 905 in dieser Hanser-Ausgabe. Es sind aber, mit den zwei Nachriften und dem Epilog bei mir 35 Seiten. Weil @ Panos die Seite nicht genannt hat, konnte ich die inkriminierte Stelle noch nicht finden, so viel Zeit war nicht. Aber das soll ja noch werden.
Ich gehe jetzt hier einmal davon aus, @Panos hat richtig und korrekt zitiert. Dann haben wir den Fall, den man bei Nietsche, diesem ambivalentesten Philosophen deutscher Zunge, immer haben kann: Mal kann man diesem Nietzsche zustimmen, mal ist man entsetzt. Und @Panos wird schon recht haben, der Nietzsche wird das schon so gesagt haben. Sein Stil, auf den er ja immer so stolz war, sein Stil wäre es gewiss.
Aber ich denke, hier ohne die Erlaubnis des BLOG-Owners, ohne die Zustimmung von @ Kusanowsky, sollten wir nicht so frech, mutig und vermessen sein, auf eigene Faust hier einen Nietsche-Diskurs anzuzetteln. Es wäre gewiss eine Menge dazu zu sagen. So schnell und unbedingt, wie es @Lusru getan hat, würde ich nicht mit der "Braunen Keule" ins Rennen gehen. Ich würde dann gewiss als Zeugen meine beiden geschätzten Experten aufrufen: Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski; (auf Heidegger, den ich auch im Bücheregal habe, würde ich im Fall Nietzsche dann doch lieber verzichten, weil der selber im Hinblick auf "braune Rasierklingen" schlecht rasiert da stünde).
Also, lieber @Kusanowsky, machen wir hier, (ohne wirklich Fachleute zu sein), ein Nietzsche-Fass auf oder nicht? Es könnte allzu leicht sich als Büchse der Pandora herausstellen.
Am einfachsten wäre es aber doch, der @Jacob Volpino würde uns freimütig an seiner Weisheit und an seinen Einsichten zum Umstrittenen Nietzsche in diesem konkreten Fall der Beschimpfung ehrwürdiger deutscher Meisterdenker teilhaben lassen, ehe wir uns beim Nachforschen einen abbrechen. Sein Avatar-Name "Volpino" (vulpex = der kleine Fuchs) lässt ja auf genügend und vielleicht auch angemessene Schlitzohrigkeit schliessen. Meinen Vertrauensvorschuss hätte er. Jetzt sollte er hier liefern.
@dieterbohrer
„Am einfachsten wäre es aber doch, der @Jacob Volpino würde uns (…) teilhaben lassen, ehe wir uns beim Nachforschen einen abbrechen. (…) Meinen Vertrauensvorschuss hätte er. Jetzt sollte er hier liefern.“
Weisheit nehme ich nicht in Anspruch, nur weil hessische Bibliothekskataloge unzureichend strukturiert sind. Ich könnte genauso gut Sie, Signore Bohrer, um Teilhabe bitten, oder anders formuliert: nur weil ich dieses oder jenes referenciere, bin ich Ihnen gegenüber doch nicht auskunftspflichtig, oder doch? Denn Ihr Interesse, Ihre Recherche und nicht zuletzt die Entfaltung indicierbaren Erwartungen referiert sinnhafte “Verweisungen”, die Ihnen und nicht mir zugerechnet werden dürfen. Entsprechend könnte man auch sagen: Wer die Referencierungen fortsetzt, solle auch liefern. Aber sie sind ja immer schon fortgesetzt. Und wer weiß, ob es weiter geht? Wer also kann Auskunftspflicht zurechnen und ihre Erfüllung einfordern, wenn gar nicht mehr klar ist, ob Referenz überhaupt stattfindet? Wer eine Verweisung aufstellt muss auch liefern? Unter der Voraussetzung, dass eine doppelt kontingent verteilte Anschlusserwartung darüber strukturiert ist, dass diese Behauptung selbst nicht begründungsnötig ist?
