Simulation durch Ausdifferenzierung von Netzwerken
von Kusanowsky
Ein wichtige Konsequenz der Gesellschaft einer funktionalen Differenzierung liegt darin, dass sie ihre Strukturbildung durch die Dokumentform zuerst in die Sachdimension verlegt. Individuen werden zwar in Abhängigkeit von ihrem funktionalen Beitrag zur Fortsetzbarkeit des Systemgeschehens einbezogen, ansonsten verhalten sich soziale Systeme gegen Individuen indifferent. Das legt den Gedanken nahe, dass eine genauere Spezifikation der Strukturmerkmale erforderlich ist, um Netzwerkbildungen wahrscheinlich zu machen, insbesondere dann, wenn man bemerkt, dass Netzwerkbildung ein charakteristisches Merkmal „der nächsten Gesellschaft“ ist. Denn die Bildung von Netzwerken ist nicht in der Sachdimension festgelegt, sondern in der Sozialdimension. Netzwerke kombinieren Adressen aller Art: nicht nur Adressen von Personen und Organisationen, sondern machen alles, was dokumentierbar ist durch fortlaufende Adressierung simulierbar, indem eine Differenz von erreichbar und unerreichbar in einen selektives Gedächtnis kopiert wird, das die strukturelle Koppelung auf Dauer stellt und das kommunikative Geschehen in eine selbstreferenzielle Virtualität der permanenten Simulation überführt.
Mit der Ausdifferenzierung von Netzwerken werden soziale Adressierungsleistungen für den strukturierten Fortgang eines sozialen Geschehens zentral gestellt. Durch Netzwerke liegt die Überlegung nahe, dass soziale Adressierungsleistungen aus den Bedingungen räumlicher Nähe entlassen werden und die Diaspora der Körper selbst zur Voraussetzung der Teilnahme an Kommunikation wird. Aber das gilt allgemein für die Adressiebarkeit von Dokumenten aller Art: Nicht die Versammlung, sondern die Verstreuung im Raum ist Motivationsbedingung für die Fortsetzbarkeit der Kommunikation.
Differenzieren sich solchermaßen Netzwerke heraus, so werden ihre Entstehungs- und Reproduktionsbedingungen erst durch soziale Systeme relevant, welche eine räumliche Dekontextualisierung und daher potenziell globale Operationsweise von Netzwerken erst ermöglichen. Netzwerke kombinieren ihre Elemente, indem sie Adressen miteinander verknüpfen, und gestalten die sachlichen Möglichkeiten, die durch die permanente Ansprechbarkeit von Adressen entstehen, zu einer Simulation von Gegenwärtigkeit mit weitreichenden Folgen für die Ermittlung von Realitätsgewissheit.
Mit der Ausdifferenzierung von Netzwerken werden soziale Adressierungsleistungen für den strukturierten Fortgang eines sozialen Geschehens zentral gestellt. Durch Netzwerke liegt die Überlegung nahe, dass soziale Adressierungsleistungen aus den Bedingungen räumlicher Nähe entlassen werden und die Diaspora der Körper selbst zur Voraussetzung der Teilnahme an Kommunikation wird. Aber das gilt allgemein für die Adressiebarkeit von Dokumenten aller Art: Nicht die Versammlung, sondern die Verstreuung im Raum ist Motivationsbedingung für die Fortsetzbarkeit der Kommunikation.
Differenzieren sich solchermaßen Netzwerke heraus, so werden ihre Entstehungs- und Reproduktionsbedingungen erst durch soziale Systeme relevant, welche eine räumliche Dekontextualisierung und daher potenziell globale Operationsweise von Netzwerken erst ermöglichen. Netzwerke kombinieren ihre Elemente, indem sie Adressen miteinander verknüpfen, und gestalten die sachlichen Möglichkeiten, die durch die permanente Ansprechbarkeit von Adressen entstehen, zu einer Simulation von Gegenwärtigkeit mit weitreichenden Folgen für die Ermittlung von Realitätsgewissheit.
Mich würden Literaturverweise zu deinen Gedanken interessieren… Kannst du diese nachreichen, oder wäre das zu aufwändig – weil du bspw. aus dem Gedächtnis aufschreibst, was du mal gelesen hast?
Bedenke bitte, dass das Blogschreiben gegenwärtig noch keine Wissenschaft ist. Das hängt damit zusammen, dass Blog-Texte keine Dokumente sind. Ein Merkmal des Dokuments besteht in einem Verhältnis von Original und Kopie. Sobald erst mal Kopien vom Original unerreichbar verteilt sind, blockieren die Kopien Veränderungen am Original. Alle Veränderungen gehen nur durch Neuanfertigung eines kopierbaren Originals. Bei HTML-Dokumenten ist das anders. Man kann den Text jederzeit verändern. Hast du dir von meinen Blogartikeln eine Kopie gemacht, kannst du nicht behaupten, es sei von mir geschrieben, weil du es im Prinzip selbst geschrieben haben könntest. Zu denken wäre an einen Fall der Nachweisbarkeit für (Fehl-)Interpretation. Behauptest du dennoch, dass ich das geschrieben hätte, könnte ich zum Nachweis des Gegenteils einfach einen entprechenden Artikel umschreiben. Wir haben es also mit Simulation von Texten, nicht mir ihrer Dokumentation zu tun.
Das Dokument zeichnet sich dadurch aus, dass es nur etwas dokumentieren kann, wenn das, was es dokumentiert nicht von demjenigen hergestellt werden konnte, der das dokumentiert, was er dokumentiert. (Verbot der Selbstreferenz)
Die Soziologie kann zwar schon Selbstreferenz als Voraussetzung für das Zustandekommen der Soziologie thematisieren, aber diese Thematisierung kann anschlussfähig nur über die Anfertigung von Dokumenten hergestellt werden. Auch Systemtheoretiker müssen sich dem Selbstreferenz-Verbot unterwerfen, auch dann, wenn sie eine Theorie haben, die etwas anderes besagt. Auch die Systemtheorie muss dokumentiert werden können, obwohl sie ihrer Selbstauskunft nach nirgendwo dokumentiert sein kann.
Bei Interesse: http://bit.ly/d1HHtK