Wikileaks: Enthüllungspotenziale einer Enthüllungsplattform bei „Gesellschaft und Kontingenz“ #systemtheorie

von Kusanowsky

Der bisherige Normalverlauf der massenmedialen Themen karriere der Enthüllungsplattform wikileaks.org kann als Bestätigung der zahlreichen, durch die Beobachtung des Systems der Massenmedien empirisch gewonnenen und theoretisch generalisierten Erfahrungen mit Karrieren nicht nachhaltig interessanter Themen aufgefasst werden: das System wurde durch die Veröffentlichungen irritiert, hat das Thema selektiert, entwickelt und schließlich durch ein anderes ersetzt. Ein immer weiter abflauendes Interesse ist ein Zeichen dafür, dass es als Folge der Veröffentlichungen keine andauernde Irritation des politischen Systems gegeben hat. Das Ende des Themas Wikileaks ist deshalb auch ein Ende der Hoffnungen darauf und Ängste davor, dass sich auf Grund solcher Kommunikationsangebote nachhaltige gesellschaftspolitische Veränderungen vollziehen könnten.
Sowohl die Enttäuschung auf der Seite der Verfechter als auch die Erleichterung ihrer Widersacher über die fehlende sozial transformatorische Wirkung haben, das sei hier gleich vorweg genommen, denselben Grund: Wikileaks und die sich an die politischen Zensurversuche anschließende Protestbewegung wurden in ihren unmittelbaren Auswirkungen auf den Journalismus, die Öffentlichkeit und auf Regierungssysteme unterschiedlicher Ausprägung bei weitem überschätzt. Und weil mit dieser Diagnose ein Mangel an medial gut zu verwertenden Ereignissen verbunden ist, hat sich die Aufmerksam keit der Massenmedien – nachdem auch die Personalie des exzentrischen Hackers Julien Assange und organisationsinterne Konflikte abgehandelt worden waren – schließlich durch andere Neuigkeiten faszinieren lassen.

Der ganze Artikel hier: Wikileaks: Enthüllungspotenziale einer Enthüllungsplattform — Überschätzter Protest und verhinderte Revolution