@jakob volpino Man kann ein Argument nicht zweimal gebrauchen. Wenn es wirkt, dann nur einmal, denn man steigt niemals zweimal in den selben Fluss. Wenn du diese Einsicht aber wiederum als Argument dafür nimmst, dass man es dann doch wiederholen könne, weil es ja keine Wiederholung wäre, dann hat man wiederum nur ein weiteres Argument verpasst, indem man es gleichsam durch eine Paradoxie ausbremst. Man könnte es auch so formulieren: man kann in einer ablaufenden Diskussion kein Argument dafür vorbringen, dass Diskussionen nicht weiterführen, weil ja auch ein solches Argument weiterführen würde, und wenn es nur dazu diente die Aussichtslosgikeit der Diskussion etwas aufdringlicher vorzuführen. Und übrigens, zum Thema Aussichtslosigkeit, habe ich gestern beim Schmöckern in meinem Zettelkasten folgende Notiz wieder gefunden, die hier sehr gut passt: In einem Interview mit der ZEIT sagte Reinhold Messner einmal: „Als Nächstes erscheint eine aktualisierte Neuauflage meines alten Everest-Soloaufstieges. Darin räume ich mit der Vorstellung auf, dieser Gipfel bedeute den absoluten Höhepunkt. In Wirklichkeit ist er der Gipfel der Aussichtslosigkeit!“ (Zeit, 09.03.2000) http://www.zeit.de/2000/11/Jenseits_des_Yeti/seite-7 Man bemerkt auch hier die Paradoxie, welche als Ausfluchtsargument wunderbar funktioniert.
Daher scheint mir das hier das einzig erträgliche zu sein:
https://twitter.com/#!/kusanowsky/statuses/172275534569537536
@kusanowsky „Wenn es wirkt, dann nur einmal, denn man steigt niemals zweimal in den selben Fluss.“
Ok. Aber was, wenn es nicht wirkt?
Du sagst es. Mein Problem ist nur dieses:
Der N hat bis zum (zu erwartenden) tragischen Ende stets sich selbst aus all seinen Betrachtungen samt Werteungen ausgespart, ER wollte Gott spielen (zuletzt sah er sich nur noch so), denn nur so ließ sich etwas gegen einen solchen – und andere, z.B. in der Philosophie – sagen, und hätte er nun dieses nicht getan, hätte ihm NIEmand zugehört (daher: der NIE).
So kommt er mir vor (er selbst) wie eine größere Werkstatt mit vollgepackter Werkbank, auf der sich wegen Verstopfung nicht arbeiten läßt. Weder der Hinweis auf seine Liebhaber Safranski (der muß ja irgendwie Geld damit verdienen) noch Sloterdijk helfen da raus oder lösen das auf, mögen beide glücklich werden damit, es gibt Wichtigeres – bis auf dies:
Wer Nie. erwähnt ohne (rand)zu bemerken, daß der N. NUR ein rebellisches pfiffiges KIND SEINER ZEIT war, zu keiner Zeit mehr, der muß sich fragen lassen, was er damit bezweckt oder ob er nicht anders kann -?
Damit schwinge ich keine Keule, auch nicht eine „rostige“ (trotz Möglichkeiten noch und nöcher), sondern sehe ihn selbst ganz einfach als einen Radikalinski aus der Zeit während der Jugendzeit eines meiner Großväter. Mehr ist nicht, wird weder benötigt noch bietet sich an, es sei denn ich bin sein Biograf ….
Jeder bisherige deutsche Philosoph hat uns alle weitergebracht, jeder, bis auf einen: Der, der das nicht erkannt oder nicht erkennen wollte und sich selbst umgab mit solch einem „Schleier“ – was bei manchen eben heute noch funktioniert.
Genau genommen hat auch er uns (jedenfalls mich) damit weiter (weg) gebracht, z.B. von ihm alsPhilosophen.
Zu N. (als „Gipfel“) kann ich nur an Zitat R. Meßner zum Everest erinnern (wohl hier bei kusanowski etwas weiter unten):
„…räume ich mit der Vorstellung auf, dieser Gipfel bedeute den absoluten Höhepunkt. In Wirklichkeit ist er der Gipfel der Aussichtslosigkeit!” (Zeit, 09.03.2000) http://www.zeit.de/2000/11/Jenseits_des_Yeti/seite-7
So wäre es schön, dieses Thema nicht weiter hier zu verfolgen, es führt echt weg, weit weg, die „Aussicht“ ist zu schlecht.
