Differentia

Monat: November, 2010

Zum Paradigma der Simulation

Paradigmenwechsel, sofern sie ihre postmodernen Begriffsinhalte überwinden können, dokumentieren einen erfahrbaren Datenraum, mit dem Ziel, diesen in einen kompatiblen Bezug auf aktuelle Konflikte zu setzen. Nicht nur innerhalb ästhetischer Zusammenhänge erscheint die sinnliche Konzentration der Aufmerksamkeit als intransparent, sodass eine soziale Struktur die Distanz zur Gegenwart schabloniert und dabei einen metonymischen Rhythmus entfaltet. Diese Facette bildet spezifische Effekte und Systembegriffe, die je nach Erwartungszusammenhängen unterschiedlich collagierbar sind. Wenn aber die dezidierten Datenräume aus diesem Grund überblenden, instrumentalisieren Konsistenzprüfungen einen Systemkontext, womit der Beweis erbracht werden soll, dass die flexiblen Verdichtungen von Sprache evokativ sind, infolgedessen die Systeme aber nicht mehr transferabel werden. Diese Wahrnehmung abstrahiert in fluktuierenden, kontemporären oder trialogischen Beobachtern und bezieht sich überdies suspensiv auf sich selbst. Irgendein irreversibler Datenraum beobachtet also Übergänge, wobei die dann erfolgende Immigration von Umweltdifferenzen absehbar wird. Die Abstraktion separiert sich schließlich selbst zu funktionalen Systemen. In den sich anschließenden Bedeutungsverschiebungen ist eine Dokumentation in Sinn-Formaten segmentär umschrieben. Die Abfolge polarisiert die Beobachtungsverhältnisse und improvisiert deshalb einen futuristischen Handlungsraum. Die industriellen Abbilder solcher Verhältnisse verlieren ihre Beschreibbarkeit und versuchen dennoch sich transferabel anzunähern. Die positionierte Authentizität akkumuliert die Sprachen des Formats in Bezügen kompatibler Kontexte eines Entstehungsprozesses der Systempraxis. Hiermit beschreibt die apotropäische Destruktion einen Sockel und dekontextualisiert denselben in deskriptiven Einflüssen. Dieses Bedeutungssystem lässt die Strategie der Darstellung autonom erscheinen. Die Beobachtungen fluktuieren schließlich innerherhalb einer neuen Grammatik. Während die evokativen Bildsequenzen die Bildtheorien hybrid überfrachten, verweigert die Demonstration der Performate einen konstitutiven, ikonenhaften Aufbruch. Die lokalen Abdrücke in den Antagonismen überblenden die Beobachtungssituation der Schaffensprozesse. Einer derogativen emotionellen Dekontextualisierung verbinden die Sichtachsen mit der Matrix des Handlungsraums und navigieren die Qualität simultan. Sowohl die Deskription als auch die Verdichtung von Sprache werden sichtbar gemacht und die Netzwerke erzeugen den Ausschließungsmechanismus, während die Blickwinkel der Beobachter eine flexible Ästhetik der Eigentlichkeit differieren und inkompatible Praxen dokumentieren.

Siehe dazu: http://worte.at/

Archivierung von digitaler Literatur

Von Florian Hartling über Rohrpost:

Florian Hartling/Beat Suter (Hrsg.): Archivierung von digitaler Literatur: Probleme Tendenzen Perspektiven / Archiving Electronic Literature and Poetry: Problems, Tendencies, Perspectives Franfurt am Main et al.: Peter Lang 2010. (= Sonderheft SPIEL: Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft. Jg. 29 (2010). H. 1+2)

Netzliteratur ist aktuell, interaktiv, subjektiv und gut vernetzt. Doch wie haltbar ist Netzliteratur? Wie lange bleiben Texte, die auf Webseiten veröffentlicht werden, lesbar? Was passiert mit den alten Ausgaben, wenn eine Literaturzeitschrift vom Netz geht? Wie archiviert man einen Blog?
Sollen Texte, die bewusst im flüchtigen Medium Internet veröffentlicht werden, überhaupt allesamt für die Nachwelt erhalten werden?
Es mutet ironisch an, dass der vergängliche Charakter des Netzes einem Medium anhaftet, das für Dokumentation und Archivierung eigentlich sehr geeignet zu sein scheint. Und doch bleibt jede Webseite durchschnittlich weniger als 100 Tage im Netz unter ihrer Originaladresse abrufbar. Danach zieht sie um oder wird komplett gelöscht. Dies gilt selbstverständlich auch für Netzliteratur.
Verschiedene Genres drehen den Spieß allerdings um. In diesen Konzeptionen sind die Probleme von Archivierung und Musealisierung überhaupt nicht vorhanden, sondern explizit ausgeschlossen. Das Temporäre und Flüchtige wird zum Thema der Literatur.
In dieser Sonderausgabe der Zeitschrift SPIEL: Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft werden neue Verfahren und Gegenstände der Archivierung von Netzliteratur vorgestellt, wobei sehr unterschiedliche Standpunkte vertreten sind. Es kommen Künstler und Wissenschaftler ebenso zu Wort wie die mit der Archivierung beauftragten Institutionen.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://archivierung.hartling.org/.
Der Band kann bestellt werden unter: http://bit.ly/ax2GBH.