Tat ohne Täter

von Kusanowsky

In einem sehr bemerkenswerten Blogartikel von Malte Welding mit dem Titel: „Wenn der Terror keinen Schrecken verbreitet“ findet sich folgende Überlegung:

Man muss sich das einen Moment vorstellen: Der Staat nimmt eine Terrorserie wahr, die aus dem Nichts kommt, er sieht eine Bedrohung, die er nicht kommen sieht. Er weiß nur, dass die Täter deutsche Terroristen sind. Wie wäre das Innenministerium damit umgegangen? Die vergangenen zehn Jahre war jeder verdächtig, der Muslim war, besonders verdächtig waren unauffällige Muslime. Wären nun besonders unauffällige Deutsche verdächtig gewesen?

Verfolgt man im Vergleich dazu die Irritationen über die Tat von Oslo und die Spekulationen über den Täter, dann kann man den Eindruck gewinnen, dass nichts so stumm verbleibt wie das, was von sich Reden machen will, und das, worüber geredet wird. Der Tat gehört angeblich zu einem Täter und beides, Tat wie Täter, erscheinen in den ablaufenden Kommunikationen als der Fix- und Anziehungspunkt von Unterscheidungsroutinen, die wie von selbst ihre Ursachen genauso vergeblich suchen wie sie ihre Wirkungen erfolgreich finden. Ausführlicher hier.

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