Echte Namen, echte Gesichter und auch: echte Probleme?

von Kusanowsky

Vermutlich kommt der Widerstand gegen die Dämonien des Internets erst langsam in Gang. Während es manche Internetnutzer gruselig finden, dass das wirkliche Gesicht durch die Gesichtserkennung im Internet verbreitet werden könnte, fürchten sich Unternehmen wie Google und Facebook davor, sie könnten Gespenster verwalten, die sich weigern, ihren wirklichen Namen anzugeben. Bislang glaubt man noch, dass die Differenz zwischen creepy und nicht-creepy aus einem Unterschied zwischen Online- und Offlinebeteiligten resultiert. Und solange man das glaubt, speist sich der Widerstand aus Bewältigungsroutinen, die der Gutenberg-Galaxy entsprechen: schützen, löschen, sperren, verbieten, Gesetze verschärfen.

Nunmehr kann man beobachten, dass die Dämonien nicht aus diesem Gegensatz erwachsen, sondern sich unter der Voraussetzung der Unverzichtbarkeit und der Akzeptanz des Internets ausbreiten. Wer zähmt diese Dämonien? Besser gefragt: wodurch werden sie gezähmt? Wohl durch die Verparadoxierung dieser dämonischen Phänome, die sich dadurch in ihrer Mächtigkeit gegenseitig beschränken.

Man schaue sich das Bild links an: Welches der gezeigten Portaits zeigt ein echtes Gesicht? Und welcher angegebene Name ist echt? Wer darauf keine gute Antwort hat lese einmal die Kommentare so langsam und so gründlich wie nur möglich durch. Wir haben es längst mit einer routinierten Trollkommunikation zu tun. Widerspruch und Widerstand ist genauso zulässig wie zwecklos. Darin besteht die Mächtigkeit der Internet-Dämonien.

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