„Also, lieber @Kusanowsky, machen wir hier, (ohne wirklich Fachleute zu sein), ein Nietzsche-Fass auf oder nicht? Es könnte allzu leicht sich als Büchse der Pandora herausstellen.“
1. Wir sind keine Fachleute …, die braucht man beim NIE auch nicht, aber einen gesunden Menschenverstand – den haben wir hier wohl alle
2. könnte allzu leicht sich als Büchse der Pandora – Zu spät, das könnte nicht, das hat schon längst, er hat diese Identität schon zu Lebzeiten angenommen und gepflegt
3. meine beiden geschätzten Experten – ja wofür denn, fürs Schwadronieren zum NIE.?
4. Und was soll das hier: „Mal kann man diesem Nietzsche zustimmen, mal ist man entsetzt.“ – entsetzt? Worüber? Wenn ich über z.B. Naziuntaten entsetzt bin, bin ich das nicht „eben mal“, und wenn es um die Autobahnen geht „mal eben nicht“ – was hast du für Vorstellungen zu „Entsetzt“,? Wenn ich nur das Wort sehe, bin ich es schon, und wüßte nicht, wie ich daraus nur ein „mal / mal“ machen könnte …, so mal eben
@Jakob Volpino
„bin ich Ihnen gegenüber doch nicht auskunftspflichtig,“ –
Bravo! So ist das. Gilt das auch, wenn darum gebeten wird?
Glaube, der Lusru hatte so mehr um Hilfe gebeten, nicht an Pflichten erinnert. Wenn nicht, dann nicht. War nur neugierig, was mit der Empfehlung gemeint sein könnte.
Ich bitte Sie darum, sofern möglich.
„Denn Ihr Interesse, Ihre Recherche und nicht zuletzt die Entfaltung indicierbaren Erwartungen referiert sinnhafte “Verweisungen”, die Ihnen und nicht mir zugerechnet werden dürfen.“ –
ja. Auch das ist so. Hier WOLLEN wir „liefern“, besser teilhaben oder bleiben einfach weg. So die Anschlußerwartung, jedenfalls meinerseits.
Jetzt habe ich ziemlich langsam und so aufmerksam, wie ich kann, den Aufsatz „Der Fall Wagner“ gelesen in meiner Ausgabe von Karl Schlechta. Das von @Panos uns vorgelegte Zitat mit Nietzsches Angriff gegen berühmte Namen habe ich darin nicht gefunden.
Dieses Zitat benutzt Schleiermachers Namen als ein Wortspiel ad personam und benutzt dann die geschaffenen rhetorische Waffe zum Angriff auf mehrere andere Geister und beleidigt sie nun eben im übertragenen Sinne als „Schleier-Macher“, also als Gedanken- und Sinn-Vernebeler.
Nachvollziehen konnte ich dies ohnehin von Anfang an nicht. Nachdem ich nun den inkriminierten Text im behaupteten Kontext nicht gefunden habe, verstehe ich also das von @Panos Beigebrachte überhaupt nicht mehr und frage mich nun – ohne eine Antwort zu haben – was sollte das denn?
Gedankensprung und Anschlusswechsel: @Lusru – wie Du die Stelle mit dem „mal – mal“ aus dem Zusammenhang reisst und auf die verleumderichste Weise nun drehst und wendest und dabei auch noch ohne Anlass und Nachweis mir gewaltige Dinge und Ansichten unterstellst, da wundere ich mich nun doch schon, wie der Bühnenintendant @Kusanowsky dies hier hat ungetadelt durchgehen lassen. Ich finde es jedenfalls von Dir, lieber @Lusru, verdammt fies.
