Differentia

professorbunsens netzlabor

Auf Sebastians Anregung hin möchte ich meine Idee vom Willen als selbstreferenzielle Funktion von Aufmerksamkeithier einmal etwas näher beschreiben.

1.

Wann immer über das Erleben und Handeln von Menschen in der systemtheoretischen Kategorien nachgedacht wird, ist die Soziologie Niklas Luhmanns nicht weit. Aus gutem Grund. Die Frage „Was ist Wille?“ oder „Was ist Aufmerksamkeit?“ ist wie jede Frage: eine Frage. Also: Sprache. Die Perspektive der Kybernetik 2. Ordnung legt da das Sprechen über Sprechen nahe, also ist eine gute Antwort: Aufmerksamkeit ist ein Wort. Und um die Bedeutung des Wortes herauszufinden, muss ich die mit der Verwendung einhergehenden Unterscheidungen und Formen identifizieren, die Unterschiede, die Unterschiede machen, um mit Bateson zu sprechen.

Ich beziehe mich bei meiner Idee aber auf operational geschlossene (und daher selbstreferenzielle) psychische Systeme. Diese sind unglücklicherweise der empirischen Beobachtung nicht zugänglich, außer im eigenen Denken, also mit der wissenschaftlich zweifelhaften Methode der Introspektion. Und über die…

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KYBERNETIKS

Als Co-Blogger (neben Rolf Todesco) möchte ich hier zu Beginn des kybernetics-Blogs einige Ideen formulieren, die wir vielleicht in Anschlußdiskussionen durchspielen können:

Ausgangsüberlegung: Ein zentrales Kennzeichen der modernen Gesellschaft (ca. 1750 – heute) ist die zunehmende Technisierungaller Lebensbereiche (Kommunikationsmedien, Wirtschaft, Medizin, etc.). Überraschenderweise hat die Systemtheorie Bielefelder Schule (Niklas Luhmann, Dirk Baecker, Peter Fuchs, usf.) als eine der komplexesten Theorien, die in der Soziologie jemals entwickelt wurden, überraschend wenig zu diesen umfassenden Technisierungstendenzen zu sagen.
Wenn Technisches seit einiger Zeit zum Thema wird, dann vor allem als Digitalisierung bzw. Computerisierung. Diese systemtheoretische Überlegung bewegt sich freilich auf der Ebene der Kommunikationsmedien und wird bspw. mit der These kurzgeschlossen, daß die gesellschaftsweite Durchsetzung eines neuen Kommunikationsmediums (Schrift, Buchdruck und jetzt das digitale Medium) zu einer Informationsexplosion führen kann, die die jeweilige Gesellschaftsformation (segmentierte, ständische und funktional ausdifferenzierte Gesellschaft) überfordert. In der Folge dieser quasi-entropischen „Katastrophe“ werden soziale Anpassungsprozesse ausgelöst, die in eine neue…

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