von Kusanowsky

professorbunsens netzlabor

Auf Sebastians Anregung hin möchte ich meine Idee vom Willen als selbstreferenzielle Funktion von Aufmerksamkeithier einmal etwas näher beschreiben.

1.

Wann immer über das Erleben und Handeln von Menschen in der systemtheoretischen Kategorien nachgedacht wird, ist die Soziologie Niklas Luhmanns nicht weit. Aus gutem Grund. Die Frage „Was ist Wille?“ oder „Was ist Aufmerksamkeit?“ ist wie jede Frage: eine Frage. Also: Sprache. Die Perspektive der Kybernetik 2. Ordnung legt da das Sprechen über Sprechen nahe, also ist eine gute Antwort: Aufmerksamkeit ist ein Wort. Und um die Bedeutung des Wortes herauszufinden, muss ich die mit der Verwendung einhergehenden Unterscheidungen und Formen identifizieren, die Unterschiede, die Unterschiede machen, um mit Bateson zu sprechen.

Ich beziehe mich bei meiner Idee aber auf operational geschlossene (und daher selbstreferenzielle) psychische Systeme. Diese sind unglücklicherweise der empirischen Beobachtung nicht zugänglich, außer im eigenen Denken, also mit der wissenschaftlich zweifelhaften Methode der Introspektion. Und über die…

Ursprünglichen Post anzeigen 239 weitere Wörter

Advertisements