Wenn nicht, dann:
Nach diesem Kommentar zu dem Artikel „Logos und Ludus …“ hatte sich eine schöne Assoziationskette gebildet, die leider viel zu früh von uns gegangen ist. Da Argumente sehr wahrscheinlich nicht wirken, müsste man dazu übergehen, das Thema ständig zu wechseln, und Methoden finden, um diese „Wechselschritte“ immer weiter zu verfeinern, zu differenzieren, um zu schauen, ab welcher Grenze eine Differenz – im Sinne der Ergänzung weiterer Kettenglieder – entweder immer noch möglich oder schon unmöglich ist. Aber dazu müsste eine solche Assoziationskette von sehr viel mehr Beteiligten sehr viel länger weiter gestrickt werden können, um eben dies zu verhindern. Ein wichtige assoziologische Regel dürfte sein, dass Argumente nicht dargelegt, sondern vorgeführt werden können und ihre Performanz sich umso besser operationalisieren läßt, je schneller und eindeutiger sie auf Paradoxien hindeuten. Gelingt dies nicht, können also Paradoxien nicht erkannt werden, so handelt es sich um schlechte Argumente, weil die Kette zu lang werden könnte – aber wie gesagt: dazu müsste voraus gesetzt sein, dass sie im Prinzip beliebig verlängert wird. Die leicht zu bemerkende, paradoxiehaltige Transparenz wäre dann das, was die Anschlussselektiviät verstärkt; ähnlich wie beim Schachspiel: ein guter Zug ist ein Zug, der weniger weitere gute Züge zulässt, was für diese wiederum auch gilt, wodurch sich schnell eine enorme Beschränkung der Kontingenz bemerkbar macht. Ein starker Zug ist ein Zug, der nur wenige weitere starke, aber sehr viel mehr schwächere Züge zulässt. Daraus ergibt sich dann das Problem, dass der nächste Zug wahrscheinlich immer der schlechtere ist. Assoziologisch gesehen: jeder weitere Beitrag muss dazu führen können, dass kein weiterer mehr folgen kann. Übrigens, ganz nebenbei, scheint mir dies auch ein Verfahren zu sein, um eventuell beteilgite Turing-Maschinen zu entlarven, da sie naiv einfach weiter machen werden, sie wissen nämlich nicht, was peinlich ist, weil sie nicht leben – das ist der zu prüfende Aspekt, nicht ihre Intelligenz.
Na, na, lieber dieterbohrer, wer lesen kann, ist hier klar im Vorteil: Ich sprach nicht von DIR! Ich redete deutlich erkennbar VON MIR, nicht bemerkt? Wieso eigentlich ziehst du dir nun eine Jacke an, die dir nicht paßt?
Wen ich etwas unterstelle, mache ich das aufrecht, wenn ich mir etwas abbestelle, geht das auch in „gebückter Haltung“, den n dafür bin nur ich verantwortlich.
Es liegt doch an dir, wenn du dich mit der Beschreibung von mir getroffen fühlst. Wichtig ist jedoich etwas anderes: „mal / mal“ mit „entsetzt“ ist schwierig, oder?
Dann das Entsetzt weg, oder das mal / mal. Um mehr als die Rabatten geht es dabei nicht.
Du darfst mich wieder lieb haben, ich unterstelle dir nichts.
„das von @Panos Beigebrachte überhaupt nicht mehr und frage mich nun – ohne eine Antwort zu haben – was sollte das denn?“ – Eventuell fragst du den Panos mal? Ich kann dir da nicht helfen.
http://www.thenietzschechannel.com/works-pub/eh/eh13g.htm
Man benutze die Browser Suchfunktion und traue seinen Augen!
@kusanowsky
Ja, das ist zweifelsohne alles schlüssig. Der Punkt, den ich machen möchte ist aber: auch der wiederholte Gebrauch eines bereits in der Kette Arguments kann nicht unzulässig sein. Die Copie mag vielleicht noch eben so mit Blick auf die Sachdimension des Sinn denunciert werden, und auch das greift freilich zu kurz wenn man die Verschmutzung durch Iteration bedenkt! Unter neuerlicher Berücksichtigung von Social- und Zeitdimension ist ein solches Verbot nicht durchhaltbar. Wer könnte das auch überwachen? Es sind die Selectionen, die selegieren und nicht zuletzt der Anschlusskommentar von @Lusru demonstriert das vortrefflich. All das, was @Lusru schreibt, hätte auch schon oben geschrieben werden können. Wurde es aber nicht. Es gibt keinen assoziologischen Superbeobachter, die Stelle Gottes bleibt leer in diesem Spiel.
