Zur Metanoia moderner Systeme – Notizen zur Revolution der Medienevolution III
von Kusanowsky
Alle evolutionär entstandenen Verbreitungsmedien haben schon immer überlieferte soziale Verhältnisse verändert, umgebaut oder beseitigt. Im Zuge dieser Entwicklung entstanden soziale Beziehungen mit höherer Komplexität. Verbreitungsmedien haben damit die conditio humana ständig neu formatiert. Eben dieser Punkt wird in systemtheoretischen Überlegungen häufig außer Acht gelassen. Systeme verändern, indem sie sich selbst verändern, immer auch ihre Umwelt, die auf diese Weise der Autopoiesis neue Bedingungen auferlegt, unter denen sie sich entfalten kann. System und Umwelt gehören zusammen. Die Umwelt ist, wie chaotisch, geordnet, erforscht oder unbekannt auch immer, stets mit im Spiel und sorgt für Einschränkung oder Erweiterung von Sinnhorizonten. Und das gilt auch für den Fall, dass systemtheoretische Differenzen in die Umwelt einer Soziologie hineindiffundieren. Eine Soziologie, die Systemtheorie ernst nimmt, kann nicht die selbe bleiben.
Die modernen Kommunikationstechnologien, die systeminterne Umweltbedingungen darstellen, bringen nun ein noch nicht bekanntes Niveau von Selektions- und Motivationsanschlüssen hervor, was dazu führt, dass das soziale Gedächtnis mediale Eigenschaften bekommt. Alle sozialen Beziehungen basieren auf einem solchen Gedächtnis. Zum Gedächtnis gehört aber vor allem das Vergessen als eine Voraussetzung zur Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Das gilt grundsätzlich für alle Kommunikationen, da sie informationsbasiert sind und fortlaufend neue Informationen verarbeiten müssen. Ein soziales Gedächtnis hat in einem digitalen Netzwerk keine individuellen Träger mehr. Das Dokument, als Ware und Überreichungsform von Datensätzen, verliert die Qualitäten, die ihm im Laufe des Evolutionsprozesses moderner Verbreitungsmedien zugerchnet wurden. Damit ist vor allem die Illusion der Wiederholbarkeit ein Datenabrufs gemeint. Bei Karl Marx wird dieser Zusammenhang hellsichtig geahnt, wenn dort bemerkt wird, dass die Überwindung der Warenstruktur eine entscheidende Bedingung für die Überwindung des Kapitalismus ist. Das soziale Gedächtnis wird von Großrechnern nur unterstützt, es wird durch Netzwerke transportiert und entscheidet als dehumanisierter Teil dieser Technologie, der nicht mehr personenbezogen adressiert werden kann, über Bewährungschancen nicht nur von einzelnen Personen, sondern von Unternehmen, Staaten, von ganzen Gesellschaften und sogar über das Weltsystem selbst. McLuhans bekannt gewordener Spruch „Das Medium ist die Botschaft“ ist in seiner Selbstsimplifizierung eine soziale Wirklichkeit geworden.
Die modernen Kommunikationstechnologien, die systeminterne Umweltbedingungen darstellen, bringen nun ein noch nicht bekanntes Niveau von Selektions- und Motivationsanschlüssen hervor, was dazu führt, dass das soziale Gedächtnis mediale Eigenschaften bekommt. Alle sozialen Beziehungen basieren auf einem solchen Gedächtnis. Zum Gedächtnis gehört aber vor allem das Vergessen als eine Voraussetzung zur Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Das gilt grundsätzlich für alle Kommunikationen, da sie informationsbasiert sind und fortlaufend neue Informationen verarbeiten müssen. Ein soziales Gedächtnis hat in einem digitalen Netzwerk keine individuellen Träger mehr. Das Dokument, als Ware und Überreichungsform von Datensätzen, verliert die Qualitäten, die ihm im Laufe des Evolutionsprozesses moderner Verbreitungsmedien zugerchnet wurden. Damit ist vor allem die Illusion der Wiederholbarkeit ein Datenabrufs gemeint. Bei Karl Marx wird dieser Zusammenhang hellsichtig geahnt, wenn dort bemerkt wird, dass die Überwindung der Warenstruktur eine entscheidende Bedingung für die Überwindung des Kapitalismus ist. Das soziale Gedächtnis wird von Großrechnern nur unterstützt, es wird durch Netzwerke transportiert und entscheidet als dehumanisierter Teil dieser Technologie, der nicht mehr personenbezogen adressiert werden kann, über Bewährungschancen nicht nur von einzelnen Personen, sondern von Unternehmen, Staaten, von ganzen Gesellschaften und sogar über das Weltsystem selbst. McLuhans bekannt gewordener Spruch „Das Medium ist die Botschaft“ ist in seiner Selbstsimplifizierung eine soziale Wirklichkeit geworden.
Fortsetzung
Technorati-Tags: Verbreitungsmedien, Warenstruktur, Gedächtnis
[…] für ein Beobachtungssystem beschreibbar wird. Die Ware ist nach Marx eine emergente, soziale Realität und lässt sich nicht auf die Elemente zurückführen, aus denen durch Relationierung im […]