Rocker-Paradoxon Nachtrag: Die Kannibalisierung der Demokratie

von Kusanowsky

zurück zu: Das Rocker-Paradoxon ethischer Diskussionen

Was wird aus der Demokratie, wenn sie keine Gegner mehr hat? Die Demokratiebefürworter machen sich gegenseitig zu Feinden.
Darüber gib dieser Videoclip bei Youtube Auskunft.


Das Floß der Medusa von Théodore Géricault, 1819.

1816 hatte England die während der Napoleonischen Kriege besetzte westafrikanische Kolonie Senegal an Frankreich  zurückgegeben. Dies war für die französische Regierung der Anlass, vier Fregatten zum Schutze des überseeischen Besitzes nach Afrika zu entsenden. Die Fregatte „Medusa“ gehörte diesem Konvoi an. Die „Medusa“ stand unter dem Kommando des Kapitäns Hugues Duroy de Chaumareys, der seine Karriere nicht auf See, sondern 25 Jahre lang in Emigrantensalons von Koblenz und London gemacht hatte.

Nachdem das Schiff auf Grund gelaufen war, ordnete der Kapitän Hugues Duroy de Chaumareys an, ein Floß aus den Masten und Rahen der Medusa zu bauen, da für die 400 Menschen an Bord nur 6 Boote vorhanden waren. Das Floß musste 149 Menschen aufnehmen. Die Boote sollten das Floß an Land ziehen. Nach kurzer Zeit kappte man die Seile. Auf dem Floß brach schnell Kannibalismus aus, so dass nur noch 15 Personen gerettet werden konnten. Dies führte in Frankreich zu einem Regierungs-Skandal.

Als Géricault das Gemälde 1819 beim Pariser Salon zur Ausstellung einreichte, war er sich der öffentlichen Provokation durch das Motiv durchaus bewusst und wählte daher nicht von ungefähr den Titel „Szene eines Schiffbruchs“.

Text: Wikipedia

Wenn auch aus einem anderen Kontext entnommen, so könnte das „Floß der Medusa“ eine interessante Allegorie für eine Befundfeststellung demokratischer Verhältnisse sein. Der Demokratie ist das Problem, für das sie als Lösung akzeptabel war, abhanden gekommen. Sie müsste, wollte sich sich nicht vollständig kannibalisieren, ein Problem außerhalb finden. Aber was wäre, wenn es in der Welt kein „außen“ mehr gibt?

Advertisements