@dieterbohrer
Das war nicht @Lusru, das war ich. Der „Bühnenintendant“ hat meinen Commentar als @Lusrus ausgegeben. Hilflos! Fies oder nicht, wer mag das beurtheilen?
„die Stelle Gottes bleibt leer in diesem Spiel“ und als solche ist sie jederzeit besetzbar. Schon solche Sätze wie „es gibt keinen…“, „es gibt nichts …“, „es geht nicht…“ machen auf die andere Seite einer Unterscheidung aufmerksam, die jederzeit auch ins Spiel kommen kann, und warum nicht auch durch einen Gott als Mitspieler? Oder: durch jeden Mitspieler als Gott?
Einfaches Trollspiel, erste Klasse, erste Lektion. Auch @dieterbohrer ist schon eine Klasse weiter. Dieser Versuch wird zugelassen, jeder weitere wird von mir gelöscht, wenn er nicht die Verwirrung steigert.
@kusanowsky
„und als solche ist sie jederzeit besetzbar (…) durch jeden Mitspieler als Gott“
Eben so, excellent!. Damit ist jedoch strictes Regelwerck nur so lange glaubwürdig, wie Ansprüche auf die Le( )rstelle durchgesetzt und -gehalten werden können. Der zwanglose Zwang des hegemonialen Arguments kann bei jeder Gelegenheit subvertiert werden, von neuen Associaten, von neuen Themen, von neuen Wendungen. Jede Associologie wandelt auf des Messers Schneide. Ihre Ge- und Verbote gelten nur, solange die Le( )rstelle als Lehrstelle besetzt bleibt. Ein Gott ist schlieszlich nur, wer retroactiv als solcher significiert wird.
„Jede Associologie wandelt auf des Messers Schneide“ das wäre das zu Testende.
Na dann ist ja alles gut und wieder schön: bin also doch unter netten und liebenswerten Leuten und (als) Geistern. Komisch: man ist auf solche Krücken doch angewiesen, oder? Oder ist nur mein Selbstbewusstsein so wacklig oder unterentwickelt.
Aber @Kusanowsky: zu solchen bewussten – wenn auch liebevollen, weil der Sache dienlichen – Wechselspielchen hätte ich keinen Mut, (wenn ich hier der „Boss“ als Exekutator wäre.
Es functioniert doch recht gut!
Sicher, das hier ist noch Kindergarten, du hast mich ertappt. Aber alles steckt noch in seynen Kinderschuhen. Facebook, Twitter & Co. sind nur associologische Propädeutik, die Vorschule einer „associologie à venir“.
Ein blinder Hund fror im Winter jämmerlich. Er kroch in eine Höhle, rollte sich zusammen, zitterte vor Kälte und sprach vor sich hin: „Wenn es nur wieder Sommer und warm wird, dann will ich mir eine Hütte bauen, damit ich im nächsten Winter nicht mehr frieren muß.“
Als aber der Sommer mit seiner wohltuenden Wärme kam, hatte er seine guten Vorsätze vergessen. Er lag da, reckte und streckte sich, blinzelte behaglich in die Sonne und dachte nicht mehr daran, sich eine Hütte zu bauen. Der nächste Winter war bitter kalt, und der blinde Hund mußte erfrieren.
@Panos: ich bin geplättet: „Der Fall Wagner“ von 1888 (identisch mit meiner Schlechta-Ausgabe), worin sich das ominöse Zitat nicht hat finden lassen, und „Ecce Homo“ von 1888, veröffentlicht 1908, und dann hierin „Der Fall Wagner“, das sind ja zwei vollkommen verschiedene Texte! Auch diesen zweiten habe ich jetzt in der Schlechta-Ausgabe gefunden, das hat aber Schlechta mit seiner Verwirrenden Unterscheidung zwischen kurzer „Inhaltsübersicht“ und langem „Inhaltsverzeichnis“, und das noch in jedem der drei Bände anders, (also Verantwortung des Herausgebers bei Hanser), selbst ermöglicht, und ich bin drauf reingefallen. Ich habe es erst durch den Vergleich mit dem Text in Ihrem angegebenen LINK gemerkt. Besonderer Dank also für diesen Link, für den Hinweis auf The Nietzsche-Channel“.
