Peter Sloterdijk: Die Lektüre führt zur Katastrophe

von Kusanowsky

Auf dem Feld akademischer Texte sieht der Philosoph Peter Sloterdijk einen „Pakt des Nicht-Lesens“ wirken, der seinerseits für die Anfälligkeit und Neigung zum Plagiat konstitutiv wird. Man müsse davon ausgehen, argumentiert er, dass zwischen 98 und 99 Prozent der im universitären Kontext veröffentlichten Texte in der Erwartung  geschrieben wurden, gar nicht gelesen zu werden. „In diesem System führt die unerwartete tatsächliche Lektüre zur Katastrophe. Das Interessant daran ist, dass das, was man tatsächliche Lektüre nennt, angesichts der ungeheuerlichen Lawine der akademischen Textproduktion gar nicht mehr stattfinden kann. Heutzutage sind nur noch digitale Lesegeräte und spezialisierte Suchprogramme in der Lage, als Vertreter des ursprünglichen Lesers mit einem Text ins Gespräch oder ins Nicht-Gespräch zu treten. Der menschliche Leser – nennen wir ihn Professor – schwindet im Gegenzug. Und dies exakt auch insofern, als der Akademiker wie der Experte seit langem dazu verdammt ist, eher Nicht-Leser als Leser zu sein.

http://www.perlentaucher.de/magazinrundschau/2012-01-31.html#a33324

http://www.lemonde.fr/idees/article/2012/01/28/le-pacte-de-non-lecture_1635887_3232.html

Siehe dazu:

Das Plagiat – ein akademisches Kulturgut.

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