Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein #spackeria #datenschutz

von Kusanowsky

Zum Artikel Das Rechtfertigungsproblem der Spackeria ist mir noch ein Nachtrag eingefallen.
Das Rechtfertigungsproblem, das sich die datenschutzkritische Spackeria zurecht legt, lässt sich am besten mit dieser bekannten Szene aus dem Loriot-Film „Papa ante Portas“ illustrieren.

Der Witz dieser Szene ist, dass die Identitäsangabe des Herrn Lohse nicht erwartet wird; aber Herr Lohse erwartet genau das Gegenteil um damit seine Zuverlässigkeit zu demonstrieren, an welcher gar keiner Zweifel hat.
Für die Kommunikation ist Herrn Lohses Datenhergabe aber genauso wenig notwendig wie ihre Rechtfertigung durch die Spackeria. Daher der Eindruck des Humbugs dieser ganzen Diskussion; ein Eindruck der dadurch entsteht, dass nicht zwischen Rechtfertigungs- und Erklärungstheorie unterschieden wird. Rechtfertigungstheoretisch mag das Quatsch sein, aber es funktioniert; und das wäre erklärungsbedürftig.
Die Kontroverse zwischen Datenschutzbefürwortern und Datenschutzgegnern entsteht durch eine konträre Beurteilung der beobachtbaren Hilflosigkeit angesichts der ablaufenden Internetkommunikation. Datenschützer reagieren auf ihre Hilflosigkeit mit der Rechtfgertigung von Repressionsmaßnahmen, von welchen man bemerken kann, dass sie nicht helfen. Die Datenschutzgegner aber rechtfertigen ihre Hilflosigkeit, indem sie sie in die Ethik des Herrn Lohse umändern: die Datenhergabe sei etwas Ethisches; und sofern sie so gerechtfertigt wird, beraubt man sich selbst jeder Erklärung für das ganze.