Das Schlimme und für mich beschämende ist: Diesen „Nietzsche-Channel“ muss ich schon irgendwann einmal erwischt haben beim Surfen oder wie auch immer, vielleicht war er dann auch bei meinen Favoriten im letzten Laptop; es kam mir jedenfalls rein optisch sofort vertraut vor, (ich traute also meinen Augen), aber bei meinem Übergang auf den iMac Mitte 2010 muss sich das alles verloren haben. Alle meine alten Texte habe ich zwar auf einer externen Festplatte, aber nicht die alten Favoriten. Und überdies: ich werde eben alt und vergesslich. Also nochmals: Danke!
@dieterbohrer
Warum nicht?
@jacobo volpino Das Bild könnte man auch lesen als Parodie auf eine oft zitierte Lebensweisheit eines Bielefelder Sozialmystikers, der mal mitteilen ließ: „Es steckt nichts dahinter“. Das mag stimmen, aber es steckt etwas innen drin.
@Kusanowsky – weil: ich frage immer „darf ich dich küssen?“, oder: „wie hättest du’s denn gerne?, oder: weil ich noch nie ’ne Frau verführt habe, habe immer gewartet, bis sie mich mindestens angeblinzelt haben;
man weiss ja nie, wie die Leute so reagieren, wenn ihnen das Unerwartete begegnet, stimmt’s?
sonst erzählst du sehr ausführlich aus deinem Leben und in dieser Hinsicht so knapp? Kann mich das überzeugen?
Gut, @Kusanowsky – einen spot auf diesen seltsamen Knaben, als Beispiel für den Volksspruch, alles schicke sich nicht für einen jeden:
1966, nach Inspektorprüfung „sehr gut“ als Austauschbeamter drei Monate nach Berlin. Der Wechselkumpel dort hat mich noch eingewiesen, dann hat hat er sich für diese drei Monate auf meinen heimatlichen Beamtensessel gehockt. Mein Zimmergenosse war ein Berliner Original, wenn er mit mir in den Aussendienst ging, kommandierte er: auf, Junge, wir beide gehen jetzt auf Tournée. Mittags gingen wir beide mit zwei schicken Kolleginnen in die schöne Amtskantine essen. Er erzählte einen gerade noch zulässigen Witz nach dem anderen. Beide Frauen fanden es schick und bestätigten es durch schallendes Gelächter. Einmal zog er alleine dienstlich durch die Berliner Häuserschluchten um bösen Unternehmern auf die gegen ihre Arbeitnehmer respektlosen Finger zu klopfen, falls sie es verdienten. Ich also mittags mit diesen beiden Bienen alleine am Mittagstisch. Freundliches Schweigen. Erzähl‘ einen Witz, dachte ich mir so vor mich hin und fing auch gleich an. Ich hatte noch nicht den ersten halben Satz vollendet, da hoben die Damen bremsend ihre liebevollen Hände und konstatierten: „Bitte nicht!, denn das passt doch nicht zu dir.“ Habe ich mir für’s Leben gemerkt.
@Kusanowsky – wenn das Röntgenbild (wie alle Negative oder Diapositive) eine geradezu materialisierte Metapher (oder ein Symbol, oder eine Analogie, oder eine Formparallelität, wie immer man will, wenn man kann) für den Bielefelder Meistersatz ist oder sein soll, es stecke eben nichts dahinter, aber gleichsam und gleichermaßen ein ausgedrückter Ausdruck für die tröstende und gleichermaßen verheissende Einsicht sein soll, es stecke dafür etwas „drin“, (so wie bei einem Hologramm in einem jeden Schnipsel total die gesamte Informationsmenge enthalten ist – aber nicht kondensiert, sondern verdünnt), dann könnte einer, der Hegel hiess, antworten, dem stimme er zu, weil eine jede Individualität sich durch eine kontinuierende Selbstbezogenheit in ihrer sich selbst „machenden“ (konstituierenden) entfaltbaren Entfaltungskraft quasi „hochschaukelt“ bis hin zu der ihr angemessenen und wesenhaften totalen Totalität.
