Haftungsausschluss als performativer Selbstwiderspruch

von Kusanowsky

Auf der Internetseite „Elektrischer Reporter“ findet man im Impressum nicht nur einen langweilig-obligatorischen Haftungsausschluss, wie auf allen anderen Seiten, sondern einen höchst interessant formulierten Text:

Diese Web-Präsenz ist Teil des WWW und dementsprechend mit fremden, sich jederzeit wandeln könnenden Web-Sites verknüpft, die folglich auch nicht diesem Verantwortungsbereich unterliegen und für die oben genannten Informationen nicht gelten. Dass die Links weder gegen Sitten noch Gesetze verstoßen, wurde genau ein mal geprüft: bevor sie hier aufgenommen wurden.

Es kommt dabei überhaupt nicht darauf, ob dieser Selbstwiderspruch von den Autoren bemerkt wird oder nicht. Denn Seite die Seite der „Elektrischen Reporter“ ist „mit fremden, sich jederzeit wandeln könnenden Web-Sites verknüpft“ was ja auch für diese Seite selbst gilbt. Verknüpfe ich nun meinen Blog wiederrum mit dieser Seite, dürfte für meinen Haftungssausschluss die selbe Formulierung angebracht sein, denn die Seite der „Elektrischen Reporter“ kann sich ja jederzeit ändern. Wird also mein Blog ebenfalls mit einer anderen Seite verknüpft usw….  Was wird mit dem Haftungsauschluss eigentlich noch dokumentiert? Und: Für welchen Fall bräuchte man einen Haftungsauschluss?
Wer der Meinung ist, dass mit dem Internet lediglich Dokumente massenhaft verbreitet werden, möge seine Meinung mal unter diesen Bedingungen durch das Internet dokumentieren.

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