Archivierung von digitaler Literatur

von Kusanowsky

Von Florian Hartling über Rohrpost:

Florian Hartling/Beat Suter (Hrsg.): Archivierung von digitaler Literatur: Probleme Tendenzen Perspektiven / Archiving Electronic Literature and Poetry: Problems, Tendencies, Perspectives Franfurt am Main et al.: Peter Lang 2010. (= Sonderheft SPIEL: Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft. Jg. 29 (2010). H. 1+2)

Netzliteratur ist aktuell, interaktiv, subjektiv und gut vernetzt. Doch wie haltbar ist Netzliteratur? Wie lange bleiben Texte, die auf Webseiten veröffentlicht werden, lesbar? Was passiert mit den alten Ausgaben, wenn eine Literaturzeitschrift vom Netz geht? Wie archiviert man einen Blog?
Sollen Texte, die bewusst im flüchtigen Medium Internet veröffentlicht werden, überhaupt allesamt für die Nachwelt erhalten werden?
Es mutet ironisch an, dass der vergängliche Charakter des Netzes einem Medium anhaftet, das für Dokumentation und Archivierung eigentlich sehr geeignet zu sein scheint. Und doch bleibt jede Webseite durchschnittlich weniger als 100 Tage im Netz unter ihrer Originaladresse abrufbar. Danach zieht sie um oder wird komplett gelöscht. Dies gilt selbstverständlich auch für Netzliteratur.
Verschiedene Genres drehen den Spieß allerdings um. In diesen Konzeptionen sind die Probleme von Archivierung und Musealisierung überhaupt nicht vorhanden, sondern explizit ausgeschlossen. Das Temporäre und Flüchtige wird zum Thema der Literatur.
In dieser Sonderausgabe der Zeitschrift SPIEL: Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft werden neue Verfahren und Gegenstände der Archivierung von Netzliteratur vorgestellt, wobei sehr unterschiedliche Standpunkte vertreten sind. Es kommen Künstler und Wissenschaftler ebenso zu Wort wie die mit der Archivierung beauftragten Institutionen.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://archivierung.hartling.org/.
Der Band kann bestellt werden unter: http://bit.ly/ax2GBH.

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