Man suche also in den Verhältnissen keine Verschwörungstheorien, sondern frage nach den die Verhältnis konstituierenden und sie tragenden Kräften. Es können unscheinbare, kleine, kaum nachweisbare Kräfte sein, die dennoch gesellschaftsbestimmend sein können oder sich als solche begründet vermuten lassen, gerade so, wie die schwache Kraft der Gravitation dennoch alle Körperlagen und Teilchenpositionen im Universum bestimmt.
(Das hier kommt davon, wenn man dem Zufall folgt und nicht die Kraft aufbringt, weil man eben süchtig ist und an keiner Krabbelkiste vorbei gehen kann: dann kauft man ein Buch mit dem knappen Titel „Hegel“, und dem Untertitel „eine Propädeutik“, weil dieses Buch ganz billig verramscht wird und auch noch auf schlechtem Papier gedruckt wurde. Der Autor heisst Thomas Sören Hoffmann, er schreibt wirklich ein gutes, knappes, klares Deutsch, und er hat mich – ich habe erst ein Drittel verkraftet – so nahe herangebracht an den Eleven des Tübinger Stifts, wie es bislang noch keinem Autor gelungen ist). Individualhistorisch steckt also doch immer „etwas“ dahinter: aber das ist und wäre nicht greifbar, würde es nicht erzählt. Was hiermit kurz und knapp geschehen ist. Erzähltes zählt, ein Wort gibt das andere, wenn gut angeschlossen wird, kann Plausibilität entstehen, die sich bei einleuchtenden Wiederholungen auch tradieren lässt, wenn ein wenig Verbreitungsglück mitspielt. Aber ich komme ins Plaudern und rufe mich hier – in Schweigen ausbrechend – zur systemerhaltenden Ordnung. Gedankenblitz: @Kusanowsky: bitte sprich ein Schlusswort, siebzig Kommentare sind genug; wir brauchen ein neues mitreissendes Thema.
@ kusanowsky
Nichts steckt dahinter. Und Alles. Das discursive Gerangel um die Le( )rstelle ist der Kampf ums Ganze im Partikularen. Das erklärt auch, warum Diskussionen im Netz so treffend mit Luhmanns Conflicttheorie abgebildet werden können (etwa: https://differentia.wordpress.com/2011/06/14/die-struktur-der-modernen-arroganz-ein-beitrag-zur-trollforschung/). Der Kampf ums stärkste Argument, jenes also, dass die Anschlussfähigkeit für Folgeargumente maßgeblich reduciert, also auch der Kampf um die Re-Significierung der Le( )rstelle als Lehrstelle ist ein politischer, wird also mit Carl Schmitt entlang der Differenz von Freund und Feind processiert. Wer Gottes Platz besetzt, der definiert, was dahinter steckt. Are you really sure you want to know it?
@Kusanowsky – nichts erscheint im Kommunikationsfeld so häufig wie wie individuelle Inkonsequenz:
Bin also schon wieder hier, aber mit einem konkreten Vorschlag: wäre diese Text dirkbaecker.com/Formate.pdf nicht ein schönes Streitthema?
ich streite nicht, ich lasse streiten.
Nachtrag: gerade gefunden zum Stichwort „Feldforschung“ bei Wikipedia: „Forschung als Methode des „Sich Einbohrens ins soziale Milieu…“
@Kusanowsky – dann bin ich als @dieterbohrer also so etwas wie ein soziologischer (oder assoziologischer?) Mistkäfer?
@Kusanowsky / 24. Februar 2012 10:43:
„ich streite nicht, ich lasse streiten.“ –
Wenn ja: Da hätten wir doch etwas, was du gut kannst.
Ansonsten: Darüber kann (sollte?)man natürlich streiten …
„Stichwort “Feldforschung / Forschung als Methode des „Sich Einbohrens ins soziale Milieu…” –
Womit wir schon bei den von mir äußerst verehrten G. Bateson wären.
Auch ein „Bohrer“, aber ein ganz anderer. Mal sehen, was noch.
Wegen useres (evtl. gelegentlich gemeinsamen) Fabels für Wortnutzung:
Du übertreibst („schwelgst“) schon wieder:
„Käfer“ hätte (hierfür) auch gereicht, wozu also den Mist?
http://www.bohrervideo.de/geschichte/index.html
Bad boys, bad boys!
What ya gonna do?
What ya gonna do
when they come for you?