Veränderung, Gedächtnis und Beobachtung

von Kusanowsky

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Wie unser Körper eine räumliche Ausdehnung hat, so hat unser Bewusstsein in diesem Körper eine zeitliche Ausdehnung, bzw. Auflösung. Und auch wenn unser Körper eine räumliche Ausdehnung hat, so beobachten wir als Bewusstsein natürlich nicht „räumliche Ausdehnung“ von irgendwas im „da draussen“, und nicht einmal Ausdehnung in unserem Innen, wenn wir Welt beobachten. Was wir beobachten, das sind ausnahmslos Veränderungen an unserer eigenen Struktur. Die Grundlage unserer Wahrnehmung sind nicht Zustände (wie auch immer  kurzfristige Nichtveränderungen) an denen wir Welt (oder uns) ablesen, sondern es sind immer nur laufende Veränderungen, die wir beobachten können. Wir beobachten keine (am besten noch als eine Art eingefrorene Wirkzustände gespeicherten und abrufbaren) Zustände und vergleichen diese dann (Auch wenn das eine nützliche, wenn auch krass mechanistische und verbreitete Denkvereinfachung zu sein scheint); So wie wir auch nicht eine Melodie wahrnehmen könnten, wenn die einzelnen Töne nicht in unserem Gedächtnis „ineinanderwirken“ würden und so retrograd etwas über die Summe der Töne, bzw. irgendwelcher dazu korresponierenden Zustände, in uns provoziert würden. So liegen auch Objekten in unserem Erleben ähnliche Konstruktionregeln zu Grunde, wie Melodien. Sie können nur als konstant, oder sich verändernd (wieder-) erkannt werden, wenn wir Gedächtnis benutzen. Man könnte auch sagen: Ohne Gedächtnis keine Melodie, keine Beobachtung überhaupt; ein Gedächtnis, das uns in gewisser Weise diese Gleichzeitigkeiten des Ungleichzeitigen schafft, uns den Zusammenhang stiftet, den wir brauchen, um z.B. eine Melodie zu verstehen.

Vollständig hier

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